Annuitätendarlehen – Definition, Berechnung & Anwendung

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Wie berechnet man eine Annuität? Die Formel einfach aufgeschlüsselt und am Beispiel erklärt. (Foto: Flexmedia - Fotolia)

Annuitätendarlehen – Definition, Berechnung & Anwendung


Alles über das Annuitätendarlehen

Definition: Kredit, der in gleichbleibenden, zeitlich definierten Raten zurückgezahlt wird

Funktionsweise: Bei gleichbleibender Rate sinkt der Zinsanteil, während der Tilgungsanteil der Rückzahlungsrate steigt

Anwendungsgebiete: Private Kredite, Baufinanzierung, Immobilienfinanzierung


Viele Wünsche wie ein Auto oder ein Hauskauf benötigen große Investitionen, die kaum jemand mit bestehenden Vermögenswerten bestreitet. Die Lösung ist in der Regel ein Kredit, in diesem speziellen Fall ein sogenanntes Annuitätendarlehen. Dieses wird in gleichbleibenden, zeitlichen Raten an den Kreditgeber zurückgezahlt. Dieser Artikel erklärt die Besonderheit des Annuitätendarlehens und wie sie berechnet werden können.

Definition: Was ist das Annuitätendarlehen?

Das Annuitätendarlehen ist eine Form eines Kredites. Dabei wird ein festgelegter Geldbetrag vom Kreditgeber an den Kreditnehmer ausgezahlt und über einen ebenfalls festgelegten Zeitrahmen, mit einem überschaubaren Tilgungsplan in Raten zurückgezahlt. Diese Raten unterscheiden sich bei einem Annuitätendarlehen nicht in der Höhe.

Diese Tatsache unterscheidet das Annuitätendarlehen von anderen Kreditmodellen, bei denen die Höhe der Raten nach einem bestimmten Muster variiert. Teilweise werden Annuitätendarlehen auch alsTilgungsdarlehen bezeichnet.

 

Was ist die Annuität?

Unter Annuität wird die jeweiligeRatenzahlung verstanden. Das Wort Annuität basiert auf demlateinischen Wort „annus” (= Jahr). Die Annuität umfasst einen Zins– und einen Tilgungsanteil, die gemeinsam die Rate (Annuität) bilden. Im Laufe der Zeit verändern sich die Anteile von Zins und Tilgung, während die Summe gleichbleibt.

Im Detail sinkt der Anteil der Zinszahlungen und der Anteil der Tilgungsrate steigt an. Das bedeutet, dass ein Darlehensnehmer mit den ersten Raten seiner Kreditrückzahlung nur einen geringen Anteil des Kaufpreises tilgt, während ein im Verhältnis großer Teil der für den Kredit anfallenden Zinsen in dieser Zeit bezahlt wird.

Übersicht zum Annuitätendarlehen

Welche Arten von Annuitätendarlehen gibt es?

Es gibt sehr unterschiedliche Darlehensformen, und auch bei den Annuitätendarlehen gibt es verschiedene Varianten. Unter den Annuitätsdarlehen gibt es Darlehensformen mit variablen und konstanten Annuitäten.

Das eigentliche (oder auch echte) Annuitätendarlehen hat immer konstante Kreditraten. Das variable Annuitätendarlehen hingegen umfasst eine Rate, bei der der Tilgungssatz gleichbleibt, während die Zinsen stetig sinken. Das heißt, dass die Höhe der Einzelraten in diesem Fall sinkt. Man spricht bei dieser Darlehensform von einem Abzahlungsdarlehen.

Was ist die Sollzinsbindung?

Die Sollzinsbindung beschreibt bei einem Annuitätendarlehen den Zeitraum, in dem die Zinszahlungen, sprich der Sollzins, garantiert gleichbleiben und sich nicht entsprechend der Marktentwicklung verändern. Je nachdem, wie hoch die Sollzinsbindung gesetzt wird, fallen die einzelnen Raten niedriger oder höher aus. Grundsätzlich gilt, dass die Rückzahlungsrate niedriger ist, desto kürzer der Kreditgeber an einen bestimmten Zinssatz gebunden ist. Andernfalls berechnet der Kreditgeber aufgrund seines höheren Risikos einen Zinsaufschlag.

Tipp

In Niedrigzinsphasen sollte eine längere Zinsbindungsfrist gewählt werden, während in Hochzinsphasen kürzere Sollzinsbindungen sinnvoller sind.

