Aktien und Co.: So sorgt die junge Generation richtig fürs Alter vor

Altersarmut wird von der jungen Generation häufig noch unterschätzt, dabei ist private Vorsorge für die Rente wichtiger denn je. (Foto: Syda Productions / Shutterstock.com)

Schon heute reicht die Rente vielen kaum zum Leben. Besonders der jungen Generation droht eine Rentenlücke, da die gesetzliche Rente für sie nicht mehr ausreichen wird. Sie müssen verstärkt auf private Vorsorge setzen, um im Alter ihren Lebensstandard zu halten. Doch welche Vorsorgeprodukte sind die richtigen?

Die gesetzliche Rente ist der wichtigste Pfeiler

Heute ist jeder fünfte Mensch in Deutschland über 65. In rund 30 Jahren wird es jeder Dritte sein. Im Oktober hat die Fondgesellschaft Union Investment den neuen „Vorsorgeatlas Deutschland“ veröffentlicht. Die Ergebnisse sind besonders für die junge Generation erschreckend.

Die gesetzliche Rente ist beim Thema Altersvorsorge immer noch die wichtigste Säule, aktuell erhalten 20,8 Mio. Rentner monatlich im Schnitt rund 1.000 € Rente. Bei vielen reicht die gesetzliche Rente zum Leben heute schon nicht aus, in der Zukunft wird das noch schlimmer.

Es droht eine große Rentenlücke

Um im Alter den Lebensstandard aus der Erwerbstätigkeit sichern zu können, werden laut Experten mindestens 70 bis 80 % des letzten Monats-Nettoeinkommens benötigt. Erwerbstätige, die heute zwischen 50 und 64 Jahre alt sind, werden in der Rente durchschnittlich noch 64,1 % ihres letzten Bruttoeinkommens durch die gesetzliche Rente erhalten.

Wer also heute 3.000 € brutto verdient, erhält im Schnitt eine gesetzlichen Rente von  1.922 € (netto ist der Betrag deutlich geringer, hinzu kommen noch steuerliche Abzüge, Krankenversicherung etc.). Auf diese Zahlen kommen Experten der Fondsgesellschaft Union Invest im „Vorsorgeatlas Deutschland 2017“.

Die Generation, die heute 20 bis 35 Jahre alt ist, wird im Schnitt nur noch 38,6 % erhalten, also deutlich zu wenig. Bei einem Bruttoeinkommen von 3.000 € liegt die gesetzliche Rentenzahlung dann nur bei 1.158 €. Nach Abzügen von Steuern und Krankenversicherung bleibt nicht mehr viel übrig. Im Schnitt werden pro Monat etwa 800 € fehlen. All diese Beträge sind prognostizierte Durchschnittswerte, die sich durch Inflation verändern können.

Private Vorsorge sollte im Fokus stehen

Das Problem ist, dass die junge Generation das Thema Rente zu wenig beachtet, obwohl es so wichtig ist und sie betreffen wird. Dabei lohnt sich die private Altersvorsorge, wie aus dem „Vorsorgeatlas Deutschland“ hervorgeht.

Werden zusätzlich zu den Einkünften aus der gesetzlichen Rente noch Einkünfte aus betrieblicher und privater Vorsorge hinzugerechnet, kann die junge Generation ihre Versorgungslücke schließen.

Immobilien, Aktien und Fonds leisten einen wertvollen Beitrag zur privaten Vorsorge

Wer heute zwischen 20 und 35 Jahre alt ist, sollte das Thema Rente nicht verdrängen und sich überlegen, wie er der Rentenlücke vorbeugen will. Private Vorsorge ist dabei das A und O und die beste Möglichkeit sind Aktien, Aktienfonds und ETFs. EFT-Sparpläne bieten zum Beispiel gute Renditechancen und sind bei langen Laufzeiten verhältnismäßig sicher, da kurzfristige Marktschwankungen kein Grund zur Sorge sein müssen.

Der Vorteil bei dieser Art der Vorsorge ist unter anderem, dass Sparer oft ohne große Verluste an ihr Geld kommen. Bei Festverträgen wie privaten Rentenversicherungen ist das in der Regel nicht der Fall. Zudem werden für diese Art der Geldanlage verhältnismäßig wenig Gebühren eingezogen. Auch eine Immobilie gilt als eine sichere Investition und spart im Alter bei Selbstnutzung Mietzahlungen. Hier müssen jedoch die Kauf-Nebenkosten gründlich abgewogen werden.

Riester-Rente versteuern: So funktioniert‘sDie Riester-Rente im Alter zu versteuern macht sie für viele Sparer unrentabel. Für Niedrigverdiener lohnen andere Produkte mehr. › mehr lesen

Früh anfangen vorzusorgen ist wichtig

Feste Verträge wie die Riester-Rente bieten sich unter Umständen ebenfalls an, zum Beispiel bei kinderreichen Familien. Die hohen Kosten dieser Verträge sollten jedoch berücksichtigt werden.

Wichtig ist der Mix aus verschiedenen Produkten, um auch Verluste abfedern zu können. Gerade im Bereich Fonds gibt es aber auch Produkte mit geringem Risiko, langfristiger Anlagestrategie und garantierten Renditen.

Wer das Thema Altersvorsorge besonders früh angeht, profitiert von der Verzinsung. Selbst wenn in jungen Jahren mit kleinen Beträgen begonnen wird, summieren sich die Einzahlungen über die Zeit und die Zinsen und vor allem Zinseszinsen tun ihr Übriges.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.