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Swap ETF: Beispiele, Vorteile und Risiken

Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Indexfonds lassen sich in synthetisch und physisch nachbildende ETFs differenzieren
  • Bei den synthetischen ETFs findet ein Tauschgeschäft statt, sodass von Swap ETF gesprochen wird
  • Für Anleger haben Swap ETFs durchaus einige Vorteile, wie zum Beispiel einen geringeren Tracking Error
  • Auf der anderen Seite weisen Swap ETFs ein größeres Kontrahentenrisiko auf, was als Nachteil gegenüber physisch replizierenden Indexfonds gilt

An den Märkten können Anleger mittlerweile mehrere Tausend Indexfonds handeln. Diese werden in zwei große Gruppen eingeteilt. Zum einen gibt es die physisch replizierenden und zum anderen die synthetischen ETFs. Letztere werden auch als Swap ETF bezeichnet. 

In unserem Beitrag erfahren Sie, was ein Swap ETF ist und wie diese Indexfonds funktionieren. Ferner gehen wir auf die Unterschiede zu physisch replizierenden ETFs ein und nennen ein Beispiel für einen Swap ETF. Sie erfahren ferner, welche Arten von Swap ETFs es gibt sowie, worin die Vor- sowie Nachteile für Anleger bestehen.

Was ist ein Swap ETF?

Bevor wir näher auf Swap ETFs eingehen, möchten wir kurz erläutern, worum es sich eigentlich bei einem Swap handelt. Finanzinstrumente werden so bezeichnet, bei denen eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien im Hinblick auf gegenseitige Zahlungsströme existiert. Meistens geschieht das auf Grundlage eines Referenzzinssatzes oder eines Wechselkurses. Dementsprechend existieren an den Märkten unterschiedliche Arten von Swaps, insbesondere:

  • Zins-Swaps
  • Währungs-Swaps
  • Index-Swaps
  • Credit-Swaps

Die wesentliche Eigenschaft eines Swaps besteht darin, Risiken zu verlagern und zu reduzieren. Darauf basieren ebenfalls die synthetisch reproduzierenden ETFs, also die Swap ETFs. Dabei handelt es sich um Indexfonds, die den Basisindex nicht 1:1 durch zum Beispiel den Kauf der Aktien nachbilden, sondern sie nehmen eine synthetische Replikation vor. Diese erfolgt auf Grundlage der zuvor erläuterten Tauschgeschäfte, den Swaps.

Abgesehen davon bildet auch ein Swap ETF den zugrunde liegenden Index im Verhältnis 1:1 nach. Dazu werden entsprechende Swaps genutzt, um diese Nachbildung möglichst detailgetreu zu vollziehen. Der Vertrag mit dem entsprechenden Kontrahenten ersetzt also zum Beispiel den Kauf der Aktien aus dem Index, wie es bei physisch replizierenden ETFs der Fall wäre. Der Referenzindex hingegen ist identisch. 

Was ist der Unterschied zwischen einem Swap ETF und einem „normalen“ Indexfonds?

Swap ETFs basieren auf einem Tauschgeschäft. Dieses beinhaltet, dass die Wertentwicklung des Basisportfolios des ETFs gegen die Wertentwicklung des nachzubilden Index getauscht wird. Vereinbart wird zwischen den zwei Parteien entsprechend der Tausch bestimmter Zahlungsströme. Das wiederum bedeutet, dass Swap ETFs nicht in die Aktien investieren, die in dem entsprechenden Basisindex vertreten sind, sondern oftmals in völlig andere Aktien oder sonstige andere Finanzprodukte. Bei der Zusammensetzung werden in aller Regel die folgenden Faktoren berücksichtigt: 

  • Minimale Kosten
  • Steuern
  • Gesetzliche Vorgaben bezüglich der Risikostreuung

Anders ausgedrückt: Ein Swap ETF kann zum Beispiel auch europäische oder US-amerikanische Aktien enthalten, obwohl er sich auf den Deutschen Aktienindex bezieht. Das wiederum bedeutet, dass die Wertentwicklung des entsprechenden Aktienkorbs keine Bedeutung für die Entwicklung des Swap ETF hat. Die entsprechenden Swapgeschäfte werden normalerweise außerhalb der Börse vorgenommen. Es besteht eine direkte Verbindung zwischen den zwei Vertragsparteien, sodass es sich um ein sogenanntes OTC-Geschäft handelt.

Im Gegensatz dazu bildet der physisch replizierende ETF den Basisindex exakt mit den Finanzprodukten nach, die in ihm vertreten sind. Wenn wir also einen DAX ETF mit physischer Replikation haben, kauft der Fondsmanager alle 40 DAX-Aktien – übrigens auch in der gleichen Gewichtung wie im DAX – und nimmt diese ins Portfolio des Fonds auf. Somit gibt es kein Kontrahentenrisiko, weil dem ETF die Aktien im Depot gehören und es sich dabei um Inhaberpapiere handelt.

Wie funktioniert ein Swap ETF?

Lassen Sie uns am folgenden Beispielverdeutlichen, wie ein Swap ETF in der Praxis funktioniert. Wir gehen davon aus, dass der entsprechende Index in einen gemischten Aktienkorb investiert. Dieser Korb hat einen angenommenen Gegenwert in Höhe von 100 Euro. Darüber hinaus hat der Swap ETF einen Index-Swap mit einem Kontrahenten abgeschlossen. 

Im Folgenden nehmen wir an, dass der Basisindex auf 104 Euro ansteigt. Der entstehende Unterschied zum Wert des Aktienkorbes wird anschließend durch den bereits erwähnten Index-Swap sofort kompensiert. Das beinhaltet, dass der Index-Swap vom Wert her nun auf vier Euro ansteigt. Daraus ergibt sich eine Summe von 104 Euro, die exakt den Wert des Index abbildet. Im Beispiel hat sich demzufolge der Swap ETF exakt so entwickelt, wie es beim Basisindex der Fall ist.

