Das Renteneintrittsalter übersichtlich als Tabelle dargestellt

Wann Sie in Rente gehen können, hängt von Ihrem Geburtsjahr ab. Hier können Sie einsehen, wann das Eintrittsalter in Ihre Rentenzeit erreicht ist. (Foto: oneinchpunch / Shutterstock.com)

Das Thema Rente ist seit Jahren in aller Munde und löst bei vielen Menschen gerade für die Zukunft große Unsicherheit aus. Wie lange muss ich eigentlich arbeiten, bis ich meine Rente beziehen kann? Viele Menschen befürchten eine fortlaufende Anhebung des Renteneintrittsalters. Dies ist wegen der angeblich schwierigen wirtschaftlichen Lage sowie der immer höheren Lebenserwartung der Menschen sehr problematisch.

Um der Veralterung der Gesellschaft entgegenzuwirken, hat die Bundesregierung das Renteneintrittsalter angehoben. Das Renteneintrittsalter wird jedoch nicht schlagartig angehoben, sondern schrittweise. Dies ermöglicht einen sanfteren Übergang der neuen Regelungen. Durch das Rentenversicherungs-Anpassungsgesetz vom 01.01.12 wurde die Berechnung des Renteneintrittsalters modifiziert. Das Renteneintrittsalter erhöht sich somit schrittweise ab dem jeweiligen Geburtsjahr von 65 auf 67 Jahre ab dem Jahr 2029.

Diese Modifizierung hat große Auswirkungen für die zukünftige Rentner-Generation, da sich durch die längere Beschäftigungsdauer die Lebensarbeitszeit der Menschen deutlich erhöht. Mehr Informationen zur Berechnung des Renteneintrittsalters sowie einen Rechner finden Sie nachfolgend.

Leider unrealistisch: Rente mit 60

Die Rente mit 60 ist heute ein leider unrealistischer Wunsch vieler Versicherten. Doch vor längerer Zeit war es für Frauen (heute sind Männer und Frauen gleichgestellt) möglich, das Renteneintrittsalter mit 60 zu erreichen. Heute sieht das jedoch anders aus: Alle Versicherten ab dem Geburtsjahrgang 1964 erreichen ihr Renteneintrittsalter mit Vollendung des 67. Lebensjahres.

Somit werden jedem Jahrgang vor 1964 je 2 Monate vom Renteneintrittsalter abgezogen. Alle vorherigen Jahrgänge werden gemäß der neuen Gesetzeslage schrittweise von 65 auf 67 Jahre angepasst. Durch die nachträgliche kleine Rentenreform im Jahr 2014 wurde der Anspruch für die Rente mit 63 nach 45 jähriger Beitragszahlung geschaffen.

Noch früher als mit 60 Jahren?

Alle hier geschilderten Regelungen gelten ausschließlich für die abschlagsfreie Rente nach dem aktuellen Satz zur Rentenberechnung. Jedoch ist es unter bestimmten Voraussetzungen durchaus möglich, vor Erreichen des 60. Lebensjahres in Rente zu gehen. Dies ist für den Großteil der Versicherten auf Grund der hohen Abschläge jedoch unmöglich, denn die dreijährige Versorgungslücke muss vom Versicherten eigenfinanziert werden.

Um den Lebensstil der letzten Jahre aufrecht erhalten zu können, sind während der dreijährigen Überbrückungsphase Einkünfte in Höhe von 60-80% des letzten Nettoeinkommens notwendig. Weiterhin ist ein vorheriger Vermögensaufbau für Durchschnitts- oder Geringverdiener schwierig, sodass die Rente vor 60 den besonders vermögenden Menschen vorbehalten ist.

Abschlagsfrei in den Ruhestand: Rente mit 63

Im Jahr 2014 verabschiedete die Bundesregierung unter dem Slogan „Nicht geschenkt, sondern verdient!“ die kleine Rentenreform. Fortan ist das abschlagsfreie Renteneintrittsalter nach 45 jähriger Rentenbeitragszahlung auch mit 63 Jahren möglich. Wie im gesamten Sozialgesetzbuch gibt es auch hier Einschränkungen: die Rente mit 63 ist nur für die Jahrgänge bis 1952 möglich (vor 1952 geboren).

