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Geldanlage Schiffsfonds – Investitionen mit hohem Risiko

Geldanlage Schiffsfonds – Investitionen mit hohem Risiko
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Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze

  • Schiffsfonds geben Anlegern über eine unternehmerische Beteiligung die Möglichkeit, in Schiffe zu investieren
  • Anteile an den geschlossenen Fonds können Anleger über einen begrenzten Zeitraum erwerben
  • Mit einer Schiffsbeteiligung können Sie überdurchschnittliche Renditen erzielen, insbesondere nach Steuern
  • Die Kapitalbindung ist sehr lang und beläuft sich meistens auf mindestens zehn Jahre
  • Schiffsbeteiligungen sind ein riskantes Investment, denn ein Totalverlust ist möglich

Manche Anleger wählen bewusst sehr sichere Investments, andere Kunden sind wiederum auf der Suche nach attraktiven Anlageformen mit überdurchschnittlichen Renditen. Manchmal entscheiden sich Anleger deshalb für geschlossene Fonds, zu denen unter anderem die Schiffsfonds gehören. Die Anlage kann sogar mit einer attraktiven Rendite ausgestattet sein, beinhaltet jedoch ein hohes Risiko. 

In unserem Beitrag erfahren Sie zunächst, was Schiffsfonds sind und wie diese funktionieren. Ferner gehen wir auf die Chancen und Risiken ein, wenn Sie sich für Schiffsbeteiligungen entscheiden. Sie erfahren ferner, ob und für welche Anleger solche geschlossenen Fonds geeignet sind.

Was sind Schiffsfonds?

Schiffsfonds werden häufig ebenfalls als Schiffsbeteiligungen bezeichnet. Es handelt sich dabei um unternehmerische Beteiligungen an Schiffen. In der Regel werden Sie als Anleger zum Miteigentümer (Kommanditist) des entsprechenden Schiffsfonds und erzielen Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb. Im Gegenzug werden Sie am späteren Verkaufserlös beteiligt und erhalten teilweise eine attraktive Rendite. Allerdings sind solche Schiffsbeteiligungen mit einem höheren Risiko ausgestattet, auf welches wir noch näher eingehen werden.

Wie funktionieren Schiffsfonds?

Die Funktionsweise der Schiffsfonds ist relativ einfach zu erläutern. Im ersten Schritt haben Sie als Anleger die Möglichkeit, Anteile an den Schiffsfonds zu erwerben, wie es zum Beispiel ebenfalls bei geschlossenen Immobilienfonds oder anderen, geschlossenen Beteiligungen, der Fall ist. Sobald die Fondsgesellschaft eine bestimmte Eigenkapitalquote erreicht hat, wird der Fonds geschlossen. Daher der Name: geschlossene Fonds.

Mit dem entsprechenden Kapital kauft die Fondsgesellschaft dann beispielsweise ein Containerschiff, welches anschließend vermietet wird. Alternativ wird das Schiff erst noch gebaut, sodass zwischen Investition und Inbetriebnahme durchaus einige Monate vergehen können. Investments über Schiffsfonds erfolgen oftmals in die folgenden Schiffsarten:

  • Containerschiffe
  • Kreuzfahrtschiffe
  • Tanker
  • Bulker

Ganz entscheidend für die Funktionsweise der Schiffsfonds sind die Chartereinnahmen. Dadurch erzielen die Schiffe und damit auch die Gesellschaft Erträge, die ein später als Ausschüttungen an die Anleger fließen. Zudem werden die Chartereinnahmen dafür verwendet, um den aufgenommenen Kredit nebst Zinsen zurückzuzahlen. Am Laufzeitende, oft nach 20 Jahren, werden die entsprechenden Containerschiffe oder sonstigen Schiffe veräußert. Aus dem Erlös findet die Rückzahlung des von Anlegern investierten Kapitals statt.

Info

Die Fondsgesellschaft lässt oft ein Schiff bauen, betriebt dieses anschließend jedoch nicht selbst. Stattdessen mieten Reedereien das Schiff und kümmern sich um dessen Betrieb. Der Fondsgesellschaft fließen dafür Miet- bzw. Chartererträge zu.

Was sind die Chancen und Risiken von Schiffsfonds? 

