+++ Trading-Rekord 2024 +++ 42 Gewinn-Trades für bis zu 1,2 Mio. Euro Gewinn +++ ONLINE Live-Konferenz: 01.06.24, 11 Uhr +++

Bilanzanalyse als Strategie: Anlageentscheidung mit Kennzahlen 

Bilanzanalyse als Strategie: Anlageentscheidung mit Kennzahlen 
Rawpixel.com / Shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Bilanzanalyse untersucht zum Beispiel den Jahresabschluss eines Unternehmens anhand verschiedener Kennzahlen.
  • Die Kennzahlen, wie etwa Eigenkapitalquote und Umlaufrendite, sagen etwas über die wirtschaftliche Situation des Unternehmens aus.
  • Anleger können sich aufgrund der Bilanzanalyse entscheiden, ob sie in das Unternehmen investieren möchten oder nicht. 
  • Es gibt verschiedene Arten der Bilanzanalyse, abhängig davon, welche Ziele Anleger und allgemein Analysten verfolgen.

Wenn Anleger ein Unternehmen analysieren, gibt es dazu mehrere Methoden. So lässt sich zum Beispiel anhand der Charttechnik der Kursverlauf der Aktien in der Vergangenheit untersuchen. Das wird als technische Analyse bezeichnet. Alternativ oder zusätzlich gibt es ebenso die Bilanzanalyse, die häufig mit der Fundamentalanalyse gleichgesetzt wird.

In unserem Beitrag erfahren Sie, worum es sich bei der Bilanzanalyse handelt und welche Aufgabe diese hat. Wir gehen darauf ein, welche Arten der Bilanzanalyse es gibt und welche Kennzahlen untersucht werden. Sie erfahren, wie Sie die Ergebnisse der Bilanzanalyse für Ihre Anlageentscheidung nutzen können und ob es spezielle Strategien mit Fokus auf der Bilanzanalyse gibt.

Was ist eine Bilanzanalyse?

Im Rahmen der Bilanzanalyse untersuchen Analysten den Jahresabschluss eines Unternehmens. Dabei lässt sich die Bilanzanalyse in mehrere Untergruppen unterteilen, wie zum Beispiel die Kapitalstrukturanalyse oder auf die Diskriminanzanalyse. Zur Analyse selbst findet eine Auswertung zahlreicher Informationen und Daten statt, wobei verschiedener Kennzahlen zum Einsatz kommen. Letztendlich dient die Bilanzanalyse dazu, die Bilanzpolitik des Unternehmens zu erkennen und vor allem eine Aussage über die momentane und auch zukünftige, wirtschaftliche sowie finanzielle Lage der Gesellschaft machen zu können. 

Wie geht man bei der Bilanzanalyse vor?

In der Regel gibt es eine bestimmte Vorgehensweise, wenn der Jahresabschluss inklusive der Bilanz untersucht werden sollen. Dabei stellen sich die entsprechenden Analysten und zum Teil Anleger unter anderem die folgenden Fragen:

  • Wie sahen die Zahlen im Vorjahr aus?
  • Wie stellt sich die Entwicklung von Umsätzen und Gewinnen im Vorjahresvergleich dar?
  • Wie sehen die aktuellen Kennzahlen aus? 
  • Gab es Sondereinflüsse?

Grundsätzlich gehen Analysten bei der Bilanzanalyse so vor, dass zunächst zahlreiche Informationen und Daten gesammelt werden. Das beinhaltet unter anderem, dass eine Reihe von Kennzahlen ermittelt wird, die sich zum Teil auf das Gesamtvermögen oder auch auf das Eigen- sowie Fremdkapital beziehen können. Dabei werden im Zeitvergleich bestimmte Positionen ermittelt und festgehalten, wie zum Beispiel das Anlagevermögen, das Umlaufvermögen, die Vermögenswerte im Allgemeinen sowie Rückstellungen aussehen. Diese Werte sind anschließend eine Basis für verschiedene Kennzahlen, die ermittelt werden.

Was sind die wichtigsten Kennzahlen bei der Bilanzanalyse?

