Zukunft der Rente: Die Politik versagt, ETF-Sparpläne glänzen

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Alle Lösungen für die Zukunft der Rente scheitern an der Demografie. Doch ein Aktiensparplan mit 150 € monatlich schließt die aktuelle Lücke. (Foto: Daniela Staerk / Shutterstock.com)

Klimawandel, Donald Trumps Tiraden, Exzesse am rechten politischen Rand oder Befindlichkeiten in den sozialen Medien – bei all den Aufreger-Themen kommt eines etwas kurz: die Zukunft der Rente.  

Die Zukunft der Rente wirft ihre Schatten voraus

Die düstere Zukunft der Rente wirft schon jetzt ihre Schatten voraus. Nach Berechnungen des Deutschen Instituts der Wirtschaft (DIW) fehlen über der Hälfte aller, die in zehn Jahren in Rente gehen, gut 700 Euro im Monat. 

Auch wenn dies ein Durchschnittswert ist und im Alter einige finanzielle Belastungen entfallen, so treten neue hinzu, die mitunter recht teuer sind, allen voran Krankheits- und Pflegekosten. 

Für die nahe und ferne Zukunft ist die Rente ein kritisches Thema. Im ersten Schritt werden die geburtenstarken Jahrgänge in Rente gehen, was die Rentenkassen und damit die arbeitende Bevölkerung belasten wird. Diese wird auch mit Zusatzabgaben rechnen müssen, was ein weiteres Problem mit sich bringt: Denn wenn dieses Geld für den privaten Vermögensaufbau fehlt, wird es für die nachfolgenden Rentner umso schwerer. 

Es gibt keine strukturelle Lösung

Alleine die Tatsache, dass die Geburtenrate unter der notwendigen Zahl von zwei Kindern liegt, bedeutet, dass künftig immer weniger junge Menschen immer mehr Alte finanzieren müssen. Um dem zu begegnen, entwerfen Politiker verschiedene Modelle. Da aber niemand in der Rentenkommission der Regierung zaubern und die Gesetze der Mathematik auf den Kopf stellen kann, wird das Ergebnis immer eine Art Verschiebebahnhof sein. Ohnehin kommt es auf die Zustimmung der Wähler an. 

Theoretisch ließe sich die Zukunft der Rente auf heutigem Niveau durch genügend Zuzug sichern, der den fehlenden Nachwuchs ausgleicht. Allerdings setzt dies zweierlei voraus: Die Konjunktur müsste dauerhaft so gut laufen wie bisher und die Zahl neuer zugewanderter Beitragszahler müsste bei einer halben Million pro Jahr liegen. Mit Blick auf die Realitäten erledigt sich an der Stelle jeder Kommentar. 

Alternativ müssten die Rentenbeiträge von 20 % auf mindestens 30 % steigen. Es sei denn, man erhöht die Mehrwertsteuer auf 26 % und erfindet neue Steuerquellen – etwa auf Vermögen. Weil dies aber aller Erfahrung nach nicht reichen wird, sind stets neue Belastungen vorprogrammiert. Auf Widerstand dürfte auch eine fortlaufende Anhebung des Renteneintrittsalters stoßen. Je nach Beruf und körperlicher Verfassung ist nicht jeder in der Lage, die Grenze beliebig auszudehnen. Auch andere schlaue Varianten ändern wenig bis nichts am Grundproblem. 

ETF-Aktiensparpläne schließen die Lücke

An dieser Stelle gelangt man zum unausweichlichen Thema: persönlicher Vermögensaufbau. Etliche mögen vielleicht resigniert die Augen verdrehen. Schließlich haben sich betriebliche Vorsorge, die private LebensversicherungRiester-Renten und Spareinlagen schon wegen der mickrigen Zinsen allenfalls als Trostpflaster erwiesen. Mit ihnen vermindert sich der vom DIW errechnete monatliche Fehlbetrag von derzeit 700 Euro auf nur 650 Euro. 

Diese marginale Aufbesserung ließe sich alternativ mit gerade mal 20 Euro pro Monat erzielen, eingezahlt in einen Aktiensparplan über 30 Jahre hinweg. Denn am internationalen Aktienmarkt liegt die jährliche Durchschnittsrendite für diesen Zeitraum bei 6 % – alle Höhen und Tiefen eingerechnet. Wer 100 Euro monatlich eingezahlt hätte, wäre bisher auf eine regelmäßige Zusatzrente von gut 300 Euro gekommen. Im deutschen Leitindex Dax waren die Wertzuwächse mit über 8 % im Jahr noch stärker. Mit dem Zinseffekt hätten 150 Euro im Monat auf einen Dax ETF-Sparplan locker gereicht, um die 700 Euro-Lücke 20 Jahre lang zu schließen. 

ETF-Sparpläne auf große Indizes sind mit einer Gesamtkostenquote von nur 0,08% und 0,16% jährlich die günstigste und effizienteste Lösung der Vermögensvorsorge. Mit ihrer breiten Streuung sind sie zudem vergleichsweise risikoarm. 

