Coinbase Aktie: Die größte Krypto-Börse geht auf das Parkett

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Mit Coinbase kommt das erste reine Krypto-Unternehmen an die Börse - die Erwartungen sind entsprechend hoch. (Foto: MaximP / shutterstock.com)

Der Markt für Kryptowährungen ist zuletzt regelrecht explodiert. Inzwischen werden mehr als 8.000 verschiedene Kryptowährungen an diversen Krypto-Börsen gehandelt. Die Marktkapitalisierung aller Kryptowährungen hat derweil mit über 1,0 Billionen US-Dollar einen neuen Meilenstein erreicht.

Nach dem Bitcoin & Co jüngst neue Rekordkurse markiert haben, will die weltweit führende Krypto-Börse Coinbase das positive Marktumfeld für einen Börsengang nutzen.

Coinbase plant Direct Listing – Was bedeutet das?

Als Börsensegment soll sich Coinbase bereits für die Technologie-Börse Nasdaq entschieden haben, an der die Aktie dann gehandelt werden soll. Allerdings hat sich Coinbase ähnlich wie Slack und Palantir für ein sogenanntes Direct Listing entschieden.

Das bedeutet, dass zunächst keine neuen Aktien ausgegeben werden. Interessierte Anleger können die Coinbase Aktie also zunächst nicht zeichnen. Vielmehr werden die rund 254 Mio. ausstehenden Anteile von Altaktionären und bestehenden Investoren handelbar.

Das bedeutet, dass Coinbase durch den Börsengang zunächst auch kein frisches Kapital zufließen wird. Im vorbörslichen Handel wurde die Coinbase Aktie bereits bei 200 bis 300 US-$ gehandelt. Damit würde Coinbase mit 50 bis 80 Mrd. US-Dollar bewertet werden.

Coinbase Börsengang: Was steckt hinter dem Unternehmen?

Coinbase mit Sitz in San Francisco ist derzeit nach Kundenzahlen die größte Krypto-Börse weltweit. Die im Jahre 2012 von Brian Armstrong gegründet Coinbase verwaltet inzwischen mehr als 90 Mrd. US-$ an Einlagen von mehr als 43 Mio. Kunden. Bislang konnte Coinbase über mehrere Finanzierungsrunden hinweg mehr als 500 Mio. Dollar einsammeln.

Große institutionelle Kunden wie MicroStrategy und Ruffer Investment wickeln ihre Bitcoin-Käufe z.B. über Coinbase ab. Daneben bietet Coinbase aber auch Krypto-Services für Privatkunden an, die über Coinbase verschiedene Kryptowährungen kaufen, verwahren und verkaufen können. Institutionelle Anleger können die Handelsplattform Coinbase Pro nutzen.

Die Haupteinnahmequelle von Coinbase sind Krypto-Handelsgebühren, die sich je nach Zahlungsmethode zwischen 1,5 und 4,0% summieren. Coinbase ist inzwischen in über 100 Ländern weltweit vertreten und versucht durch eine geografische Expansion weiter zu wachsen. Gleichzeitig erweitert Coinbase sein Angebot an Kryptowährungen stetig, so dass Kunden mehr und mehr Kryptowährungen über die Plattform handeln können.

Über den Kapitalarm Coinbase Ventures investiert das Unternehmen zudem in junge Krypto-Unternehmen, um die Entwicklung offener Finanzsysteme zu fördern.

Coinbase in Zahlen

Coinbase hat in den letzten 5 Jahren seine Umsätze signifikant steigern können. Nach Analystenschätzungen dürfte Coinbase im Jahr 2018 über 500 Mio. Dollar umgesetzt und einen Gewinn von über 160 Mio. Dollar erwirtschaftet haben. Im Jahr 2019 soll Coinbase bereits über 900 Mio. Dollar an Einnahmen erwirtschaftet haben.

Im Jahr 2020 dürfte der Coinbase-Umsatz nach Messari-Schätzungen die Marke von 1,6 Mrd. US-Dollar erreicht haben. Insgesamt hat Coinbase seit Bestehen Transaktionsgebühren im Wert von 2 Mrd. US-$ generiert. In den letzten 3 Jahren (2017, 2018 und 2019) war Coinbase nach Aussagen von Coinbase-Chef Brian Armstrong profitabel.

Coinbase erweitert Angebot

In den letzten Jahren und Monaten hat Coinbase sein Angebot stetig ausgebaut. Im Herbst 2019 übernahm man das Custody-Geschäft von Xapo für 55 Mio. US-Dollar, um institutionellen Anlegern einen besseren Service bieten zu können.

Außerdem ist seit 2019 auch die Coinbase Card von Visa in mehreren Ländern verfügbar, womit Coinbase auch im Zahlungsgeschäft Fuß fasst. Mit dieser Krypto-Debitkarte können Coinbase-Kunden im Handel mit Kryptowährungen bezahlen können, während das Geschäft Fiatgeld (Euro, US-Dollar) erhält.

Fazit: Mit Coinbase kommt eine neue Fintech-Generation an die Börse

Mit der Coinbase Aktie kommt eine neue Generation von Fintech-Unternehmen an die Börse, die sein Geld hauptsächlich mit Services rund um Kryptowährungen verdient.

Die Wachstumserwartungen an Coinbase sind sehr hoch. Darum wird das Unternehmen vorbörslich bereits mit 50 bis 80 Mrd. US-$ bewertet. Sollten sich die Bewertungen bewahrheiten, dürfte es für Anleger schwierig werden, eine überdurchschnittliche Rendite mit der Aktie in diesem Jahr zu erzielen.

Langfristig dürfte der Erfolg von Coinbase davon abhängen, ob es dem Unternehmen gelingt, im Zahlungsmarkt stärker Fuß zu fassen. Wenn Krypto-Anleger ihre digitalen Assets stärker auch zum Bezahlen verwenden, könnte Coinbase einen weitaus größeren Markt adressieren.

In diesem Geschäft ist allerdings auch die Konkurrenz schon groß. Mit PayPal und Square tummeln sich bereits Fintech-Firmen, die im Krypto-Zahlungsmarkt zuletzt ebenfalls Fuß gefasst haben.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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