Was ist ein Dachfonds?

Gebündelt in mehrere Investmentfonds anlegen mithilfe von Dachfonds | Hinweise zu Strategien und Chancen | Nutzen und Risiken
8 min | Stand 23.12.2021
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Inhaltsverzeichnis

Investmentfonds bündeln

Dachfonds sind eine spezielle Form der Investmentfonds. Das Geld der Anteilseigner eines Dachfonds wird zu unterschiedlichen Teilen in weitere Investmentfonds (Zielfonds) angelegt.

Jeder einzelne Zielfonds darf einen Anteil von 20% am gesamten Dachfonds nicht überschreiten. Zusätzlich darf kein Dachfonds mehr als 10% der Anteile am Zielfonds halten.

Durch diese Aufsplittung der Investitionsanteile kann der Fondsmanager die Investitionen breit diversifizieren, in die vielversprechendsten Marktsegmente anlegen und jedes gewünschte Risiko-Rendite-Profil abbilden.

Das erlaubt eine breite Risikostreuung, macht Dachfonds als aktiv gemanagtes Portfolio aber auch verwaltungs- und damit kostenintensiv.

Im Bereich der Investmentfonds gibt es ganz unterschiedliche Fondsarten, zwischen denen sich Anleger und auch Sparer entscheiden können. Zu den bekanntesten Fondsvarianten zählen Aktienfonds, Rentenfonds und offene Immobilienfonds. All diese offenen Fonds funktionieren so, dass die Fondsgesellschaft die entsprechenden Basiswerte erwirbt. So kauft der Fondsmanager bei einem Aktienfonds eine Reihe von Aktien, bei Rentenfonds sind es Anleihen und bei Geldmarktfonds wird in verschiedenen Geldmarktpapiere investiert.

Dachfonds sind zwar auch Fonds, zeichnen sich allerdings durch eine etwas andere Eigenschaft aus. Wie der Name bereits vermuten lässt, befinden sich beim Dachfonds eine Reihe anderer Fonds unter einem „Dach“. Anders ausgedrückt: Ein Dachfonds investiert nicht in einzelne Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen, sondern kauft seinerseits Fondsanteile. Der Dachfonds investiert das Kapital der Anleger und Sparer demzufolge in andere Fonds, was sowohl Vor- als auch Nachteile haben kann.

Wie funktionierten Dachfonds?

Am Markt gibt es heutzutage eine Reihe unterschiedlicher Dachfonds, die das Geld der Anteilskäufer in andere Fonds investieren. Dies ist gleichzeitig die wesentliche Grundlage der Funktionsweise sämtlicher Dachfonds, die sehr einfach zu beschreiben und leicht verständlich ist. Beim Dachfonds kaufen die Fondsmanager keine Aktien, Anleihen oder Geldmarktpapiere, wie es bei anderen, offenen Fonds der Fall ist.

Stattdessen erwerben die Fondsmanager des Dachfonds in unregelmäßigen oder auch regelmäßigen Abständen Anteile anderer Fonds. Meistens funktionieren Dachfonds dabei so, dass sie sich trotzdem auf ein Thema konzentrieren. Damit ist gemeint, dass ein Dachfonds mit dem Schwerpunkt Aktien in erster Linie in Aktienfonds Geld angelegt und nicht oder nur zu einem kleinen Teil beispielsweise in offene Immobilienfonds oder in Rentenfonds. Davon abgesehen funktionieren Dachfonds genauso wie andere Fonds. Es werden Fondsanteile ausgegeben, die Anleger und Sparer über die Fondsgesellschaft käuflich erwerben können.

Welche Dachfonds gibt es am Markt?

Inzwischen gibt es eine größere Auswahl am Dachfonds am Markt, zwischen denen sich Anleger und Sparer entscheiden können. Wie zuvor erläutert, haben die meisten Dachfonds zwar in der Regel einen Schwerpunkt, wie zum Beispiel Aktien. Es gibt allerdings auch unter den Dachfonds auch sogenannte Mischfonds. Diese investieren nicht in eine bestimmte Art von Fonds, sondern zum Beispiel gleichermaßen in die folgenden Varianten:

Bei Dachfonds haben Anleger also faktisch eine doppelte Risikostreuung, weil die Fondsgesellschaft nicht in einzelne Wertpapiere, sondern zusätzlich bzw. alleine in verschiedene Fonds investiert. Diese nehmen natürlich wiederum durch die Selektion mehrere Aktien, Anleihen oder Geldmarktpapiere eine eigene Diversifikation vor.