Es gibt über zehn Kennzahlen, die im Rahmen der Bilanzanalyse gängig sind und häufiger genutzt werden. Sie dienen unter anderem dazu, dass Schwachstellen des Unternehmens aufgedeckt werden und eine Entwicklung im Zeitvergleich verdeutlicht wird. Manchmal sind die Ergebnisse der Bilanzanalyse in Form der Kennzahlen auch die Basis einer Anlagestrategie. Zu den wichtigsten Kennzahlen im Rahmen einer Bilanz- und Fundamentalanalyse zählen:

  • Eigenkapitalquote
  • Eigenkapitalrentabilität
  • Liquidität
  • Verschuldungsgrad
  • Anlagendeckung
  • Umsatzrentabilität
  • Cashflow
  • Gesamtkapitalrentabilität

Sehr häufig verwendet wird zum Beispiel die Eigenkapitalquote. Damit stellen Analysten fest, zu welchem Prozentsatz das Vermögen einer Gesellschaft durch Eigenkapital finanziert ist. Je nach Branche sind bereits Eigenkapitalquoten von 15 und mehr Prozent als sehr positiv anzusehen. Ebenfalls ermittelt werden kann die Fremdkapitalquote, bei der entsprechend festgestellt wird, welcher Prozentsatz des Vermögens der Gesellschaft durch Fremdkapital (Kredite) finanziert ist. 

Zur Berechnung der Kennzahlen wird beispielsweise diese Formel für die Eigen- und Fremdkapitalquote verwendet:

  • Eigenkapitalquote = (Eigenkapital / Bilanzsumme) x 100
  • Fremdkapitalquote = (Fremdkapital / Bilanzsumme) x 100

Eine ebenfalls häufig genutzte Kennzahl ist die Eigenkapitalrentabilität. Diese ist vor allem für Anleger interessant, denn sie stellt dar, welche Rendite sich mit dem im Unternehmen investierten Eigenkapital erzielen lässt. Der Berechnung der Eigenkapitalrendite lautet: 

  • Eigenkapitalrendite= Rohgewinn / Wert des Eigenkapitals 

Auf diese Weise lassen sich eine Reihe von Kennzahlen ermitteln, die vor allem in der Summe eine gute Aussage dazu machen, wie sich die wirtschaftliche und finanzielle Lage eines Unternehmens jetzt und auch vermutlich in der Zukunft darstellt.

Info

Bei der Betrachtung der Kennzahlen aus der Bilanz sollten Anleger stets mehrere Kennzahlen mit deren Ergebnissen in Kombination betrachten. Es ist demzufolge nicht empfehlenswert, dass Sie sich zum Beispiel nur ein oder zwei Kennzahlen separat betrachten, wenn Sie Ihre Anlageentscheidungen im Hinblick auf eine mögliche Investition in das Unternehmen treffen möchten.

Wie kann man die Bilanzanalyse für Anlageentscheidungen nutzen?

Die Ergebnisse aus der Bilanzanalyse können für Kapitalanleger sehr interessant sein. Sie vermitteln ein Bild zum Unternehmen, welches die Vermögens-, Finanz- sowie Wirtschaftslage darstellen. Hier gilt, dass Sie stets mehrere Kennzahlen betrachten sollten, um anschließend eine gute Anlageentscheidung treffen zu können. 

In der Praxis wird meistens von einer Fundamentalanalyse gesprochen. Die Gemeinsamkeit mit der Bilanzanalyse ist, dass dort bestimmte Kennzahlen untersucht werden, ebenfalls mit dem Zweck, dass sich Anleger ein Urteil zum Unternehmen bilden können. Fallen alle oder zumindest der Großteil der Kennzahlen positiv aus, ist das für Anleger einen Grund, zum Beispiel Aktien des Unternehmens zu kaufen. 

Anlagestrategie mit Fokus Bilanzanalyse

Da die Bilanzanalyse Anlegern interessante Ergebnisse liefert und diese durchaus für Anlageentscheidungen genutzt werden, gibt es in der Folge auch Strategien, bei denen die Ergebnisse der Kennzahlen und damit die Bilanzanalyse im Fokus stehen. Die Strategien richten sich entsprechend an der Fundamentalanalyse aus und nicht etwa an der Chartanalyse, bei der ausschließlich historische Kursverläufe der Aktien des Unternehmens betrachtet werden. 