Für die Jahrgänge bis 1964 wird das Renteneintrittsalter schrittweise auf 65 Jahre erhöht. Leider wissen dies viele langjährig Versicherte nicht und gehen fälschlicherweise vom Renteneintrittsalter mit 63 aus. Ausnahmen bilden hier die Bezieher einer Erwerbsminderungsrente sowie Schwerbehinderte. Diese Personen erreichen das Renteneintrittsalter abschlagsfrei mit 63 Jahren oder mit Abschlägen auch früher.

Die neue Regelzeit: Rente mit 67

Der Anspruch auf Rente besteht für den Großteil der heute einzahlenden Menschen grundsätzlich ab Erreichen der Regelaltersgrenze von 67 Jahren. Die schrittweise Anhebung des Renteneintrittsalters von 65 auf 67 Jahren ist einigen Probleme geschuldet, wodurch laut Generationenvertrag zukünftig immer weniger Beitragszahler immer mehr Rente finanzieren müssen.

Konkret sind das Probleme wie der demographische Wandel, fehlende Beitragszahlungen durch Niedriglöhne, atypische Beschäftigungsformen sowie der immer längere Rentenbezug auf Grund der steigenden Lebenserwartung.

Noch nicht ausgeschlossen: Rente mit 70

Die bereits angesprochene Angst der Menschen, das Renteneintrittsalter könnte in Zukunft stetig angehoben werden, ist auf Grund der demographischen Faktoren gar nicht so abwegig. Bereits nach der Anhebung des Renteneintrittsalters auf 67 Jahre wurde die Rente mit 70 von Politikern diskutiert. Dies ist also nicht nur ein mediales Gerücht, sondern könnte theoretisch durchaus Realität werden. Praktisch sieht die Realität jedoch schon heute anders aus, denn über 50% der Versicherten treten vorzeitig in die Rente ein. Sie werden also Frührentner.

Renteneintrittsalter berechnen

Der letzte Arbeitstag steht bevor? Endlich sind Sie Rentner und freuen sich auf die schönen Dinge im Leben? Diese Gedanken haben viele Menschen, die sich dem aktuellen Renteneintrittsalter nähern. Doch wann genau ist das eigentlich? Nutzen Sie einen von vielen Renteneintrittsalter-Rechnern im Internet, z.B. diesen hier: https://www.altersvorsorge-und-inflation.de/rente-mit-67-rechner.php. Dort können Sie Ihr Renteneintrittsalter anhand des Geburtsjahres und der Anzahl versicherungspflichtiger Jahre schnell und einfach berechnen lassen.

Solche Rechner berücksichtigen die aktuelle Gesetzeslage für die Regelaltersrente und können Ihnen Informationen über den frühesten Rentenbeginn, Renteneintrittsalter vor vorzeitiger Inanspruchnahme und Altersrente bei ausreichender Wartezeit liefern. Dabei berücksichtigen sie Ausnahmen wie Schwerbehinderung, Erwerbsminderung oder den Beruf des Bergbauers unter Tage.

Außerdem werden die in § 50 SGB VI aufgeführten beitragsfreien Zeiten wie z.B. Schule, Kindererziehung oder Studium berücksichtigt. Nutzen Sie einen Online-Rechner zur Ermittlung Ihres Renteneintrittsalters, denn unter Umständen kommen Sie in den Genuss der vorzeitig abschlagsfreien Altersrente.

Das Renteneintrittsalter für die Jahrgänge bis 1946, 1947-1963 und ab 1964

Im Jahr 2012 begann die erste Anhebung des Eintrittsalters für 65 Jahre alte Menschen aus 1947.

Bis 1946

Das Renteneintrittsalter für alle Jahrgänge bis 1946 bleibt unverändert bei 65 Jahren, abschlagsfrei.

1947-1963

Für die Jahrgänge von ´47-63 steigt das Renteneintrittsalter sukzessive von Jahrgang zu Jahrgang auf 67 Jahre. Bis zum Jahr 2024 erhöht sich das Renteneintrittsalter somit um 1 Monat je Jahrgang. Von 2025 bis 2031 sogar um je 2 Monate. Mit dieser Erhöhung sollen die Auswirkungen des demographischen Wandels abgefangen werden.