Bevor Sie sich für die Anlage in Schiffsfonds entscheiden, sollten Sie sich unbedingt mit den Chancen (Vorteilen) sowie den Risiken (Nachteilen) auseinandersetzen. So ist beispielsweise der Erfolg des Investments in hohem Maße davon abhängig, wie sich die Charterraten entwickeln und welcher Chartervertrag überhaupt von der Fondsgesellschaft geschlossen wurde. Mit der Charterrate ist die Miete gemeint, die zum Beispiel ein Reeder zahlen muss. Grundsätzlich zeichnen sich Schiffsfonds durch folgende Vorteile aus:

  • Überdurchschnittliche Renditen möglich
  • Sehr geringe, steuerliche Belastung
  • Interessantes Investment

Gegenüber diesen Vorteilen überwiegen allerdings für die meisten Anleger bei Schiffsfonds eher die Nachteile. Zu nennen sind insbesondere:

  • Hohe Verluste möglich bis hin zum Totalverlust
  • Mindesteinlage fast immer 10.000 Euro und mehr
  • Lange Kapitalbindung von oft mindestens 10 Jahren
  • Kein Anspruch auf Erträge

Kurz zu diesen Nachteilen und Risiken. In der Vergangenheit mussten nicht wenige Schiffsfonds Insolvenz anmelden. Das zeigt das hohe Risiko, welches auch einen Totalverlust beinhalten kann. Zudem müssen Sie normalerweise mindestens 10.000 bis 20.000 Euro investieren, wenn Sie sich an einen Schiffsfonds beteiligen möchten. Sie binden Ihr Kapital dann meistens für einen Zeitraum von 10 bis 25 Jahren.

Auf jeden Fall müssen Sie unbedingt das Risiko im Kopf haben, dass ein Totalverlust des investierten Kapitals möglich ist. Der Grund besteht vor allem darin, dass Sie im Grunde nur ein einzelnes Projekt finanzieren, sodass es keinerlei Risikostreuung gibt. Sind zum Beispiel die Charterraten geringer als kalkuliert oder erleidet der Betrieb des Schiffes Verluste, kann das bereits der Anlass für einen Totalverlust sein.

Info

Zwar gibt es die Möglichkeit, die Anteile an Schiffsfonds vorzeitig am sogenannten Zweitmarkt zu veräußern. Dieser ist allerdings wenig liquide, sodass Sie entweder oft auf Ihren Anteilen sitzenbleiben oder höhere Abschläge beim Verkaufspreis hinnehmen müssten.

Sind Schiffsfonds für Anleger empfehlenswert?

Ob ein Investment für Anleger empfehlenswert oder nicht ist, ist oft eine individuelle Entscheidung. So hängt es zum Beispiel von Ihrem Anlegertyp, Ihren Anlagezielen und Ihrer Risikobereitschaft ab, ob Schiffsbeteiligungen ein für Sie passendes Investment sein können. Fest steht, dass der mögliche Erfolg der Anlage von mehreren Faktoren abhängig ist, die Sie berücksichtigen sollten. Das sind im Wesentlichen:

  • Schiffsart
  • Entwicklung des Welthandels
  • Entwicklung im Logistik- und Transportbereich
  • Charterraten
  • Größe des Schiffes
  • Handelsbeschränkungen
  • Wettbewerb

Viele dieser Faktoren sind nicht kalkulierbar. Daher sind Schiffsfonds definitiv ausschließlich für Anleger mit zum einen etwas größerem Anlagevermögen und zum anderen mit einer hohen Risikobereitschaft geeignet. Interessant sind solche Beteiligungen an Schiffen für Investoren, die steuerlich äußerst günstig Geld anlegen möchten. Aufgrund der sogenannten Tonnagesteuer ist es nämlich bei Schiffsfonds möglich, nur einen sehr geringen Teil der Einnahmen versteuern zu müssen. 

Das ist damit zu begründen, dass nicht die tatsächlichen Gewinne versteuert werden müssen, sondern die Grundlage für die Gewinnermittlung ist die Größe des entsprechenden Schiffes. Das bedeutet, dass die Gewinne in der Praxis oft deutlich höher ausfallen, als für das entsprechende Schiff mittels der Tonnagesteuer ermittelt wird. Zudem können Anleger Verluste vortragen lassen, die mit Gewinnen aus anderen Einkünften verrechnet werden dürfen.

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