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Wie lange muss man Aktien für eine Dividende halten?

Wie lange muss man Aktien für eine Dividende halten?
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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Um eine Dividende vom Unternehmen zu erhalten, müssen Sie die Aktien zu einem bestimmten Termin im Depot haben.
  • In Deutschland muss das Wertpapier normalerweise spätestens am Tag der Hauptversammlung im Bestand sein, damit bei der folgenden Ausschüttung ein Anspruch auf die Dividende besteht.
  • Die Auszahlung der Dividende findet in der Regel am dritten Banktag nach dem Beschluss auf der Hauptversammlung statt.

Für viele Anleger ist die Dividende einer Aktiengesellschaft ein attraktiver Gewinn im Jahr, den Sie im Zusammenhang mit dem Investment in Aktien erzielen können. Die Ausschüttung einer Dividende sowie dessen Höhe wird seitens der Aktiengesellschaft auf der jährlichen Hauptversammlung beschlossen. Ein häufiger Grund für die Dividendenausschüttung stellt dabei die Beteiligung am Gewinn einer Aktiengesellschaft dar. Die Ausschüttung erfolgt in Deutschland regulär einmal pro Jahr, insofern diese beschlossen wurde. Ein Anrecht auf die Dividende eines Unternehmens haben Aktionäre allerdings nur dann, wenn die Aktien zu einem bestimmten Tag im Depot haben.

In diesem Beitrag erfahren Sie, wie lange man Aktien für eine Dividende halten muss bzw. ob es eine Mindesthaltedauer gibt. Ferner erläutern wir, wann Sie die Aktien spätestens im Depot haben müssen, um Anspruch auf eine Dividende zu haben.

Wie lange muss man Aktien für eine Dividende im Depot haben?

Wenn Sie von der Dividendenausschüttung einer Aktiengesellschaft profitieren möchten, müssen Sie die Wertpapiere nicht über einen bestimmten Zeitraum hinweg länger im Depot haben. Es gibt also keine Art von Mindesthaltedauer, als dass Sie die Wertpapiere zum Beispiel mindestens 30 Tage im Portfolio haben müssten. Stattdessen ist es für den Anspruch auf die Dividendenausschüttung lediglich ausschlaggebend, dass Sie die Aktien des Unternehmens zu einem bestimmten Stichtag im Blick haben. Um welche Stichtage es geht, darauf gehen wir im Verlauf des Beitrages noch ein. 

Wie ist der Ablauf der Dividendenzahlung?

Bei jeder Dividendenzahlung in Deutschland gibt es einen bestimmten Ablauf in zeitlicher Hinsicht. Dieser stellt sich in der Regel wie folgt dar:

  1. Tag der Hauptversammlung (findet in der Regel einmal im Jahr statt)
  2. Banktag 1: Handel der Aktien ex-Dividende
  3. Banktag 2: Record Date
  4. Banktag 3: Dividendenzahlung bzw. -ausschüttung

Im ersten Schritt wird also auf der jährlichen Hauptversammlung beschlossen, dass die Aktiengesellschaft eine Dividende an ihre Aktionäre zahlen möchte. Im Rahmen dessen wird auch über die Höhe der Ausschüttung entschieden. Durch den Beschluss entsteht gleichzeitig der Dividendenanspruch seitens der Anleger im aktuellen Jahr.

Am darauf folgenden Tag, dem Banktag 1 (falls Werktag), wird dann bereits der Aktienkurs mit dem Zusatz ex-Dividende gehandelt. Das bedeutet, dass die Dividende vom jeweiligen Kurs der Aktie faktisch abgeschlagen wird – dies wird als Dividendenabschlag bezeichnet.

Am Banktag 2, der als sogenannter Record Date bezeichnet wird, ermitteln die entsprechenden Kreditinstitute dann alle Aktionäre, die zum Erhalt der Dividende berechtigt sind. Nach dem Record Date am Banktag 3 wird dann oftmals die Zahlung der Dividende an die berechtigten Aktionäre vorgenommen (die tatsächliche Ausschüttung der Dividende).

Definition: Was ist der Dividendenabschlag? 

