Swap ETF: Ein spezielles Produkt im Detail

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Naben klassischen ETFs existieren inzwischen auch sogenannte Swap-ETFs. Diese können rentabler sein, bergen aber auch ein höheres Risiko. (Foto: zhaoliang70 / Shutterstock.com)

Bereits seit 2008 existieren sogenannte Swap-ETFs.

Bislang gibt es aber nur eine Handvoll Anbieter, die solche synthetisch konstruierten Anlagen vertreiben.

Was genau ist ein ETF?

Ein Exchange Traded Funds, kurz ETF, ist ein börsengehandelter Indexfonds. Dahinter steht allerdings kein aktives Management, welches sich um eine gute Performance kümmert.

Stattdessen bilden diese Fonds passiv einen Index ab, den der Anleger dann handeln kann. Hierzu nutzen ETF-Anbieter zwei verschiedene Verfahren.

Die klassische Methode der ETF Bildung

Die erste Möglichkeit ist die komplette physische Nachbildung des Index.

Am Beispiel eines DAX-ETFs würde dies bedeuten, dass ein Anbieter sämtliche im DAX befindliche Aktien im gleichen Anteil zueinander erwerben müsste, um die Kursbewegung des DAX 1:1 abbilden zu können.

Diese Vorgehensweise wird auch als Direktabbildung bezeichnet.

Die Direktabbildung des Index kann allerdings mit hohen Kosten und hohem Verwaltungsaufwand verbunden sein – der MSCI World Index beinhaltet zum Beispiel ca. 1700 Aktientitel.

Es fallen Dividendenzahlungen an, Gewichtungen verschieben sich oder neue Werte werden in den Index auf- und andere Werte aus dem Index herausgenommen.

Mehr zum Thema: Investieren in Indizes: Indexfonds

Die synthetische Nachbildung mit Hilfe von Swaps

Bei dieser Nachbildung kaufen ETF-Anbieter verschiedenste Aktien und bilden damit einen Aktienkorb. Nun schließen sie mit anderen Finanzinstituten Tauschgeschäfte, sogenannte Swaps, ab.

Das bedeutet, sie kaufen bei anderen Instituten die dortige Indexperformance und tauschen diese gegen die Performance des eigenen Aktienkorbs anteilig ein.

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Bei einem ETF darf maximal 10% des Gesamtvermögens aus solchen Swap-Geschäften bestehen.

Swap-ETFs – Gründe für ihre Existenz

Durch die breite Anlegermasse ist auch die Nachfrage nach exotischeren Investitionsmöglichkeiten gestiegen.

Anleger wollen unter Umständen nicht nur in deutsche Werte, sondern auch in Indizes aus Entwicklungsländern, Rohstoffindizes oder verschiedene Devisenkombinationen spekulieren.

Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, wurden Swap-ETFs entwickelt.

Mehr zum Thema: Die steuerliche Behandlung von Swap-ETFs

Neu ist auch die Möglichkeit, unmittelbar in fallende Aktienkurse zu investieren.

Vorher war dies nur über riskante Optionen oder Hebelzertifikate möglich. Nun können auch Kleinanleger von schlechten Börsenphasen profitieren oder ein sehr aktienlastiges Depot absichern.

Welche Risiken verbergen sich hinter Swap-ETFs?

Die Swap-Variante ist für den Anleger etwas rentabler, dafür allerdings auch risikoreicher.

Bei der Direktabbildung ist das gesamte Kapital als Sondervermögen investiert. Es existiert kein Emittenten-Risiko.

Bei Swap-Konstruktion besteht die Gefahr, dass der Swap-Partner seine Zusagen nicht einhalten, also die aus dem Swap-Geschäft versprochene Performance nicht liefern kann.

Dieses Risiko ist jedoch überschaubar, da der Gegenwert des Swaps nicht mehr als 10% des Fondsvermögens betragen darf.

Der ETF-Anbieter muss also laufend die Erträge aus dem Swap realisieren und dann neue Kontrakte abschließen. Auf diese Weise ist das Ausfallrisiko bei den meisten Produkten recht gering.


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Von: Christian Klein. Über den Autor

Christian Klein hat durch eine Ausbildung in der Finanzbranche und ein anschließendes Studium mit Schwerpunkt BWL weitreichende Erfahrungen im Wertpapierhandel sammeln können. Aus persönlichem Interesse setzt er sich weiterhin mit Finanzpolitischen Themen sowie detaillierten Analysen auseinander. Als privater Anleger mit mehr als zehn Jahren Erfahrung befasst er sich mit technischer Analyse und deren Zusammenhang im täglichen Marktgeschehen.