Anwendungsgebiete eines Annuitätendarlehens

In der Regel finden Annuitätendarlehen heutzutage bei den meisten privaten Krediten sowie bei Krediten zur Immobilien- und Baufinanzierung Anwendung. Bei Ratenkrediten gilt es, einen Kompromiss aus Monatsrate und Laufzeit des Kredites zu finden. Je länger die Laufzeit, desto höher fallen die Zinsen aus. Es ist im Interesse des Kreditnehmers, die Laufzeit nach Möglichkeit zu beschränken.

Bei der Immobilienfinanzierung hingegen wird der Zeitraum bestimmt, in dem der Kreditgeber dem Darlehensnehmer den vereinbarten Zins garantiert. Ebenso wird festgelegt, wie hoch der Anteil der Darlehenssumme ist, den der Kreditnehmer im ersten Jahr zurückzahlt. Hier ist anders als beim Ratenkredit meist keine feste Laufzeit vorgegeben.

Annuitätendarlehen Beispiel: Wie funktioniert ein Annuitätendarlehen?

Im Folgenden soll das Konzept des Annuitätendarlehens an einem Beispiel durchgespielt werden. Herr S. möchte zur Finanzierung eines Hauskaufs einen Kredit von seiner Bank erhalten. Ihm wird dazu ein Annuitätendarlehen angeboten. Unter Berücksichtigung seines Eigenkapitalanteils von 10 % der benötigten Summe beträgt die Kreditsumme 500.000 €.

Beispiel für ein Annuitätendarlehen

Bei einer Tilgungsrate von 2,0 %, sprich dem Anteil, der innerhalb des ersten Jahres zurückgezahlt wird, kommen auf Herrn S. 1.171 € Monatsrate zu. Dies gilt für eine Sollzinsbindung von zehn Jahren. Der gebundene Sollzins liegt bei 0,81 %. Die Gesamtkosten der Finanzierung zum Ende der Sollzinsbindung finden sich in der folgenden Aufstellung:

Finanzierungssumme:500.000 €
Summe aller Raten nach 10 Jahren:140.500 €
Gezahlte Zinsen:36.375 €
Gezahlte Tilgung:104.125 €
Restschuld:359.875 €

Zusätzliche Vertragskonditionen eines Annuitätendarlehens erklärt

In einzelnen Fällen können im Rahmen der Vergabe eines Annuitätendarlehens verschiedene spezielle Vertragskonditionen vereinbart werden. Diese können einzelne Nachteile der klassischen Kreditform reduzieren oder anderweitig interessant sein. Dazu gehören die Sondertilgungen, eine bereitstellungsfreie Zeit und die Vorfälligkeitsentschädigung. Im Folgenden werden diese genauer vorgestellt.

Besondere Vertragskonditionen:

  • Sondertilgungen: Bei einem klassischen Annuitätendarlehen sinkt der Tilgungssatz des Kredites sehr langsam, weil anfangs hohe Zinsanteile fällig werden. Eine Sondertilgung ermöglicht es, dass sich durch eineaußerordentliche Zahlung, die aus Tilgungsanteil besteht, die Restschuld schneller verringert und sich die Zinskosten reduzieren. Sondertilgungen können sich ebenfalls nachteilig auswirken. Erhebt ein Kreditgeber in diesem Fall Zusatzzinsen, können diese sich als Extrakosten deutlich bemerkbar machen.
  • Bereitstellungsfreie Zeit: Gerade bei der Bau- und Immobilienfinanzierung treten häufig Bereitstellungszinsen auf. Das heißt, der Kreditgeber, beispielsweise eine Bank, gibt das geliehene Geld nicht auf einen Schlag frei, sondern es wird über einen längeren Zeitraum verwendet. Die Banken müssen das Geld in diesem Fallabsichern und verlangen dafür Bereitstellungszinsen. Die bereitstellungsfreie Zeit definiert genau die Zeitspanne, in der der Kreditgeber das Geld zinsfrei bereitstellt. Sie liegt in der Regel zwischen sechs und zwölf Monaten, teilweise jedoch bei lediglich 60 Tagen und ist ein wichtiger Faktor für die Entscheidung für oder gegen einen Kredit.
  • Vorfälligkeitsentschädigung: Manchmal kann es sinnvoll sein, vorzeitig aus einem Kreditvertrag auszusteigen, beispielsweise wenn ein größerer Geldbetrag geerbt wird und dadurch die Resttilgung beglichen werden kann. Ein anderer Fall kann sein, dass durch einen Arbeitsplatzwechsel eine finanzierte Immobilie verkauft werden muss. In einem solchen Fall werden oft Vorfälligkeitsentschädigungen fällig, da der Kreditgeber bei einem vorzeitigen Vertragsende auf Zinserträge verzichten muss. In der Regel ist der Kreditnehmer zur Zahlung der Entschädigung verpflichtet. Ausnahmen sind:
    • Bei Fehlern in den Widerrufserklärungen des Kreditgebers verlängert sich die folgenlose Kündigungsfrist von vierzehn Tagen auf ein Jahr.
    • Hat die Bank das Darlehen gekündigt, wird keine Vorfälligkeitsentschädigung für die nicht zurückgezahlte Darlehenssumme fällig.
    • Bei einem variablen Annuitätendarlehen gibt es ein Sonderkündigungsrecht von drei Monaten.
    • Nach § 489 BGB besteht ab zehn Jahren nach vollständiger Kreditauszahlung ein Sonderkündigungsrecht für eine Baufinanzierung.
Achtung