Achtung: Oft besonders hohe Gebühren bei Dachfonds

Bevor wir im weiteren Verlauf unseres Beitrages näher auf die Vor- und Nachteile der Dachfonds eingehen, möchten wir einen Nachteil an dieser Stelle bereits ausführlich erwähnen. Dieser besteht darin, dass Anleger bei Dachfonds oftmals in der Summe (deutlich) höhere Gebühren als bei gewöhnlichen, offenen Fonds tragen müssen. Der Grund besteht darin, dass natürlich zum einen beim Kauf der Fondsanteile durch die Dachfondsgesellschaft zunächst die üblichen Fondsgebühren anfallen. Darüber hinaus möchte der Dachfonds selbst ebenfalls Geld verdienen, sodass Anleger und Sparer gewissermaßen eine doppelte Gebühr zahlen. Einmal sind das die Gebühren für den vom Dachfonds erworbenen Fonds, zum anderen die Gebühren für den Dachfonds selbst.

Relativ hohe Gebühren sind demzufolge bei Dachfonds definitiv ein Nachteil, den Sie vor einem Investment kennen sollten. Das Problem besteht in dem Zusammenhang ferner darin, dass ein eher kleinerer Teil der Dachfonds es in der Praxis schafft, die höheren Gebühren durch eine überdurchschnittliche Rendite zu kompensieren. Daher sollten Sie als interessierter Anleger mehr auf die Vorteile der Dachfonds wert legen, trotzdem allerdings die höheren Kosten mit in Ihre Entscheidung einbeziehen.

Was sind die Vorteile der Dachfonds?

Einen wesentlichen Vorteil der Dachfonds haben wir bereits kurz genannt, nämlich die doppelte Risikostreuung. Diese entsteht dadurch, dass einerseits die Fonds, in die der Dachfonds Geld investiert, Kapital der Anleger ihrerseits auf ganz unterschiedliche Basiswerte verteilen. Für einen Aktienfonds ist es beispielsweise typisch, dass dieser zwischen 20 bis 50 unterschiedliche Aktientitel im Portfolio hat. Der Dachfonds selbst investiert wiederum beispielsweise in 20 unterschiedliche Aktienfonds, sodass auf dieser Basis eine sehr breite Diversifikation und damit Risikostreuung erreicht werden kann.

Ein zweiter Vorteil besteht bei Dachfonds darin, dass es sich meistens im Management um sehr erfahrener Fondsmanager und Analysten handelt. Immerhin ist es keine leichte Aufgabe, zwischen den vielen Tausend am Markt vorhandenen Fonds zu wählen, welche davon besonders aussichtsreich sind. Während sich der Fondsmanager beim Aktienfonds lediglich mit den infrage kommenden Aktien beschäftigen muss, müssen sich die Fondsmanager beim Dachfonds sehr intensiv mit den zahlreichen Fonds beschäftigen, deren Portfolio, bisherige Wertentwicklung und weiteren Eigenschaften.

Ein Vorteil der Dachfonds besteht ferner darin, dass diese sehr gut im Rahmen der Vermögensverwaltung auch bei Anlegern mit nicht ganz so hohen Kapitalsummen eingesetzt werden können. Manche Banken und spezielle Vermögensverwaltungen nutzen Dachfonds bereits seit vielen Jahren, um zum Beispiel auch Anlegern mit einem Investitionskapital im fünfstelligen Bereich ein Angebot unterbreiten zu können. Aber auch zur eigenen Selektion dienen die Dachfonds, wenn Anleger oder Sparer großen Wert auf eine sehr breite Risikostreuung legen.

Zusammenfassend sind es die folgenden Vorteile, durch die sich Dachfonds – teilweise in Abgrenzung zu gewöhnlichen, offenen Fonds – auszeichnen können:

+ Doppelte Risikostreuung

+ Erfahrene und sehr professionelle Fondsmanager

+ Große Auswahl an Dachfonds am Markt

+ Sehr gut geeignet in der Vermögensverwaltung für Anleger mit nicht nur sechs- oder siebenstelligen Anlagesummen

+ Auswahl nach Schwerpunkten möglich, zum Beispiel Aktien, aber auch Mischfonds am Markt

Was sind die Nachteile der Dachfonds?

