Depotübertragung als Steuerfalle: Auf was Sie achten müssen

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Die Depotübertragung kann teuer werden - um nicht ins Messer zu rennen, bieten wir Ihnen hilfreiche Tipps. (Foto: 88studio)

Es gibt verschiedene Gründe, die für einen Inhaber eines Depots einen Depotübertrag begründen. Dazu gehören eine Unzufriedenheit des Anlegers mit seinem Depotanbieter und der daraus resultierende Wechsel zu einem anderem Depotanbieter. Wechselnde Prämienangebote für Depotübertragungen und höhere Tagesgeldzinsen können bei der Niedrigzinspolitik hierzulande den einen oder anderen Euro mehr an Zinsen einbringen.

Eine Übertragung des Depots aus einer Erbschaft überträgt das Depot auf einen Erben. Ebenso wie bei einer Schenkung, bei der das komplette Depot oder einen Teil dieses Depots übertragen wird.

Für die Übertragung des Depots gibt es verschiedene Möglichkeiten, die beachtet werden sollten, damit keine unnötigen Steuern gezahlt werden müssen. Wir stellen Ihnen die Möglichkeiten der Depotübertragung vor. Unterscheiden lassen sich die Übertragung des Depots mit Gläubigerwechsel und der Depotübertrag ohne Gläubigerwechsel.

Depotübertrag mit Gläubigerübertragung (mit Gläubigerwechsel)

Wird das Depot von einem auf einen anderen Gläubiger übertragen, kann dies im Rahmen von Erbschaften, Schenkungen oder an den Ehepartner geschehen.

Übertragung durch eine Erbschaft/Schenkung/ Ehepartner

Bei einer Erbschaft werden die Daten des Depots, die für die Anschaffung der enthaltenden Papiere nötig sind, auf den Erben übertragen. Steuerliche Abzüge sind seitens der Bank nicht zu befürchten, da eine Abgeltungssteuer aus Erbschaften hier nicht anfällt. Bei Schenkungen werden ebenfalls keine Abgeltungssteuern fällig. Es wird lediglich durch die depotführende Bank eine Meldung an das Finanzamt getätigt. Bei einer Übertragung an einen Ehepartner wird ebenfalls keine Abgeltungssteuer fällig. Auch hier wird die Übertragung gemeldet.

Vorsicht bei Übertragung an Dritte

Bei der Übertragung an Dritte ist dagegen Vorsicht geboten, da die Übertragung des Depots hier seitens des Finanzamtes als eine Veräußerung behandelt werden kann. Da in diesem Fall durch die Bank oder dem Broker ein Abzug der Abgeltungssteuer vorgenommen werden kann, sollte man sich im Vorfeld beraten lassen.

Depotübertrag ohne Gläubigerübertragung (ohne Gläubigerwechsel)

Wenn der bisherige Depotinhaber auch der zukünftige Inhaber des Depots bleibt, handelt es sich nicht um einen Gläubigerwechsel. In diesem Fall werden nur die Daten des Depotinhaber an den Depotanbieter übermittelt. Bei einer späteren Veräußerung dieses Depots, dienen diese Daten als Grundlage der Besteuerung.

Was sollten Sie bei der Übertragung eines Depots beachten?

Ein Depot zu übertragen ist einfach. Hierfür muss lediglich ein Depotübertragungsformular beim neuen und bisherigen Depotanbieter eingereicht werden. Der Broker oder die Bank kümmert sich dann eigenverantwortlich um weitereSchritte.

Diese Übertragung ist innerhalb Deutschlands kostenlos. Grundlage ist ein entsprechendes Urteil des Bundesgerichtshofes Az. XI ZR 200/03 und Az. XI ZR 49/04 des BGH. Eine Übertragung aus einem ausländischen Depot in das deutsche Depot, sind meistens mit Kosten verbunden.

Eine Übertragung des Depots wird in der Regel innerhalb weniger Wochen durchgeführt. Längere Wartezeiten fallen bei der Übertragung eines ausländischen Depots an.

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Eine steuerliche Belastung findet meist nur bei Veräußerungen des Depots an Dritte statt, nicht aber bei Erbschaften, Schenkungen oder Übertragungen an Ehepartner.

Ob das komplette Depot übertragen wird oder nur ein Teil ist jedem selbst überlassen. Eine Entscheidung darüber sollte unter der Berücksichtigung der Kosten getroffen werden. Wenn das bisherige Depot gehalten werden soll, macht dies meist nur Sinn, wenn dieses günstig in der Unterhaltung ist. Prämienaktionen können meist nur in Anspruch genommen werden, wenn das bisherigen Depot komplett geschlossen wird. Weitere Informationen erhalten Sie unter den Teilnahmebedingungen des neuen Depotanbieters.

Der Wechsel zu einem neuen Depotanbieter sollte gut abgewogen werden. Den passenden Broker zu finden ist dank des Internets relativ einfach. Zahlreiche Brokervergleiche helfen und stellen Vergleichsrechnungen für die Kosten der Depotführung, das Kaufen und Verkaufen von Aktien und Fonds auf.


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Von: Janne Joerg Kipp. Über den Autor

Janne Joerg Kipp ist der Experte für Wirtschaft und Geldanlage.