Gerade aufgrund der Bereitstellungszinsen und angesichts von Vorfälligkeitsentschädigungen ist es sinnvoll, bei einem Projekt, das Ausgaben über einen längeren Zeitraum erfordert (beispielsweise ein Hausbau), die Kreditsumme über mehrere Bauphasen zu verteilen. So wird verhindert, dass große Summen von dem Kreditgeber bereitgestellt werden, die erst viel später zum Einsatz kommen.

Wie wird ein Annuitätendarlehen berechnet?

Die Berechnung des jährlichen Annuitätendarlehens ist nicht kompliziert und erfordert keine hohen Rechenkünste. Sie ergibt sich aus der Kreditsumme selbst, dem Zinssatz und der Laufzeit. Denn die Höhe der Annuität variiert in Abhängigkeit davon, wie hoch der Kredit und der Zinssatz sind und wie lang der Kredit laufen soll.

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Wie man das Annuitätendarlehen berechnet

Mit einer Formel zur Berechnung des Annuitätendarlehens

Die Formel zur Berechnung der Annuität wirkt recht kompliziert, ist allerdings sehr einfach in Zahlen umzusetzen und auszurechnen. Die Formel setzt sich wie folgt zusammen:

Formel  

Berechnung einer Annuität

?
Die Annuität leitet sich aus dem Lateinischen „anno“ (Jahr) ab und definiert sich als gleichbleibender Betrag, der für die Begleichung einer Restschuld zu zahlen ist.
$$\bo\text"Annuität"=\text"KS"*(\text"(1+ZS)"^\text"Laufzeit"*(\text"(ZS)"/ (\text"(1+ZS)"^\text"Laufzeit"-\text"1")) $$
Ergebnis berechnen

Setzt man konkrete Zahlen ein, so entschlüsselt sich die Formel schnell. Bei einer Kreditsumme von 200.000 € und einem Zinssatz von 2 % über zehn Jahre Laufzeit ergibt sich Schritt für Schritt folgende Rechnung:

Rechenschritt 1:

Annuität = 200.000 * [ ( [ (1,02)^10] * 0,02) / ( [ (1,02)^10 ] – 1 ) ]

Rechenschritt 2:

Annuität = 200.000 * ( [ (1,219) * 0,02 ] / [ (1,219) – 1 ] )

Rechenschritt 3:

Annuität = 200.000 * [ (0,0244) / (0,219) ]

Rechenschritt 4:

Annuität = 200.000 * 0,1113

Rechenschritt 5:

Annuität = 22.265,31 €

Zwischenfazit zur Berechnung des Annuitätendarlehens

Die Formel lässt sie sich anschaulich auf die drei Faktoren Kreditsumme, Zinssatz und Laufzeit herunterbrechen, die zentrale Komponenten des Annuitätendarlehens sind. Im oben genannten Beispiel entspricht die jährlich fällige Summe der Raten 22.265,31 €, also 1.855,44 € monatlich.

Dieses hier verwendete Beispiel sollte einen Grundüberblick bilden, im Einzelfall sollte allerdings auf einen der vielen Online-Annuitätenrechner zur Annuitäten-Berechnung zurückgegriffen werden. Auf diese Weise kann sichergestellt werden, dass bereits vor der eigentlichen Planung bei einer Bank keine Rechenfehler und falschen Erwartungen entstehen.

