Ende des Mietvertrags: Das müssen Sie beim Mietaufhebungsvertrag beachten

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Vermeiden Sie bei der Formulierung des Mietaufhebungsvertrags unklare Regelungen. Legen Sie das Ende des Mietvertrags kalendarisch genau fest. Vermeiden Sie […] (Foto: Sensay/Shutterstock)

Vermeiden Sie bei der Formulierung des Mietaufhebungsvertrags unklare Regelungen.

Legen Sie das Ende des Mietvertrags kalendarisch genau fest.

Vermeiden Sie also Vereinbarungen, die hierzu keine klare Aussage treffen (z. B. „Der Mieter zieht aus, wenn er eine neue Wohnung gefunden hat“ oder „Der Mieter zieht schnellstmöglich aus“).

Solche Regelungen sind viel zu unbestimmt und daher wenig praxistauglich, zumal sie eine Menge Streitstoff in sich bergen.

Achtung:

Wird im Mietaufhebungsvertrag nicht angegeben, wann der Mietvertrag endet, endet dieser automatisch an dem Tag, an dem der Mietaufhebungsvertrag geschlossen wird.

In der Praxis fallen Vertragsende und Auszugstermin meist zusammen.

Musterformulierung

Das zwischen den Vertragspartnern durch Mietvertrag vom … begründete Mietverhältnis über die im Gebäude … gelegene Wohnung wird im beiderseitigen Einvernehmen zum … beendet. Auf die Einräumung einer darüber hinausgehenden Räumungsfrist verzichtet der Mieter.

Der Mieter verpflichtet sich, zu dem vorstehend genannten Termin die Mieträume mit Nebenräumen und sämtliche, auch auf eigene Kosten beschaffte, Schlüssel an den Vermieter herauszugeben.

 Legen Sie eine Räumungsfrist fest

Möglich ist auch, dass die Termine der Beendigung des Mietverhältnisses und der Räumung nicht zusammenfallen, etwa weil die neue Wohnung verspätet bezugsfertig wird.

In diesem Fall empfiehlt sich der klarstellende Hinweis, dass der Mieter bis zu seinem Auszug zur Zahlung einer Nutzungsentschädigung in Höhe der vertraglich geschuldeten Miete sowie der anteiligen Betriebskosten verpflichtet ist.

Tipp:

Wenn der Auszugstermin bekannt ist, vereinbaren Sie einen Termin für die Beendigung des Mietverhältnisses, der zeitlich davor liegt. Wird nämlich die dazwischen liegende Zeit bis zur Räumung als Räumungsfrist ausgestaltet, könnte diese bei einem eventuellen Räumungsprozess angerechnet werden.

Vorteil:

Sie erhalten Ihre Mietsache schneller zurück und verringern das Risiko von Mietausfällen.

Musterformulierung:

Das Mietverhältnis endet am …. Dem Mieter wird bis zu seinem Auszug und bis zur Rückgabe der Mietsache am … eine Räumungsfrist eingeräumt.

Schönheitsreparaturen

Bei der Beendigung von Mietverhältnissen gibt es erfahrungsgemäß am häufigsten Streit um die Schönheitsreparaturen. Dabei ist der Zustand der Wohnung entscheidend für eine schnelle Weitervermietung. Deshalb sind für Sie klare Aussagen hierzu unerlässlich.

Maßgeschneiderte Lösung bietet Vorteile

Das bevorstehende Ende des Mietverhältnisses bietet den Vorteil, den Zustand der Wohnung schriftlich zu dokumentieren, um auf dieser Grundlage die Pflichten des Mieters zu regeln.

Lassen Sie sich diesen Zustandsbericht vom Mieter unterschreiben und nehmen Sie im Aufhebungsvertrag hierauf Bezug – so kann der Mieter später nicht behaupten, dass die Wohnung doch noch ganz gut aussieht und Renovierungsarbeiten gar nicht erforderlich sind.

Folgende Regelungen bieten sich bezüglich der Schönheitsreparaturen für Sie an:

  • Der Mieter wird von der Verpflichtung hierzu freigestellt.
  • Der Mieter ist verpflichtet, die Schönheitsreparaturen durchzuführen: In diesem Fall verwenden Sie einen Zustandsbericht, also ein detailliertes Mängelverzeichnis, und halten im Vertrag fest, bis zu welchem Tag die Arbeiten „sach- und fachgerecht“ ausgeführt sein müssen.
  • Der Mieter ist verpflichtet, die Schönheitsreparaturen durchzuführen und Sie einigen sich, dass ein bestimmtes Unternehmen dies übernimmt. Der Mieter trägt die hierfür entstehenden Kosten.
  • Der Mieter ist verpflichtet, die Schönheitsreparaturen durchzuführen, jedoch kann er diese Verpflichtung durch einen Pauschalbetrag abgelten. Betrag und Fälligkeit der Zahlung sind in diesem Fall ge nau anzugeben.

Musterformulierung:

Zur Abgeltung seiner Renovierungsverpflichtung zahlt der Mieter einen Betrag in Höhe von … € bis spätestens …

Tipp:

Soll die Verpflichtung des Mieters zur Durchführung von Schönheitsreparaturen abgegolten werden und haben Sie von ihm eine Barkaution erhalten, so ist deren (teilweise) Verrrechung für Sie von Vorteil. Denn die Kaution haben Sie ja schon. Insoweit regeln Sie einfach:

Zur Abgeltung seiner Renovierungsverpflichtung verzichtet der Mieter auf Abrechnung und Rückzahlung seiner Mietkaution.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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