Warum Japans Banken auf die Kryptowährung Ripple setzen

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Immer mehr Banken setzen auf Ripple. Die gleichnamige Kryptowährung explodiert. (Foto: Vincent Tang - Fotolia)

In der Krypto-Welt ist vor allem der Name Bitcoin bekannt. Doch immer mehr Geld fließt inzwischen auch in die bislang eher wenig bekannte Kryptowährung Ripple (Währungskürzel: XRP), dessen Marktkapitalisierung jüngst die Marke von 100 Mrd. US-$ überstiegen hat.

Kurzzeitig zog Ripple sogar an der bislang zweitgrößten Kryptowährung Ethereum vorbei, nachdem bekannt wurde, dass auch Japans führende Banken den Ripple im großen Stil testen wollen. Mit einem Kursanstieg von über 36.000 % zählte Ripple bereits in 2017 zu den erfolgreichsten Kryptowährungen (Quelle: Atlas).

Was ist Ripple?

Ripple wird gern als „Banken-Coin“ bezeichnet, da die in San Francisco ansässige Firma Ripple Labs speziell Blockchain-Lösungen für Banken anbietet. Ripple Labs betreibt das RippleNet und gibt auch zugleich die zugehörige Kryptowährung Ripple (XRP) aus. Ripple fungiert dabei als eine Art Brückenwährung, die sowohl gegen andere Kryptowährungen als auch gegen FIAT-Geld (Euro, US-$) getauscht werden kann.

Aktuell sind mehr als 38,7 Milliarden Ripple im Umlauf, am Ende werden es rund 100 Milliarden Ripple sein. Ripple werden im Gegensatz zum Bitcoin nicht „gemint“, stattdessen wurden 100 % der Ripple durch „Premining“ von Ripple erschaffen.

Dieser Umstand ist es, der von vielen Krypto-Experten mit Argwohn verfolgt wird, denn hinter Ripple steht eine private Firma mit Gewinnerzielungsabsicht. Zwar kann jeder Nutzer ein Ripple Wallet (digitale Brieftasche) eröffnen, doch seit 2014 gibt es eine sogenannte Freeze Funktion, wodurch Ripple Konten de facto einfrieren kann – wie im traditionellem Bankensystem.

Mehr als 100 Banken setzen auf Ripple

Im Oktober 2017 konnte Ripple einen Meilenstein vermelden. Mehr als 100 Banken testen inzwischen die Ripple Blockchain (RippleNet) und wollen diese für ihre Zwecke nutzen, um schnelle grenzüberschreitende Zahlungen anzubieten. Zu diesen Banken gehören unter anderem die Credit Agricole, Santander, die SEB, Cuallix, Currencies Direct, dLocal, IFX, Krungsri, RAKBANK, und TransferG.

Die mexikanische Bank Cualix wird dabei die erste Bank sein, die auch die Kryptowährung Ripple (XRP) für Überweisungen von Mexiko in die USA einsetzen wird.

Auch zahlreiche japanische Banken sind inzwischen auf den Ripple-Zug aufgesprungen. Allen voran die Bank of Tokyo-Mitsubishi UFJ und Mizhuho, die bereits zuvor zu den Ripple-Kunden gehörten. Nun will die SBI Ripple Asia, ein Konsortium bestehend aus 61 japanischen Banken, Ripple in einem Pilotprojekt testen.

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Warum so viele Banken auf Ripple setzen

Der große Vorteil der Ripple Blockchain (RippleNet) liegt im Real-time Gross Settlement System (RTGS) Protokoll, was de facto grenzüberschreitende Echtzeit-Zahlungen zu sehr günstigen Gebühren (0,00001 XRP) ermöglicht.

Durch Transaktionen im aktuellen Zahlungssystem entstehen derzeit jährlich Kosten von über 1,6 Billionen US-$. Mithilfe von Ripple sollen Banken pro Transaktion mehr als 30 % der Kosten sparen können.

Ripple ist zudem sehr schnell. Anders als die Bitcoin Blockchain, kann das RippleNet derzeit schon 1.500 Transaktionen pro Sekunde verarbeiten, womit die Ripple Blockchain zu den schnellsten Blockketten am Markt gehört. Transaktionen sind in der Regel binnen 4 Sekunden bestätigt.

Zudem steht der Ripple-Service natürlich 24 Stunden am Tag und sieben Tage in der Woche zur Verfügung – Überweisungen sind damit auch an Feiertagen und am Wochenende möglich.

Fazit: Immer mehr Banken schließen sich dem RippleNet an, die Kryptowährung profitiert

Durch die jüngsten Kooperationen und Partnerschaften mit Banken steigt die Chance, dass sich Ripple bei Banken als Standard durchsetzen kann, was grenzüberschreitende Zahlungen angeht.

Für die Kryptowährung Ripple bedeutet der Zulauf an Banken einen möglichen Zustrom an neuen Nutzern, da jeder Ripple-Kontobesitzer derzeit 20 XRP in seiner Wallet halten muss, um Transaktionen über das RippleNet anzustoßen.

Viele Beobachter sehen den massiven Höhenflug des Ripple allerdings skeptisch. Die Idee hinter Kryptowährungen ist es, Banken langfristig zu ersetzen und bestehende Strukturen abzuschaffen. Ripple will jedoch diese Strukturen erhalten, damit Banken auch in Zukunft weiter im Geschäft bleiben.

Ob sich Ripple daher langfristig behaupten kann, bleibt abzuwarten. Stellar (Non-Profit-Organisation) bietet ein ähnliches Konzept, das allerdings ohne zentrale Firma auskommt und auf den Open Source- und Community-Gedanken setzt. Unter dem Strich bleiben Spekulationen mit Kryptowährungen sehr riskant. Hohen Renditechancen stehen hohen Kursrisiken gegenüber, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Geldes führen können.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands