Zukunft der Rente: Die Politik versagt, ETF-Sparpläne glänzen

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Alle Lösungen für die Zukunft der Rente scheitern an der Demografie. Doch ein Aktiensparplan mit 150 € monatlich schließt die aktuelle Lücke. (Foto: Daniela Staerk / Shutterstock.com)

Klimawandel, Donald Trump’s Tiraden, Exzesse am rechten politischen Rand oder Befindlichkeiten in den sozialen Medien – bei all den Aufregerthemen kommt eines etwas kurz: die Zukunft der Rente. Noch im Februar feierte es die Regierung als Erfolg, das Rentenniveau bis 2025 auf 48 % festschreiben zu wollen.

Zukunft der Rente wirft ihre Schatten voraus

Viel eher zeigt dieses Verhältnis von Rente zum Lohn eine erschreckende Lücke. Und die wurde dieser Tage mehr als bestätigt. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts der Wirtschaft (DIW) fehlen über der Hälfte aller, die in zehn Jahren in Rente gehen, gut 700 Euro im Monat.

Die düstere Zukunft der Rente wirft schon jetzt ihre Schatten voraus. Auch wenn dies ein Durchschnittswert ist und im Alter einige finanzielle Belastungen entfallen, so treten neue hinzu, die mitunter recht teuer sind, allen voran Krankheits- und Pflegekosten.

Zudem: Die nahe Zukunft in nur eine Sache. Bis 2040 lässt sich das ambitionierte Ziel von 48 % mit Sicherheit nicht halten. Laut Prognos-Institut fehlen dann pro Jahr bis zu 100 Mrd. Euro in der Rentenkasse. Im ersten Schritt gehen die geburtenstarken Jahrgänge demnächst in Rente, was die Rentenkassen belastet und damit die arbeitende Bevölkerung, der Zusatzabgaben nicht erspart bleiben. Wenn die wiederum für den privaten Vermögensaufbau fehlen, wird es für die nachfolgenden Rentner umso schwerer.

Es gibt keine strukturelle Lösung

Allein die Tatsache, dass die Geburtenrate unter der notwendigen Zahl von zwei Kindern liegt, bedeutet, dass künftig immer weniger Junge immer mehr Alte finanzieren müssen. Um dem zu begegnen, entwerfen Politiker verschiedene Modelle. Da aber niemand in der Rentenkommission der Regierung zaubern und die Gesetze der Mathematik auf den Kopf stellen kann, wird das Ergebnis immer eine Art Verschiebebahnhof sein. Ohnehin kommt es auf die Zustimmung der Wähler an.

Theoretisch ließe sich die Zukunft der Rente auf heutigem Niveau durch genügend Zuzug sichern, der den fehlenden Nachwuchs ausgleicht. Allerdings setzt dies zweierlei voraus: Die Konjunktur müsste dauerhaft so gut laufen wie bisher und die Zahl neuer zugewanderter Beitragszahler müsste bei einer halben Million pro Jahr liegen. Mit Blick auf die Realitäten erledigt sich an der Stelle jeder Kommentar.

Alternativ müssten die Rentenbeiträge von 20 % auf mindestens 30 % steigen. Es sei denn man erhöht die Mehrwertsteuer auf 26 % und erfindet neue Steuerquellen etwa auf Vermögen. Weil dies aber aller Erfahrung nach nicht reichen wird, sind stets neue Belastungen vorprogrammiert. Auf Widerstand dürfte auch eine fortlaufende Anhebung des Renteneintrittsalters stoßen. Je nach Beruf und körperlicher Verfassung ist nicht jeder in der Lage, die Grenze beliebig auszudehnen. Auch andere schlaue Varianten ändern wenig bis nichts am Grundproblem.

ETF-Aktiensparpläne schließen die Lücke

An der Stelle gelangt man zum unausweichlichen Thema: persönlicher Vermögensaufbau. Etliche mögen vielleicht resigniert die Augen verdrehen. Schließlich haben sich betriebliche Vorsorge, die private Lebensversicherung, Riester-Renten und Spareinlagen schon wegen der mickrigen Zinsen allenfalls als Trostpflaster erwiesen. Mit ihnen vermindert sich der vom DIW errechnete monatliche Fehlbetrag von derzeit 700 Euro auf nur 650 Euro.

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Diese marginale Aufbesserung ließe sich alternativ mit gerade mal 20 Euro pro Monat erzielen, eingezahlt in einen Aktiensparplan über 30 Jahre hinweg. Denn am internationalen Aktienmarkt liegt die jährliche Durchschnittsrendite für diesen Zeitraum bei 6 % – alle Höhen und Tiefen eingerechnet. Wer 100 Euro monatlich eingezahlt hätte, wäre bisher auf eine regelmäßige Zusatzrente von gut 300 Euro gekommen. Im deutschen Leitindex Dax waren die Wertzuwächse mit über 8 % im Jahr noch stärker. Mit dem Zinseffekt hätten 150 Euro im Monat auf einen Dax ETF-Sparplan locker gereicht, um die 700 Euro-Lücke 20 Jahre lang zu schließen.

ETF-Sparpläne auf große Indizes sind mit einer Gesamtkostenquote von nur 0,08 % und 0,16 % jährlich die günstigste und effizienteste Lösung der Vermögensvorsorge. Mit ihrer breiten Streuung sind sie zudem vergleichsweise risikoarm.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.