Info

Swap ETFs können die Entwicklung des zugrunde liegenden Basisindex sehr genau nachbilden. Das Ziel besteht darin, dass sich der Swap ETF exakt so wie der Basisindex entwickelt.

Welche Swap ETFs gibt es?

Alle Swap ETFs innerhalb der EU haben die sogenannte 10%-Hürde gemeinsam. Das bedeutet, dass der Unterschied innerhalb der Rendite zwischen den zwei Vertragsparteien nicht die 10%-Marke überschreiten darf. Sollte das der Fall sein, muss ein Ausgleich der Differenz stattfinden. Was das Kontrahentenrisiko angeht, so lassen sich die folgenden drei Arten von Swap ETFs voneinander unterscheiden:

  • Unfunded Swap ETFs
  • Funded Swap ETFs
  • Fully Funded Swap ETF

Das Risiko im Hinblick auf den Kontrahenten ist bei den Unfunded Swap ETFs am größten. Dort wird auf zusätzliche Sicherheiten verzichtet. Das führt dazu, dass ein Verlustrisiko von allerdings höchstens zehn Prozent existiert, sollte ein Swap Partner ausfallen. Sicherlich auch aufgrund dieser Tatsache gibt es solche Unfunded Swap ETFs nur noch selten. 

Eine höhere Sicherheit gibt es bei den sogenannten Funded Swap ETFs. Dort existiert eine zusätzliche Absicherung des Ausfallrisikos. Dadurch wird erreicht, dass für die Höhe des Gegenwertes des Swaps eine Sicherheit hinterlegt wird, die beim Ausfall verwertet werden kann. 

Noch weniger Risiken im Hinblick auf den Kontrahenten gibt es bei den Fully Funded Swaps ETFs. In dem Fall wird der ETF keinen Aktienkorb kaufen, sondern das gesamte Vermögen in einen Index-Swap anlegen. Dazu gibt es ferner hohe Sicherheiten, die fast immer mindestens 100 Prozent des Swap-Wertes betragen.

Swap ETFs werden mittlerweile von nahezu allen größeren Emittenten am Markt ausgegeben, wie zum Beispiel Xtrackers, iShares und Amundi. So können Sie beispielsweise in die folgenden drei Swap ETFs investieren:

  • Xtrackers MSCI World Swap ETF 1C (LU0274208692)
  • Xtrackers ShortDAX Daily Swap UCITS ETF 1C (DE000A0MEQA1)
  • iShares S&P 500 Swap UCITS ETF (IE00BMTX1Y45)

Was die Vorteile eines Swap ETF?

Trotzdem Swap ETFs zunächst deutlich komplizierter als gewöhnliche Indexfonds klingen, haben sie dennoch einige Vorteile für Anleger. Der Hauptvorteil ist sicherlich, dass durch die Swap ETFs auch wenig liquide Indizes bestens nachgebildet werden können, was für synthetische ETFs oftmals in der Form nicht möglich ist. Darüber hinaus haben Swap ETFs diese weiteren Vorteile:

Was sind die Nachteile und Risiken eines Swap ETF?

Neben den zuvor genannten Vorteilen gibt es ebenso einige Nachteile, die Sie bei Swap ETFs beachten sollten. Da wäre zunächst das Kontrahentenrisiko, sollte eine Vertragspartei Insolvenz anmelden müssen. Allerdings besteht dieses zusätzliche Risiko – je nach Art des Swap ETF – meistens maximal mit zehn Prozent. Darüber hinaus sind bei Swap ETFs natürlich größere Verluste möglich, je nachdem, wie sich die entsprechenden Finanzprodukte entwickeln. Weitere Nachteile und Risiken sind:

  • Mangelhafte Transparenz tritt häufiger auf
  • Relativ komplexe Finanzprodukte
  • Art der Tauschgeschäfte für Laien oft nicht nachvollziehbar

Die mangelnde Transparenz als ein Nachteil kommt meistens deshalb zustande, weil das Basisportfolio häufig nicht veröffentlicht wird. Anleger wissen also nicht, worin die Swap-Geschäfte im Detail bestehen.

Info

In der Summe weisen Swap ETFs etwas mehr Vor- als Nachteile auf. Dennoch sollte jeder Anleger individuell entscheiden, ob diese Form der Indexfonds oder die klassischen ETFs, also die physisch replizierenden, für ihn die bessere Option sind.

Gibt es bei Swap ETFs eine bessere Rendite?

Tatsächlich ist es häufiger so, dass Swap ETFs eine leicht höhere Rendite aufweisen als „normale“ Indexfonds. Das liegt insbesondere am geringeren Tracking Error und an den eingesparten Transaktionskosten, die sich positiv auf die Rendite auswirken. Der Unterschied beträgt allerdings meistens weniger als 0,3 Prozent in der Rendite.

Sind Swap ETF für Anleger sinnvoll?

Zwar haben Swap ETFs einige Vorteile, auch gegenüber physisch replizierenden Indexfonds. Das bedeutet allerdings nicht, dass Sie grundsätzlich für alle Anleger sinnvoller sein müssen. Für Swap ETFs spricht die meistens etwas höhere Rendite sowieder geringere Tracking Error. Dagegen sprechen vor allem die deutlich geringere Transparenz und das zusätzliche Kontrahentenrisiko. Daher sollte jeder Anleger individuell entscheiden, welche Variante besser zu seinen Anlagezielen und seinem Anlegertyp passt.