Beispiel:

Jahrgang 1947 erreicht das Renteneintrittsalter mit 65 Jahren und 1 Monat.

Jahrgang 1949 erreicht das Renteneintrittsalter mit 65 Jahren und 3 Monaten.

Jahrgang 1959 erreicht das Renteneintrittsalter mit 66 Jahren und 2 Monaten.

Jahrgang 1960 erreicht das Renteneintrittsalter mit 66 Jahren und 4 Monaten.

Dieses Schema wird bis zum Jahrgang 1963 fortgeführt, sodass für nachfolgende Jahrgänge das neue Renteneintrittsalter von 67 Jahren stufenweise erreicht wurde.

Ab 1964

Im Jahr 2031 ist die sukzessive Anhebung beendet. Alle nachfolgenden Jahrgänge erreichen ihr grundsätzliches Renteneintrittsalter nur noch mit 67 Jahren.

Nach Erreichen des Renteneintrittsalters beginnt die eigentliche Rentenzeit immer zum 01. des Folgemonats. Die Rente beginnt ausnahmsweise im selben Monat, wenn der Geburtstag des Versicherten auf den 01. desselben Monats fällt. Die Regelaltersrente meint hier die „normale“ Rente und kann nicht vor Eintritt des 65. bzw. nun 67. Lebensjahres bezogen werden.

Außerdem sind mindestens 5 Jahre Wartezeit (Beitragszahlung) notwendig. Der vorzeitige Renteneintritt ist die Altersrente mit Abschlägen. Der Unterschied und große Vorteil der Regelaltersrente ist die unbegrenzte Hinzuverdienstmöglichkeit ohne Anrechnung auf die Rentenzahlung.

Gemäß § 35 SGB VI liegt das Renteneintrittsalter bei Vollendung des 67. Lebensjahres. Bis zum Jahr 2011 lag diese Grenze noch bei 65 Jahren. Diese Erhöhung ab 2012 auf 67 Jahren war der steigenden Lebenserwartung und den längeren Rentenbezugszeiträumen geschuldet. Gemäß § 235 SGB VI bleibt die Grenze für vor 1947 Geborene weiterhin bei 65 Jahren.

Mit welcher Rentenhöhe kann ich rechnen?

Die wohl wichtigste Frage für alle bevorstehenden Rentner ist wohl die nach der ausbezahlten Rentenhöhe. Doch kaum jemand weiß, wie die Rente genau berechnet wird. Hierzu wurde ein System entwickelt, indem die Versicherten durch Beitragszahlungen sog. Entgeltpunkte sammeln.

Jede Lohn-/Gehaltszahlung eines Versicherten wird mit dem Durchschnittsgehalt (2015: 34,999€, 2016: 36,187€, 2018: vorläufig 37,873€) aller Arbeitnehmer ins Verhältnis gesetzt. Sodann erhält jeder Versicherte pro Jahr einen Entgeltpunkt pro Beitragszahlung i.H.d. des zuvor festgelegten Durchschnittsgehaltes auf seinem Konto gutgeschrieben.

Verdient ein Versicherter bspw. die Hälfte dieses Durchschnittsgehaltes, so zahlt er folglich nur den hälftigen Versicherungsbeitrag und erhält 0,5 Entgeltpunkte. Umgekehrt erhalten überdurchschnittliche Verdiener mehr als einen Punkt. Alle Punkte ergeben in der Summe bei Erreichen des Renteneintrittsalters die Rentenzahlung. Die konkrete Höhe der Rentenzahlung ist vom aktuellen Wert eines Entgeltpunktes abhängig.

Wann kann ich früher in Rente gehen?

Viele Versicherte möchten verständlicherweise vor dem regulären Renteneintrittsalter von 67 Jahren in Rente gehen. Doch unter welchen Voraussetzungen ist dies möglich? Aktuell treten über 50% der gesetzlich Rentenversicherten vor der Rentenaltersgrenze in den vorzeitigen Ruhestand ein.