Oftmals liegt der Fokus bei der Fundamentalanalyse allerdings nicht nur auf der Bilanzanalyse, sondern es werden zusätzlich folgende Daten und Informationen herangezogen: 

  • Kennzahlen des Unternehme
  • Nachrichten und adhoc Mitteilungen zum Unternehmen
  • Branchen- und Wirtschafts-News

Solche Strategien nehmen zum einen die Bilanzanalyse mit den genannten Kennzahlen in den Fokus, zum anderen ebenfalls Nachrichten und adhoc-Mitteilungen des Unternehmens sowie Branchen- und Wirtschafts-News. Daraus ergibt sich ein Gesamtbild, sodass Anleger auf Basis dieser Strategie entscheiden, ob sie zum Beispiel Aktien des Unternehmens kaufen oder vielleicht sogar eine Position schließen, sollten die aktuellen Zahlen negativ ausfallen oder es schlechte Nachrichten geben. 

Damit möglichst für die Anwendung der Strategien stets aktuelle Zahlen und Daten vorliegen, müssen Anleger nicht auf die einmal jährlich veröffentlichte Bilanz warten. Stattdessen gibt es bei größeren Unternehmen häufig Zwischenberichte und aktuelle Geschäftszahlen. Anhand dieser Daten können Anleger auch unterjährig die entsprechenden Kennzahlen ermittelt.

Welche Aufgabe hat die Bilanzanalyse?

In erster Linie hat die Bilanzanalyse die Aufgabe, dass sich sowohl Interne als auch Externe einen Überblick über die wirtschaftliche Lage des Unternehmens verschaffen können. Mit den Internen ist insbesondere die Geschäftsführung gemeint, während zu den Externen folgende Wirtschaftsteilnehmer zählen:

  • Investoren
  • Kreditgeber
  • Banken
  • Unternehmensberatungen

Wichtig zu wissen ist, dass innerhalb der Bilanzanalyse nicht nur die eigentliche Bilanz untersucht wird, sondern weitere Bestandteile des Jahresabschlusses werden ebenfalls analysiert, insbesondere die Gewinn- und Verlust-Rechnung sowie der Lagebericht. Die Ergebnisse der Bilanzanalyse können unter anderem Anlegern dabei helfen, eine gute Grundlage für deren Anlageentscheidungen zu haben.

Info

Die Bilanzanalyse hat im Anlagebereich die Aufgabe, anhand der Daten einen Überblick zu verschaffen, ob sich ein Investment in die Firma lohnen könnte. Häufig wird auch von der Fundamentalanalyse gesprochen, die in der Praxis nahezu das Gleiche meint wie die Bilanzanalyse. Dort wird der Fokus jedoch auf bestimmte Kennzahlen gelegt und nicht auf der gesamten Analyse des Jahresabschlusses.

Welche Arten der Bilanzanalyse gibt es?

Es gibt verschiedene Arten der Bilanzanalyse, die sich auch nach der Zielsetzung des Analysten unterscheiden. Je nachdem, welche Informationen der Analyst aus der Bilanzanalyse ziehen möchte, kann die eine oder andere Art von Bilanzanalyse die richtige Methode sein. So gibt es insbesondere die folgenden Arten von Bilanzanalysen: 

  • Erfolgswirtschaftliche Bilanzanalyse
  • Finanzwirtschaftliche Bilanzanalyse
  • Vertikale Bilanzanalyse
  • Horizontale Bilanzanalyse
  • Interne Bilanzanalyse
  • Externe Bilanzanalyse 
  • Strategische Bilanzanalyse
  • Qualitative Bilanzanalyse

Bei der vertikalen Bilanzanalyse werden zum Beispiel die Aktiva des Unternehmens in ein Verhältnis zueinander gesetzt. Gleiches gilt für die Passiv-Positionen. Demgegenüber geht man bei der horizontalen Bilanzanalyse so vor, dass auf der einen Seite die Aktiva und andererseits die Passiva in ein Verhältnis zueinander gestellt werden. Diese Art der Bilanzanalyse wird häufig dann verwendet, wenn es um die Vermeidung eventueller Liquiditätsengpässe geht.