Vor- & Nachteile des Annuitätendarlehens

Aufgrund der gleichbleibenden Raten des Annuitätendarlehens ist es insbesondere für Darlehensnehmer interessant und attraktiv. Der Kreditgeber stellt eine höhere Summe zur Verfügung, die in absehbarer Zeit in absehbaren, gleichbleibenden Raten abbezahlt werden. Lediglich in Abhängigkeit von Laufzeit und Zinshöhe muss der Kreditnehmer überlegen, welche Rate für ihn die optimale Höhe ist. Im Folgenden sollen die Vor- und Nachteile des Annuitätendarlehens genauer betrachtet werden.

Pro und Contra von Annuitätendarlehen

Vorteile des Annuitätendarlehens:

  • Das Risiko ist für Kreditgeber und Kreditnehmer gut einzuschätzen. Es existiert ein klarer Tilgungsplan und im Vergleich zu einem typischen Bankkredit steigt der Tilgungsanteil stetig an.
  • Durch die schrittweise Reduzierung der Tilgungsschuld reduziert sich die Gesamtschuld stetig. Am Ende des vereinbarten Zeitrahmens sind alle Schulden beglichen.
  • Es gibt verschiedene Sonderregelungen (z. B. die Sondertilgungen), die das Annuitätendarlehen attraktiver machen können.

Nachteile des Annuitätendarlehens:

  • Ohne Sonderregelungen ist das Annuitätendarlehen sehr unflexibel. Vertragsänderungen sind nicht möglich und bei vorzeitiger Beendigung des Vertrages (auch bei gleichzeitiger vollständiger Tilgung) werden Strafgebühren fällig.
  • Nach Ende der Zinsbindung besteht das Risiko einer Zinsänderung, wodurch sich die Laufzeit oder die Höhe der Raten erhöht.

Was muss bei der Anschlussfinanzierung beachtet werden?

Man spricht in diesem Fall von einer Anschlussfinanzierung: Nach Ablauf der festgelegten Zeit der Zinsbindungsfrist sind in der Regel noch nicht alle Schulden getilgt. Stattdessen kann der Kreditgeber zu diesem Zeitpunkt erstmals den Zinssatz an die jeweiligen Marktbedingungen anpassen. Der Kreditnehmer kann in diesem Zusammenhang Pech oder Glück haben. Hat sich die Zinssituation seit Abschluss des Annuitätendarlehens verbessert, profitiert er von günstigeren Zinsen. Hat sie sich allerdings verschlechtert, kommen weitere Kosten auf den Kreditnehmer zu.

Es ist wichtig, sich bereits zu Beginn des Vertragsabschlusses genau zu überlegen, wie lang die Zinsbindung sein soll und wie die aktuelle Zinssituation aussieht. Ist zu erwarten, dass die Zinsen steigen werden, sollte eine lange Zinsbindung gewählt werden, inklusive höherer Einzelraten. Ist jedoch zu erwarten, dass die Zinsen sinken werden, sollte man eine kurze Zinsbindung wählen. Damit kann von niedrigeren Raten und nach Ablauf der Zinsbindung von Vergünstigungen durch einen verringerten Zinssatz profitiert werden.

Für wen rentiert sich ein Annuitätendarlehen?

Im Grunde ist das Annuitätendarlehen ein geeignetes Kreditkonzept für alle, die bereits zu Beginn ihres Kreditvertrags inklusive einem überschaubaren Tilgungsplan vollständig über alle Verpflichtungen und Eventualitäten aufgeklärt sein möchten, um abschätzen zu können, wann sie wie viel Geld an den Kreditgeber zurückzahlen müssen. Somit ist das Annuitätendarlehen auf jeden Fall eine gute Wahl für alle, die Planungssicherheit bevorzugen.

Kreditnehmer, die jederzeit Herr ihres Kreditvertrags sein und gegebenenfalls Änderungen und Anpassungen vornehmen möchten, für die eignet sich das Annuitätendarlehen nur bedingt. Ihnen stehen einige Sonderkonditionen wie die Sondertilgung zur Verfügung, um zumindest einige spontane Veränderungen der Lebenssituation aufzufangen. Ansonsten sind sie an die anfangs vereinbarten Konditionen gebunden.