Einen ersten Nachteil der Dachfonds haben wir bereits zuvor ausführlich erläutert, nämlich die im Durchschnitt betrachtet oft höheren Gebühren für Anleger und Sparer. Während zum Beispiel reine Aktienfonds oft eine Gesamtkostenquote zwischen 1,8 und 2,5 Prozent im Jahr haben, bringen es entsprechende Dachfonds durchaus auf 3,5 Prozent und mehr. Allerdings gibt es zwischen den Dachfonds diesbezüglich größere Unterschiede, sodass ein Vergleich definitiv sinnvoll ist und dort unbedingt die Kosten einbezogen werden sollten. Bei Dachfonds setzen sich die Gesamtkosten häufiger aus den folgenden Komponenten zusammen:

  • Managementgebühr
  • Ausgabeaufschlag
  • Verwaltungsgebühr
  • Performance-Gebühr
  • Vertriebsgebühr

Ein zweiter, möglicher Nachteil der Dachfonds ist kein genereller, sondern bezieht sich eher auf die Ziele und die Einstellung mancher Anleger und Sparer. Der eventuelle Nachteil besteht darin, dass der Dachfonds ein sehr passives Investment verkörpert. Sie müssen sich nicht nur darauf verlassen, dass die Manager des Dachfonds erfahren und professionell sind sowie eine gute Auswahl treffen. Gleiches gilt für die entsprechenden Manager der Fonds, die der Dachfonds wiederum in sein eigenes Portfolio aufnimmt. Wer als Anleger oder Sparer hingegen Spaß daran hat, selbst aktiv infrage kommende Basiswerte und Wertpapiere auszuwählen, ist beim Dachfonds vermutlich nicht unbedingt an der richtigen Stelle.

Ein dritter Nachteil von Dachfonds steht im Grunde in Verbindung mit den höheren Gebühren, mit denen Anleger und Sparer kalkulieren müssen. Der Nachteil ist, dass trotz professionellem Fondsmanagement und vielleicht überdurchschnittlichen Erfahrungen der Fondsmanager meistens die höheren Kosten nicht durch eine umso höhere Rendite aufgefangen werden können. Anders ausgedrückt: Es kommt nicht selten vor, dass Anleger beim Dachfonds in der Summe eine schlechtere Rendite als bei sonstigen Fonds, beispielsweise bei Aktienfonds, erzielen. In die Rendite fließt nämlich nicht nur die Performance mit ein, sondern ebenfalls die anfallenden Kosten.

Nachteile von Dachfonds

Zusammenfassend sind es in der Übersicht die folgenden Nachteile, die Sie bei Dachfonds bedenken sollten:

– Vergleichsweise hohe Gebühren

– Sehr passiv konstruiertes Investment

– Rendite nicht selten geringer als bei Direktfonds, zum Beispiel Aktienfonds

Für welche Anleger sind Dachfonds die geeignete Wahl?

Die Vor- und Nachteile halten sich bei Dachfonds ungefähr die Waage. Dementsprechend stellt sich die berechtigte Frage, für welche Anleger diese speziellen Fonds eine gute Wahl sein können. Eines vorab: Grundsätzlich sind Dachfonds nicht nur für Anleger, sondern ebenfalls für Sparer geeignet. Manche Banken und Online-Broker bieten mittlerweile auch Fondssparpläne mit Dachfonds an, die teilweise ebenfalls das Riester-Sparen ermöglichen. Daher sollten Sparer stets mit einbezogen werden, wenn es um die Frage geht, für welche Kunden Dachfonds eine gute Wahl sein können.

