Die Steuerklassen in Deutschland – ein Überblick

Die 6 Steuerklassen in Deutschland richten sich vor allem nach dem Familienstand. Ehepartner haben dabei die Wahl zwischen zwei Szenarien. (Foto: RomanR / Shutterstock.com)

In Deutschland zahlt jeder, der arbeitet, auch Steuern. Die Höhe der Lohnsteuer hängt dabei von der Steuerklasse ab, die in der Regel das Finanzamt dem Arbeitnehmer zuweist.

Denn anhand dieser Einteilung in die 6 Steuerklassen (bzw. Lohnsteuerklassen) berechnet der Arbeitgeber die Lohnsteuer, die dann direkt einbehalten und an das Finanzamt abgeführt wird.

Für geringfügig Beschäftigte (bis 450 € Lohn) hingegen zahlt der Arbeitgeber eine pauschale Lohnsteuer an die Bundesknappschaft Minijob-Zentrale. Interessant wird es, wenn Sie die Lohnsteuerklasse wechseln müssen oder möchten – und wann letzteres überhaupt sinnvoll ist.

Die einzelnen Steuerklassen in Deutschland

Entscheidend für die Steuerklasse ist vor allem der Familienstand. Allerdings wirkt es sich auch auf die Steuerklasse aus, wenn Sie mehrere Jobs haben.

Zu Steuerklasse I gehören zunächst alle Alleinstehenden, die die Voraussetzungen anderer Steuerklassen nicht erfüllen. Dazu zählen Ledige, Geschiedene, getrennt lebende Ehepartner und Verwitwete.

Alleinerziehende, die einen Entlastungsbetrag vom Staat bekommen, zählen dagegen zur Steuerklasse II. In Steuerklasse III sind wiederum die (besserverdienenden) Ehegatten gelistet,  deren Partner entweder in der Steuerklasse V oder nicht erwerbstätig sind.

Auch Verwitweten wird bis zum Ende des Sterbejahres und dem darauf folgenden Jahr eine geringere Belastung ermöglicht, indem sie in dieser Zeit beantragen können, in Steuerklasse III zu wechseln.

Ungefähr gleichverdienende Ehepartner sollten in Klasse IV, geringverdienende Partner in Klasse V gelistet sein. Steuerklasse VI greift in den Fällen, in denen ein zweites gleichzeitiges Arbeitsverhältnis besteht. Werden keine Auskünfte darüber erteilt, wird man automatisch in Steuerklasse 6 eingestuft.

Sonderfall Ehepaar: Sie haben die Wahl

Eine Besonderheit gilt von vornherein für Ehegatten, denn diese können zwischen einzelnen Steuerklassen wählen. Entweder wählen beide Steuerklasse IV oder eine Kombination aus den Klassen III und V. Das entscheidende Kriterium ist dabei das Gehalt.

Verdient ein Ehegatte deutlich mehr (ab ca. 60% des gesamten Einkommens), sollte er sich für Steuerklasse III und der Partner für Steuerklasse V entscheiden, also den Wechsel in die jeweiligen Klassen beantragen.  Da der steuerfreie monatliche Arbeitslohn in Klasse III deutlich höher als in Klasse V bemessen ist, wird so insgesamt die Steuerlast des Ehepaares gesenkt.

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Verdient beispielsweise ein Partner monatlich 4.000 € brutto, der andere dagegen nur 2.400 € brutto, so ist die Kombination III/V sinnvoll. Denn in diesem Fall muss der Partner mit dem höheren Einkommen, und damit auch das Paar, weniger Steuern zahlen. Verdienen dagegen beide 2.000 – 3.000 € brutto, so können sie auch beide Klasse IV beantragen.

Außerdem gibt es seit 2010 das sogenannte „Faktorverfahren“. Dadurch sollen die Lohnsteuerabgaben der Ehepaare gerechter verteilt werden, wenn ein Partner wesentlich mehr oder weniger verdient als der andere. Verdienen die Partner jedoch etwa gleich viel, ist für beide Steuerklasse IV empfehlenswert.

Von I nach II oder IV nach III: Der Wechsel innerhalb der Steuerklassen

Ändern sich die Familienverhältnisse, ändert sich auch die Steuerklasse. Dies ist zum Beispiel bei Hochzeit, Trennung, Scheidung oder dem Tod des Ehepartners der Fall. Ebenso wechseln Sie von Steuerklasse I nach II, wenn Sie als Alleinstehende ein Kind bekommen. Sind Sie verheiratet, kann sich jedoch zwischenzeitlich ein Wechsel von IV/IV nach III/V lohnen.

Dies ist dann der Fall, wenn sich ein Kind ankündigt. Da sich das Elterngeld nach dem Nettoverdienst in den letzten 12 Monaten vor der Geburt richtet, ist in dieser Zeit ein hoher Nettoverdienst von Vorteil. Denn es gilt: Je höher der Nettoverdienst, desto höher auch das Elterngeld.

Insofern ist Steuerklasse III für die werdende Mutter am sinnvollsten, obwohl beispielsweise vorher beide Ehepartner in Steuerklasse IV waren. Parallel dazu muss der Ehegatte allerdings in Klasse V wechseln, wodurch sich die Steuerlast an sich erhöht. Am besten sollten Ehepaare sich vor einem Wechsel gründlich informieren.


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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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