Worauf bei einem Annuitätendarlehen geachtet werden muss

Es folgen ein paar Hinweise, mit deren Hilfe der Abschluss eines günstigen Annuitätendarlehens bestmöglich gelingen kann. Insgesamt kommt es darauf an, dass bereits zu Beginn die richtigen Stellschrauben gedreht werden, damit nach mehreren Jahren nicht das böse Erwachen folgt.

Vergleich von ausreichend Angeboten:Die Auswahl an Kreditgebern ist groß. Sie reicht von renommierten Banken bis hinab zu Privatgläubigern. Daher ist es wichtig, viel Zeit darauf zu verwenden, den richtigen Anbieter zu finden und gerade den Effektivzins zu vergleichen. Der Effektivzins ist eine Art Bruttozins, der aussagt, wie teuer ein Kredit tatsächlich ist.
Wahl der passenden Zinsbindungsfrist:Die Zinsbindung ist einer der Dreh- und Angelpunkte des Annuitätendarlehens. Ist sie falsch gewählt, kann dies hohe Zusatzkosten verursachen. Es ist daher wichtig, ihn vorausschauend und weise mit Blick auf die Zukunft zu bestimmen.
Wahl der optimalen Anfangstilgung:Bei fast jedem Kredit bringt der Kreditnehmer Eigenkapital mit in den Kreditvertrag. Dieses sollte möglichst hoch sein, denn dann wird entsprechend die Gesamtlaufzeit des Vertrags verkürzt. Es ist somit wichtig, vor Abschluss des Kreditvertrages ausreichend Kapital anzusparen.
Abwägen von Sonderoptionen:Ein Annuitätendarlehen ist sehr unflexibel. Alle möglichen Änderungen müssen vor Vertragsabschluss definiert werden. Soll es beispielsweise möglich sein, den Vertrag bei Arbeitslosigkeit oder bei einer plötzlichen Erbschaft zu beenden, so ist es wichtig, entsprechende Möglichkeiten bei der Kreditvergabe vertraglich festzuhalten.
Wahl der passenden Kreditrate:Kreditnehmer sollten schon zu Vertragsbeginn nicht außer Acht lassen, dass plötzliche Ereignisse die finanziellen Mittel zusätzlich belasten können. Kinderwunsch, die Anschaffung eines neuen Autos, Krankheiten und viele weitere Aspekte können die Erfüllung der monatlichen Kreditraten gefährden. Es ist daher wichtig, die Rückzahlungsrate entsprechend vorausschauend zu wählen.
Ein gründlicher Blick auf den Vertrag lohnt sich:Gerade bei den Kreditnehmernebenkosten verbirgt sich großes Sparpotenzial, wenn die Einzelheiten des Vertrages gründlich geprüft werden. Es ist entsprechend wichtig, das Dokument mit dem Sachbearbeiter durchzugehen.

Fazit zum Annuitätendarlehen

Zusammengefasst stellt das Annuitätendarlehen ein attraktives Kreditmodell dar – es bietet nicht nur für Kreditnehmer günstige Konditionen, sondern ist auch für Kreditgeber interessant. Beide Seiten profitieren von der guten Planbarkeit des Annuitätendarlehens, bei dem die einzelnen Raten immer gleichbleiben.

Dabei ändert sich lediglich das Verhältnis von Zinsen zu Tilgung über die Zeit. Mit zunehmender Tilgung reduziert sich der Anteil Zinsen an der Rate mehr und mehr, bis der Zinssatz nach Ablauf der Zinsbindung neu festgelegt wird.

Zudem ist die Berechnung sehr einfach. Die drei Faktoren Kreditsumme, Zinssatz und Laufzeit werden in die Formel zur Berechnung des jährlichen Annuitätendarlehens eingesetzt und ergeben die Gesamtsumme der Raten, die innerhalb eines Jahres fällig werden. In jedem Fall kann zur Vereinfachung dieser Online-Annuitätenrechner eingesetzt werden.

Nach Abwägung der verschiedenen Vor- und Nachteile des beschriebenen Darlehens bleibt festzuhalten, dass es sich insbesondere für jene Kreditnehmer eignet, die bei ihrem Kredit eine höhere Planungssicherheit wünschen, bei in Kauf genommenen Einbußen in der Flexibilität. In einem solchen Fall ist das Annuitätendarlehen mit großer Wahrscheinlichkeit eine der besten Optionen.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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