Weihnachtsprofiteur Lindt & Sprüngli mit Corona-Einbußen

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Für den Chocolatier Lindt & Sprüngli ist das Weihnachtsgeschäft besonders lukrativ. Doch in diesem Jahr sind die Schweizer von der Corona-Pandemie arg gebeutelt worden. (Foto: Hadrian / Shutterstock.com)

Das Weihnachtsfest steht vor der Tür und daher möchte ich Ihnen heute ein mittelständisches Unternehmen präsentieren, dessen Produkte häufig auf den weihnachtlichen Gabentischen oder auch unter dem Christbaum zu finden sind: die Schweizer Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG mit Sitz in Kilchberg am Zürichsee.

Traditionell gilt Lindt & Sprüngli als Profiteur im Weihnachtsgeschäft. Auch wenn die Verkaufszahlen bei den Schweizern zum Jahresende hin wieder stark angestiegen sein dürften, war der Umsatz der Chocolatiers vom Zürichsee im 1. Halbjahr (nur dafür liegen bisher Zahlen vor) Corona-bedingt deutlich niedriger als noch im Vorjahr.

Umsatzrückgang im 1. Halbjahr 2020

Kommen wir zu den Zahlen: Wie gewohnt startete Lindt & Sprüngli gut in das laufende Jahr. Bis Anfang März 2020 erreichte das Unternehmen eine solide Steigerung von Umsatz und Profit. Als während des für die Chocolatiers wichtigen Ostergeschäfts die Lockdown-Maßnahmen griffen, führte dies dazu, dass das Ergebnis des 1. Halbjahrs spürbar negativ beeinflusst wurde.

So erzielte Lindt & Sprüngli zwischen Januar und Juni 2020 nur noch einen Umsatz von 1,53 Mrd. Schweizer Franken (CHF), was einen Rückgang von 12,7% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bedeutete.

Auch der Unternehmensgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) lag im 1. Halbjahr 2020 nur noch bei 17,1 Mio. CHF und damit deutlich unter dem im Vergleichszeitraum erzielten 126,2 Mio. CHF.

Allerdings war dieser Rückgang nicht nur auf die Corona-Pandemie zurückzuführen. Vielmehr waren die für den Bau des Schokoladenmuseums „Lindt Home of Chocolate“ aufgewandten Sonderausgaben für den starken Rückgang des Halbjahresgewinns mitverantwortlich.

Aufgrund der stabilen Finanzen und der hohen Liquidität sowie Effizienzsteigerungen in verschiedenen Bereichen ist Lindt & Sprüngli zuversichtlich, den Corona-bedingten Wirtschaftsabschwung meistern zu können.

Für das Gesamtjahr 2020 prognostizierten die Schweizer Chocolatiers im Sommer dieses Jahres einen organischen Umsatzrückgang gegenüber 2019 in Höhe von 5 bis 7% und eine operative Gewinnmarge (EBIT) von rund 10%.

Lindt & Sprüngli Aktien gehören zu den teuersten der Welt

Die Aktien der Chocoladefabriken Lindt & Sprüngli AG werden an der Schweizer Börse gehandelt. Dabei müssen Sie wissen: Die nur 136.000 Namensaktien der Lindt & Sprüngli-Holding gehören zu den teuersten Wertpapieren der Welt. Der aktuelle Kurs liegt bei 86.600 CHF oder knapp 80.000 Euro.

Neben den nur selten gehandelten Namensaktien von Lindt & Sprüngli werden auch sogenannte Partizipationsscheine (PS) gehandelt. Aber auch diese Papiere liegen derzeit bei einem Kurs vom etwa 8.325 CHF und sind somit optisch teuer.

Über die Jahre gesehen haben sowohl Lindt & Sprüngli Namensaktien als auch Partizipationsscheine stetige Kursgewinne verzeichnen können. Hinzu kommt, dass das Unternehmen als sehr solider Dividendenzahler gilt. In den vergangenen 24 Jahren hat man die Dividende stets erhöht.

Aktienkauf nur über Schweizer Börse möglich

Da die Schweizer Börsenregulierung seit dem 1. Juli 2019 nicht mehr mit jener in der Europäischen Union als gleichwertig betrachtet wird, dürfen Aktien von an der Schweizer Börse gelisteten Unternehmen nicht mehr an EU-Börsen gehandelt werden.

Wenn Sie also Aktien oder Partizipationsscheine des Schokoladenkonzerns handeln wollen, müssen Sie diese über Anbieter an der Schweizer Börse oder an anderen Handelsplätzen außerhalb der EU kaufen oder verkaufen.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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