Unter dem Begriff Dividendenabschlag versteht man eine Minderung des Kurses einer Aktie, die durch die Ausschüttung der Dividende verursacht wird. Nach dem Dividendenabschlag wird die Aktie des Unternehmens folglich ex-Dividende gehandelt.

Wie lange muss man Aktien nach der Dividendenausschüttung im Depot halten? 

Im Hinblick auf Ihren Anspruch auf die Dividende spielt es keine Rolle, ob Sie die Aktien generell beispielsweise fünf Tage oder 30 Tage halten. Ebenso wenig ist es von Relevanz, ob Sie die Wertpapiere nach dem Dividendenabschlag bzw. der Dividendenzahlung weiterhin im Depot haben oder nicht. Anders ausgedrückt: Spätestens nach der Dividendenzahlung können Sie die Wertpapiere sofort verkaufen, weil sich dies nicht mehr auf die Dividende auswirken kann. Manche Anleger machen von dieser Möglichkeit auch regen Gebrauch, indem sie das sogenannte Dividenden-Hopping nutzen.

Was ist Dividenden-Hopping?

Manche Anleger werden als Dividendenjäger bezeichnet. Die Anleger kaufen gezielt Aktien kurz vor dem relevanten Stichtag, an dem die Wertpapiere im Depot sein müssen, um die Dividende und somit eine Beteiligung am Gewinn des Unternehmens zu erhalten. Kurz nach der Dividendenzahlung werden die Wertpapiere wieder verkauft. Dieser Vorgang wird als Dividenden-Hopping bezeichnet. Inwieweit sich diese Dividendenstrategie lohnt, ist jedoch fraglich, da der Aktienkurs nach dem Dividendenabschlag sinkt. Wird die Aktie unmittelbar nach der Auszahlung verkauft, erfolgt dies also zu einem geringeren Kurs.

Bis wann muss man die Aktie spätestens zum Erhalt der Dividende kaufen?

Das letztmögliche Datum für den Kauf einer Aktie, wenn Sie die vom Unternehmen ausgeschüttete Dividende erhalten und von der vielleicht guten Dividendenrendite profitieren möchten, ist in Deutschland in der Regel der Tag der Hauptversammlung.

Da die Wertpapiere nicht immer sofort (wenige Minuten) nach dem Kauf buchhalterisch im Depot erfasst werden, ist es in der Praxis sicherheitshalber empfehlenswert, die Wertpapiere spätestens vor dem Tag der Hauptversammlung zu erwerben. Offiziell müssen Sie die Aktien übrigens hierzulande mindestens zwei Tage vor dem Record Date im Depot haben, was jedoch meistens identisch mit dem Tag der HV ist. 

Was ist die Dividendenrendite?

Die Dividendenrendite stellt eine wichtige Kennzahl bei der Wahl der richtigen Aktie dar, insofern der Anleger Wert auf regelmäßige und gute Dividenden legt. Die Dividendenrendite stellt den aktuellen Aktienkurs mit der Höhe der Dividende in Relation und besitzt durch die Berücksichtigung des Kurses demnach eine höhere Aussagekraft als der Blick auf die nominale Höhe der Dividende. Die Dividendenrendite wird in Prozent angegeben.

Wie lange muss ich ausländische Aktien für Dividenden halten?

Auch bei ausländischen Unternehmen werden Dividenden in der Regel ausgeschüttet, wenn die Aktiengesellschaft im abgelaufenen Geschäftsjahr einen Gewinn erzielt hat. Anleger erzielen so häufiger eine gute Rendite, die unter anderem auch von der Dividende abhängt. Was allerdings Haltefristen und bestimmte Zeitpunkte für die Wertpapiere angeht, gibt es bei ausländischen Aktien häufiger Abweichungen zu den Regelungen in Deutschland.

Es kann zum Beispiel sein, dass es bei manchen ausländischen Wertpapieren nicht ausreicht, dass Sie die Aktien erst am Tag der Hauptversammlung im Depot haben. Deshalb sollten Sie sich im Einzelfall stets informieren, welche Regelungen und eventuelle Fristen im Hinblick auf die betreffenden Auslandsaktien gelten, damit Sie in den Genuss der Dividendenzahlung kommen.