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Rente: Eintrittsalter im europäischen Vergleich

Die Menschen in Europa werden immer älter. Nur wirkt sich der demographische Wandel, wie dieses Phänomen von Fachleuten bezeichnet wird, nicht in allen Ländern gleichmäßig ab. Diese Unterschiede wirken sich natürlich auch auf gesetzlichen Bestimmungen zur Rente bzw. zum Rentenalter aus.

In den zurückliegenden Jahren hat sich das Renteneintrittsalter im europäischen Vergleich angenähert. Dennoch gibt es immer noch signifikante Unterschiede.

Der Unterschied zwischen gesetzlichem und tatsächlichem Rentenalter besteht vor allem darin, dass viele Menschen krankheitsbedingt das Arbeitsleben vorzeitig beenden und so den Ruhestand lange vor dem gesetzlichen Renteneintrittszeitpunkt erreichen.

Renteneintrittsalter in Europa – 20 Staaten im Überblick

Landtatsächliches Rentenaltergesetzliches Rentenalter
Belgien61,665
Dänemark61,365
Deutschland61,765
Finnland61,665
Frankreich59,360
Griechenland61,465
Großbritannien63,1Männer: 65 / Frauen: 60
Irland64,165
Italien60,862,5
Luxemburg59,465
Niederlande63,265
Österreich60,962,5
Polen59,365
Portugal62,665
Schweden63,864
Slowenien59,862
Slowakei58,762
Spanien62,665
Tschechische Republik60,662*
Ungarn59,862

*Variiert bei Frauen abhängig von der Anzahl der Kinder

Die Tabelle kann jedoch nur eine Momentaufnahme sein. In vielen europäischen Ländern gibt es neue Bestimmungen und Planvorstellungen, die das Renteneintrittsalter wegen der steigenden Lebenserwartung der Bevölkerung erhöhen bzw. erhöhen möchten.

Beispiele dafür gibt es viele: So ist in Deutschland bereits die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre in Kraft. Dänemark will ebenfalls nachziehen, Frankreich hat das Renteneintrittsalter bereits auf 62 Jahre erhöht. Auch in Großbritannien wird das Renteneintrittsalter für Frauen momentan nach und nach auf ebenfalls 65 Jahre angehoben.

OECD-Studie weist Unterschiede bei Bezügen auf

Nach einer Studie der OECD aus dem Jahr 2013 liegt der Wert der Rentenansprüche in Deutschland unterhalb des Durchschnitts aller OECD-Länder. Und zwar nicht nur bezogen auf das Renteneintrittsalter sondern vor allem auch auf die Höhe der Ansprüche.

Die Höhe der Rente lässt sich in einer so genannten Ersatzquote messen. Hierbei handelt es sich um den Anteil, den die Ruhestandsbezüge relativ zum Einkommen erreichen.

Während in Deutschland das Einkommen des gesamten Arbeitslebens die Höhe der Bezüge bestimmt, sind es in anderen Staaten nur die Einkünfte der letzten 15 oder gar der letzten 5 Jahre vor dem Beginn des Ruhestands. Und diese liegen normalerweise deutlich höher.

Mit einer Netto-Ersatzquote von knapp 58 %, die ein deutscher Rentner laut OECD-Statistik erreicht, liegt er deutlich unter dem Durchschnitt von 69 %. Im Gegensatz dazu kommen Italiener auf 76 % des letzten Einkommens, Spanier auf gut 84 % und griechische Rentner sogar auf etwa 110 %.

Allerdings, so die Einschätzung der OECD, wird die Ungleichheit bei den Renten in Europa nicht mehr sehr lange anhalten. In einigen Ländern wie in Italien oder Frankreich stünden heftige Reformen an. Hier seien die Belastungen für die Steuerzahler zu hoch. Leider dürfen deutsche Rentner nicht auf Erhöhungen hoffen.

Daher wird die individuelle Vorsorge immer wichtiger. Neben privaten Rentenversicherungen wie der Riester- oder der Rürup-Rente bieten sich für Privatanleger vor allem die so genannten Altersvorsorgefonds (AV-Fonds) oder die Investition in Aktien an. Mithilfe dieser Möglichkeiten lassen sich eventuell auftretende Versorgungslücken vorzeitig ausgleichen.

12. Februar 2015

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Peter Hermann
Von: Peter Hermann. Über den Autor

Peter Hermann ist studierter Germanist und Sozialwissenschaftler und arbeitet seit vielen Jahren im Wirtschafts- und Finanzjournalismus. Sein Spezialgebiet sind die Offenen Investmentfonds. Darüber hinaus besitzt er die Zulassung zum Anlageberater nach § 34 f.