Silberbarren als Zahlungsmittel: Besonders stark in Krisenzeiten

Silberbarren waren als Zahlungsmittel schon vor 5.000 vor Christus sehr beliebt – nun erleben sie in Krisenzeiten einen neuen Aufschwung. (Foto: Joe Belanger / Shutterstock.com)

Vor allem vor Einführung von Gold- und Silbermünzen als Zahlungsmittel waren Silberbarren als Zahlungsmittel sehr begehrt.

Sie sind auf der ganzen Welt handelbar und gelten daher auch heute noch – wie auch bereits 5.000 vor Christus – als sichere Wertanlage.

Silberbarren: Verschiedene Varianten

Silberbarren gibt es in verschiedenen Größen, wie 100, 250 und 500 Gramm sowie 1, 5 und 15 Kilogramm. Standardbarren in Silber sind mit einem Gewicht von 1.000 Unzen bzw. 31,103 Kilogramm sind erhältlich.

Im Gegensatz zu Silbermünzen sehen Silberbarren allerdings relativ unspektakulär aus, da sie im Normalfall keine Prägung enthalten.

Eine Ausnahme davon bilden sogenannte Münzstangen, die seit 2011 erhältlich sind. Sie sind als Stab geformt und beinhalten Wert- und Gewichtsprägungen an beiden Enden.

Außerdem gibt es bereits seit längerer Zeit Münzbarren, welche eine Münzwertprägung und einen münztypischen Rand aufweisen.

Sowohl Münzstangen als auch Münzbarren gelten offiziell als Münzen und werden wie Silbermünzen mit 7% statt wie normale Münzbarren mit 19% besteuert.

Die Herstellung von Silberbarren

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Silberbarren herzustellen. Silberbarren mit einem Gewicht von 5 bis 100 Gramm werden zumeist geprägt, Silberbarren anderer Gewichtsklassen gegossen. Allerdings variiert dies je nach Hersteller.

Dabei gelten gegossene Silberbarren als qualitativ hochwertiger. Die Reinheit der Silberbarren muss 99,9% betragen. Im Gegensatz dazu müssen Goldbarren weniger rein sein, um als solche zu gelten: In diesem Fall gilt der Feingehalt von 99,5% als Richtlinie.

Bei Silbermünzen genügt wiederum ein Silberanteil von 92,5% aus, die restlichen 7,5% bestehen meistens aus Kupfer oder anderen Metallen.

Silberbarren werden mit der Angabe des Herstellers, des Gewichts und des Silberfeingehalts gekennzeichnet.

Silberbarren: Zahlungsmittel und Geldanlage

Im Gegensatz zu anderen Kapitalanlagen lässt sich mit Silberbarren keine Rendite erwirtschaften. Stattdessen kann man Gewinn erzielen, indem man die Barren zu einem höheren Ankaufs- als Verkaufspreis wieder verkauft.

Silberbarren kann man bei verschiedenen Banken oder im Internet erwerben. Bei dem Ankauf von Goldbarren lohnt es sich, Silberbarrenhersteller anhand der London Bullion Market Association (LBMA) auszuwählen.

Diese koordiniert den außerbörslichen Handel von Gold- und Silberbarren und führt verschiedenen Auflistungen (engl. „good delivery lists“).

Darauf werden die Hersteller aufgelistet, deren Produkte die Standards (Gewicht, Feingehalt, Lagerung, Herstellungsjahr Seriennummer und Prüfsiegel) erfüllen und daher international bankhandelsfähig sind.

Sind die Barren bankhandelsfähig, lassen sie  sich auch an Banken zurückverkaufen. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Barren an Privatankäufer zu verkaufen.

Vor allem Silberbarren in niedrigeren Gewichtsklassen lassen sich auch als Zahlungsmittel einsetzen, sind aber vor allem eine gute Geldanlage in Krisenzeiten.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.