Anhand der Gegenüberstellung der zuvor erläuterten Vor- und Nachteile lässt sich das Fazit ziehen, dass Dachfonds vor allem für Anleger und Sparer infrage kommen, die Anhänger einer sehr breiten Diversifikation sind. Durch die doppelte Risikostreuung reduziert sich nämlich das Gesamtrisiko, insbesondere natürlich im Vergleich zu einem Direktinvestment in Aktien oder Anleihen, aber auch hinsichtlich des Vergleichs mit Direktfonds wie Aktien- oder auch offenen Immobilienfonds. Zudem sind Dachfonds durch diese Risikostreuung auch für solche Anleger sehr gut geeignet, die sich nicht selbst mit dem Investment beschäftigen möchten, sondern großes Vertrauen in die entsprechenden Fondsmanager haben.

Weniger geeignet sind Dachfonds hingegen für Anleger und Sparer, die relativ preissensibel sind. Immerhin bewegt sich die Gesamtkostenquote bei Dachfonds meistens mindestens ein Prozent höher als bei den Direktfonds. Ferner gelten Dachfonds grundsätzlich als nicht unbedingt sehr flexibel, weil die im Portfolio befindlichen Fonds nicht allzu häufig ausgetauscht werden. Zumindest nicht im direkten Vergleich mit einem Aktienfonds, denn dort werden die Aktienwerte im Durchschnitt meistens häufiger gewechselt. Verallgemeinern lässt sich diese Aussage aber nicht, sodass es auf jeden einzelnen Dachfonds im Detail ankommt.

Die besondere Rolle der Dachfonds in der Vermögensverwaltung

Wie zuvor schon kurz angesprochen, werden Dachfonds heutzutage immer häufiger im Zuge einer Vermögensverwaltung eingesetzt. Der Grund ist, dass sich der Vermögensverwalter selbst nur noch wenig um die Auswahl von Basiswerten oder bestimmten Fonds kümmern muss, was die Kosten seitens der Vermögensverwaltung reduziert. Auf dieser Basis wiederum ist es dann möglich, auch an solche Kunden ein Angebot zu machen, die vielleicht keine sechs- oder siebenstelligen Investitionssummen zur Verfügung haben, was oft noch heute die vorrangige Zielgruppe einiger Vermögensverwaltung darstellt.

Eine Vermögensverwaltung mit Dachfonds kann so aussehen, dass sich der Vermögensverwalter – mitunter angepasst auf das Kundenprofil – beispielsweise für fünf verschiedene Dachfonds entscheidet. Somit gibt es sogar eine dreifache Diversifikation, die sich in die folgenden Stufen gegliedert:

  1. Direktfonds investiert in verschiedene Wertpapiere, beispielsweise Aktien
  2. Dachfonds legt Kapital in mehrere Direktfonds an
  3. Vermögensverwaltung kauft Anteile an mehreren Dachfonds

Auf dieser Grundlage lässt sich mittels Dachfonds sehr gut eine Vermögensverwaltung für Anleger mit Inhalt füllen. Manche Kunden nutzen aufgrund der Dachfonds teilweise gar keine Vermögensverwaltung mehr, weil sie natürlich stattdessen einfach mehrere Dachfonds selbst ins Portfolio aufnehmen können. In gewisser Weise kann eine Vermögensverwaltung durch Dachfonds demnach sogar überflüssig werden, wenn sich Anleger selbst zutrauen, interessante Dachfonds auszuwählen.

Fazit zur Anlage in Dachfonds

Bei Dachfonds handelt sich mittlerweile um übliche, aber dennoch bei vielen Anlegern und Sparer nicht besonders bekannten Fonds. Die Grundidee ist, dass der Dachfonds selbst in verschiedene, andere Fonds Geld anlegt. So wird eine doppelte Risikostreuung und Diversifikation erzielt, die im Hinblick auf ein geringeres Risiko definitiv ihre Vorteile hat.

Auf der Negativseite der Dachfonds stehen allerdings oft höhere Gebühren, die zudem nicht sehr häufig durch eine überproportional hohe Rendite aufgefangen werden können. Ob die sehr passive Struktur der Dachfonds für Anleger von Vorteil ist oder nicht, hängt auch vom individuellen Kundenprofil ab. Daher sollten Sie sich unbedingt fragen, ob Sie wirklich Ihr gesamtes Kapital in die vertrauensvollen Hände eines Fondsmanagers legen oder doch Spaß daran haben, zumindest in einigen Punkten die Auswahl der entsprechenden Basiswerte oder Fonds mit zu gestalten.