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Insulet: Ambitioniert bewertete Medizintechnik-Aktie

Inhaltsverzeichnis

Sind Sie schon auf Schnäppchenjagd oder warten Sie immer noch vorsichtig ab? Viele Wachstumswerte wirken derzeit wie Schnäppchen gegenüber ihren ehemaligen Höchstkursen. Aber es gibt auch Ausnahmen. Aktien, die wenig an Boden verloren haben und bei denen die Bewertung immer noch recht ambitioniert erscheint. Dies könnte man auch als Qualitätsmerkmal ansehen. Einen dieser Werte möchte ich Ihnen heute näher vorstellen.   

Kurzportrait

Das im Jahr 2000 gegründete US-Medizintechnikunternehmen hat eine innovative Alternative zur Verabreichung von Insulin für Diabetiker entwickelt. Das Omnipod Insulin-Management-System sichert eine kontinuierliche Insulinzufuhr ohne Nadel.

In seiner noch relativ jungen Geschichte konnte Insulet ein rasantes Wachstum verzeichnen. Im Jahr 2021 konnte erstmals die Marke von 1 Mrd. US-Dollar Jahresumsatz geknackt werden.

Vorteile von Omnipod gegenüber konventioneller Insulin-Verabreichung

Studien haben die Vorteile der Omnipod-Insulinpumpentherapie gegenüber der täglichen Mehrfachinjektion von Insulin nachgewiesen. Dazu gehören eine bessere Blutzuckerkontrolle, weniger Hypoglykämie-Ereignisse, geringere Schwankungen des Blutzuckerspiegels und eine bessere Lebensqualität ohne regelmäßig Insulin spritzen zu müssen.

Auch den herkömmlichen Insulin-Pumpen ist Omnipod überlegen: Zu den Verbesserungen gehören das Fehlen von Schläuchen, das automatische, praktisch schmerzfreie Einsetzen und zwei unkomplizierte Teile, die drahtlos miteinander kommunizieren.

Zudem positioniert das Unternehmen Omnipod auch außerhalb des Diabetes-Bereichs verstärkt als System, um Medikamente zu verabreichen. Damit können die Medikamente in der richtigen Dosierung über einen Zeitraum von mehreren Tagen unter der Haut (subkutan) verabreicht werden, ohne dass dazu ein Einstich mit einer Nadel notwendig ist.

Kontinuierliches Wachstum – Sprung in die Gewinnzone bereits gelungen 

Seit Jahren bringt es die Insulet Corporation auf stabile jährliche Wachstumsraten um +20%, wobei es im laufenden Jahr voraussichtlich etwas weniger wird. Aber im nächsten Jahr dürfte die +20%-Marke beim Wachstum wieder übersprungen werden.

90% der Umsätze macht das Unternehmen mit dem Omnipod-System. Die Einnahmen steigen stetig, da Insulet seine Kundenbasis kontinuierlich erweitert. Jede neue Version des Systems (inzwischen sind es fünf) macht die Handhabung für die Patienten bequemer und baut die Vorteile gegenüber der konventionellen Insulin-Verabreichung aus.

In den vergangenen Monaten haben Anleger eine Abneigung gegen Wachstumsunternehmen entwickelt haben, die noch jahrelang Verluste schreiben. Dieses Problem hat Insulet nicht. Bereits 20218 gelang dem Unternehmen der Sprung in die Gewinnzone. Nach geringfügigen Gewinnen in den vergangenen Jahren erwarten Analysten für 2022 eine erhebliche Steigerung der Gewinnmargen und eine Verfünffachung des Gewinns pro Aktie.  

Aktie immer noch mit ambitionierter Bewertung

Seit ihrem Hoch im Herbst 2021 hat die Insulet-Aktie rund ein Viertel an Wert eingebüßt. Dies ist vergleichsweise wenig. Dementsprechend kann von einem Schnäppchen keine Rede sein.

Bei einem aktuellen Börsenwert von knapp 16 Mrd. US-Dollar liegt das Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) auf Basis der 2022er Prognosen bei 13 und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 170. Das ist schon eine Hausnummer. Langfristig lässt sich dies nur mit weiterhin hohen Wachstumsraten rechtfertigen. Aber für langfristige Anleger, die Qualität zu schätzen wissen, ist die Aktie durchaus einen näheren Blick wert.