Warum man mit Indexfonds jeden Versicherer überholt 

Passive Indexfonds, sprich ETFs, haben nicht nur Vorzüge, weil sie einfach und extrem günstig sind. Ihre Flexibilität erlaubt Produktvarianten, die sich ideal zur Altersvorsorge eignen. Große, marktbreite Aktienindizes wie der Dax, Euro-Stoxx 50 oder MSCI World spielen dabei eine entscheidende Rolle. 

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Auf der Basis bietet eine ETFRentenversicherung Renditen, die allein wegen der niedrigen Fondskosten weit über denen klassischer Versicherungsprodukte liegen. Mickrige Zinsen machen nicht nur Versichern zu schaffen, sie bringen auch große Versorgungsfonds in Bedrängnis. 

Vorsorgefonds der Bundesagentur für Arbeit setzt auf ETFs 

Wer Bedenken hat, dass ein Aktien-ETF zur Rentenversicherung zu riskant ist, sollte bedenken, dass er sich mit einem Investment in bester Gesellschaft befindet. Die Bundesagentur für Arbeit setzt nämlich für ihren Versorgungsfonds für Beamte jetzt auch auf ETFs. 

Pensionsfonds gehen naturgemäß keine Risiken ein. Schon von Gesetzes wegen durfte die Arbeitsagentur bislang nur 10 % des Fondskapitals in Aktien anlegen. Alles andere ging in Anleihen und Zinspapiere. Doch die dauerhaft niedrigen Zinsen drückten die Rendite bis 2015 auf 1,27 %. Trotz leichter Erholung liegt der Fonds erheblich unter Planwert. Mit einer neuen Gesetzesänderung wird die Aktienquote auf 20 % angehoben. 

Allerdings fließt das Kapital nun nicht in Einzelaktien. Die Bundesbank, die als Anleger fungiert, investiert in große ETFs. Erhöht der Wertzuwachs die Aktienquote über 20 %, müssen Fondsanteile verkauft und ordnungsgemäß reinvestiert werden. Damit folgt die Bundesagentur dem Beispiel anderer Pensionsfonds im Ausland. 

ETF-Rentenversicherung vereint etliche Vorteile 

Will man als Privatanleger dem Beispiel folgen, empfiehlt sich der Blick auf eine ETF-Rentenversicherung, die in Sachen Steuern, Kosten und Renditen etliche Vorteile in einem Produkt vereint: der ETF im Versicherungsmantel. Die ETF-Fondspolice gibt es zwar schon seit Jahren, gilt aber nach wie vor als Geheimtipp. 

Viele orientieren sich immer noch am klassischen Garantiezins der Versicherer. Doch der ist genauso wenig der Rede wert wie die klassische Lebensversicherungvon der sogar Allianz & Co. reihenweise abrücken. Einen Garantiezins gibt es bei einer ETF-Rentenversicherung nicht. Dafür hohe Renditen plus Steuervorteile – und das ohne Vertriebskosten und Provisionen für teure Verwalter, gierige Manager oder Vermittler. 

Diese Art Lebensversicherung mit ETFs profitiert vor allem vom Versicherungsmantel und damit vom Finanzamt. Auf alle Erträge während der Ansparphase zahlt man keine Abgeltungssteuer. Wie bei Lebensversicherungen fordert das Gesetz eine Haltezeit von 12 Jahren, und sobald ein Anleger 62 ist, bekommt er seine Auszahlung. Die wird dann auch nur zur Hälfte besteuert. 

Einziger Nachteil sind die unvermeidlichen Minimalkosten für den Versicherungsmantel. Im Vergleich zu einem regulären Fondsdepot machen sie sich aber nicht bemerkbar, sobald im Vergleichsdepot auch nur 10 % des Fonds jährlich umgeschichtet werden, was jedes Mal Steuern kostet. 

ETF-Fondspolice schlägt Sparplan 

Die ETF-Fondspolice hat auch gegenüber einem ETF-Sparplan langfristig die Nase vorn. Bei einer monatlichen Sparrate von 200 € über 30 Jahre hinweg kann der Vorsprung bis zu 23.000 € betragen – nach Steuern wohlgemerkt. Denn darin liegt der entscheidende Vorteil. 

Doch damit nicht genug. Weitere Vorteile kann man abhängig von den persönlichen Voraussetzungen mit anderen Varianten der ETF-Rentenversicherung einheimsen. Fondspolicen werden auch für die Typen Rürup und Riester angeboten, die mit eigenen Steuervorteilen und Förderungen locken. Wer als Selbständiger die Rürup Basisrente wählt, nimmt allerdings in Kauf, dass am Ende das Kapital nicht auf einen Schlag, sondern als Rentenauszahlung fließt. Vorteilhaft sind variable Beträge und flexible Zuzahlungen. 

Insgesamt schneiden Fondspolicen mit ETFs im Vergleich zu den Policen mit aktiven Fonds deutlich besser ab. Hauptgrund sind die enormen Kosten fürs Management.


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Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.