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Von Zertifikaten bis Banksparplänen: Lohnt die Investition?

Bietet sich die Investition in Zertifikate, Lebens-, Renten-, Direktversicherungen und Banksparpläne im Rahmen Ihrer Altersvorsorge an? Lohnt sich eine Investitionen innerhalb der nächsten Jahre? Fragen über Fragen – die Antworten finden Sie in diesem Artikel.

Discount, Bonus oder Zins: Zertifikate im Test

Viele Zertifikate, von Zins-Zertifikaten oder Zertifikaten mit festen oder scheinbar festen Erträgen bis zu Discount- oder Bonus-Zertifikaten, sind bei privaten Investoren sehr beliebt.

Bei einigen Papieren lauern allerdings Gefahren. Zertifikate sind Anleihen, sodass Sie bei der Rückzahlung auf die Rückzahlungsfähigkeit des Emittenten angewiesen sind. Damit sind auch Zertifikate, die auf Aktien lauten, keine Sachwerte.

Dabei sind allerdings die wenigsten Zertifikate normale oder sichere Anleihen, sondern meist sogenannte strukturierteProdukte. Die Rückzahlung und die Höhe der Rückzahlung hängt dann an Bedingungen, die viele Investoren nichtvollständig verstehen und auch nicht verstehen können. Denn diese Bedingungen sind komplex.

Selbst einfache „Discount-Zertifikate“ haben oft Komponenten, die nicht zu 100% verständlich sind. Wer sich über Zertifikate informieren möchte, muss im Zweifel die Emissionsbedingungen selbst lesen. Tests in Banken vor Ort brachten die Erkenntnis, dass auch Bankberater diese Papiere oft nicht beherrschen.

Damit wird gleichzeitig deutlich, wie gefährlich die Investition in Zertifikate in den Händen von Privatinvestoren sein kann. Vor Jahren machte eine Welle an überraschenden Zahlungsausfällen, die vertragsgerecht und damit nicht illegal waren, bei „Alphazertifikaten“ Schlagzeilen. Die meisten privaten Investoren hatten die Folgen nicht einschätzen können.

Pleiten, Pech und Pannen mit Anleihen

Außerdem verdeutlichte die Lehman-Pleite im Jahr 2008, dass Sie im Zweifel keinen Anspruch auf Rückzahlung von Anleihen haben, wenn eine solche Bank Konkurs anmeldet. Wichtig ist es, die Zahlungsfähigkeit der Emittenten im Auge zu behalten.

Beispielsweise können Sie sich über den Deutschen Derivate-Verband informieren. Dort werden Angaben zur Kreditwürdigkeit der Emissionsbanken in einem Ranking festgehalten.

Für die Zukunft gilt allerdings die Warnung, dass die Zahl der Pleiten vermutlich zunehmen wird. Denn Banken habenviel Geld verliehen. Kommt es zu größeren Zahlungsausfällen, wird es schwierig, Konkurse zu verhindern. Daher sollten Sie möglichst wenig oder am besten keine Zertifikate kaufen.

Wer „Garantie-Zertifikate“ mit sicheren Zinsen kaufen möchte, kann beispielsweise zu ähnlichen Konditionen sein Geld auf Tagesgeldkonten investieren. Wer Discounter kaufen möchte, kann Aktien mit einer hohen Dividenden-Rendite im Depot aufnehmen. Bonus-Zertifikate erfüllen einen ähnlichen Zweck.

Verkaufen Sie im Zweifel all jene Papiere, die Sie entweder nicht vollständig verstehen oder deren Wertentwicklung Sie nicht einschätzen können. Der Verkauf erfolgt über eine einfache Order, die Sie Ihrer Bank mitteilen. Sie brauchen sich bei Papieren, die an der Börse handelbar sind, nicht an Laufzeiten zu halten.

Falls Sie Zertifikate im Depot halten wollen, bietet sich eine Absicherung via Stop-Loss-Limits an. Das heißt: Sie setzen einen klaren Verkaufskurs, etwa 20% unter dem aktuellen Kurs und teilen diesen Kurs der Bank mit. Ziehen Sie den Kurs gelegentlich nach oben, wenn die Notierungen an den Börsen steigen.

Lebens- und private Rentenversicherungen: Keine Aussicht auf 10% Rendite

Verträge mit Lebensversicherungen oder private Rentenversicherungen sind entweder frei in ihren Anlagen oder „fondsgebunden“. Das Prinzip bleibt dasselbe: Sie kaufen oft einen Zweck ein – den Todesfallschutz – und bezahlen auch noch für den Vermögensaufbau. Die Leistungen dieser Gesellschaften beim Aufbau privaten Vermögens sind allerdings überschaubar.

Lebensversicherer haben nur minimale Überschussbeteiligungen, die weit von 10% oder mehr pro Jahr entfernt sind. Private Rentenversicherungen hingegen werden oft fondsgebunden sein, sodass sich die Auswahl für Sie stark einschränkt. Aus diesem Grund empfiehlt es sich, solche Versicherungen zu kündigen oder stillzulegen.

Bekannt ist allerdings, dass die vorzeitige Kündigung von Lebensversicherungen auch noch viel Geld kostet. So gibt es Musterrechnungen, wonach erst 7 oder 8 Jahre Einzahlung Versicherte überhaupt in den schwarzen Bereich bringen. Stornos werden – ohne hier auf die Details eingehen zu wollen -, weiterhin genutzt, um die anfänglichen Vertriebs- und Verwaltungskosten abzurechnen. Deshalb kann die Kündigung faktisch nur Geld kosten.

Immerhin ist die rechtliche Situation inzwischen besser geworden. Aktuell müssen die Versicherungsgesellschaften Kunden bei einem Storno an den sogenannten Bewertungsreserven zur Hälfte beteiligen.Diese Bewertungsreserven ergeben sich aus einem hohen Bestand an früheren Anleihe-Käufen mit hohen Zinsen.

Sobald die Zinsen am Markt wieder steigen, reduzieren sich indes auch die oben schon beschriebenen Bewertungsreserven dramatisch. Damit ist die Absicherung bei weitem nicht so hoch, wie es Verteidiger der Versicherungsgesellschaften momentan noch verlautbaren lassen.

Zuletzt im Test: Direktversicherungen, Banksparpläne und Co.

Diese Modelle bringen selbst nach Zuschüssen von Arbeitgebern in der Regel nur Renditen von 2% bis 2,5%. Viel zu wenig, um langfristig Vermögen aufzubauen. Alternativen zur Aussetzung oder Kündigung der Verträge eröffnen sich, wenn Sie auf Zuschüsse von Unternehmen spekulieren.

Nur sind diese Zuschüsse selbst oft so gering, dass sich die Rendite insgesamt nicht positiv(er) entwickeln wird. Auch der Staat kann mit Steuergeschenken die Gesamtrendite nicht entscheidend hebeln. Gleiches gilt für Banksparpläne oder Produkte mit ähnlichen Bezeichnungen, auch diese sind nicht für den langfristigen Vermögensaufbau geeignet.

7. November 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jan Krengel. Über den Autor

Bereits als Teenager faszinierte Jan Krengel das Thema Börse – schließlich versprach einem der Neue Markt schnellen Reichtum. Da er schnell begriff, dass es Vermögen nicht ohne Fleiß und Disziplin gibt, begann der heranwachsende Börsenstar ettliche Fachliteratur zu studieren und ging auch beruflich den klassischen Weg.