Hier stellen sich oft 3 konkrete Fragen: Wie hoch ist meine Rente? Wann kann ich frühestens in Rente gehen? Mit welchen Abschlägen habe ich zu rechnen? Die meisten Menschen verstehen unter Rente die Altersrente. Diese sieht bestimmte Voraussetzungen wie Alter und Mindestversicherungszeit vor. Doch es gilt zu differenzieren, denn es gibt 5 Varianten der Altersrente:

    1. Regelaltersrente
    2. Altersrente für langjährig Versicherte
    3. Altersrente für besonders langjährig Versicherte
    4. Altersrente für Frauen
    5. Altersrente wegen Arbeitslosigkeit oder nach Altersteilzeit

Unabhängig von anderen Ausnahmen können langjährig Versicherte früher in Rente gehen. Das frühestmögliche Renteneintrittsalter ist jedoch 63. Hier wird ein mind. 35-jähriger Versicherungszeitraum in die gesetzliche Rentenkasse vorausgesetzt. Außerdem wird die Rentenversicherung einen Abschlag i.H.v. 0,3 % pro vorzeitig beanspruchtem Monat von der Gesamtrente streichen.

Dieser Abschlag ist nicht einmalig, sonst lebenslang!

Sollten Sie also bspw. 4 Jahre früher in Renten gehen wollen, müssen Sie lebenslang mit 14,4 % weniger Rente pro Monat sowie einer insgesamt niedrigeren Rente leben. Die Gesamtrente reduziert sich, da hier 4 Jahre Beitragszahlungen bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter von 67 Jahren fehlen.

Zum Vergleich: ein Anspruch auf Regelaltersrente besteht bereits nach 5 jähriger Wartezeit.

Die konkrete Altersgrenze ist abhängig vom Geburtsjahr: Gemäß § 36 SGB VI liegt das Renteneintrittsalter für langjährig Versicherte bei Vollendung des 67. Lebensjahres. Bis 2013 lag dies noch bei 65 Jahren und wird nun auf 67 erhöht.

§ 236 SGB VI festigt das Renteneintrittsalter für vor 1949 Geborene bei 65 Jahren, ab 1949 ->

Versicherte

Geburtsjahr

Geburtsmonat

Anhebung um Monateauf AlterRenteneintritt ab
1949
Januar1 Monate65 Jahre + 1 Monate2014
Februar2 Monate65 Jahre + 2 Monate2014
März – Dezember3 Monate65 Jahre + 3 Monate2014
19504 Monate65 Jahre + 4 Monate2015
19515 Monate65 Jahre + 5 Monate2016
19526 Monate65 Jahre + 6 Monate2017
19537 Monate65 Jahre + 7 Monate2018
19548 Monate65 Jahre + 8 Monate2019
19559 Monate65 Jahre + 9 Monate2020
195610 Monate65 Jahre + 10 Monate2021
195711 Monate65 Jahre + 11 Monate2022
195812 Monate66 Jahre2024
195914 Monate66 Jahre + 2 Monate2025
196016 Monate66 Jahre + 4 Monate2026
196118 Monate66 Jahre + 6 Monate2027
196220 Monate66 Jahre + 8 Monate2028
196322 Monate66 Jahre + 10 Monate2029
ab 196424 Monate67 Jahre2031

Das Renteneintrittsalter liegt für besonders langjährig Versicherte seit 2012 für vor 1953 Geborene abschlagsfrei bei 63 Jahren. Dazu muss der Versicherte jedoch 45 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben. Für nachfolgende Jahrgänge erhöht sich das Renteneintrittsalter um 2 Monate je Jahrgang.

Ab 1964 können Versicherte abschlagsfrei mit 65 Jahren in Rente gehen. Der Anspruch besteht im Vergleich zu 2. 2 Jahre früher, jedoch kann sie auch gegen Abschläge nicht noch früher beansprucht werden.

Die konkrete Altersgrenze ist abhängig vom Geburtsjahr: Gemäß § 38 SGB VI liegt das Renteneintrittsalter für besonders langjährig Versicherte bei Vollendung des 65. Lebensjahres. Bis 2015 lag dies noch bei 63 Jahren und wird seit 2016 auf 65 erhöht.

§ 236b SGB VI festigt das Renteneintrittsalter für vor 1953 Geborene bei 63 Jahren, ab 1953 ->

Versicherte

Gesetzliches Renteneintrittsalter: Die Regelungen im ÜberblickDer Eintritt eines Menschen in die gesetzliche Altersrente ist abhängig von seinen Anspruchsvoraussetzungen und den geltenden Altersregelungen. › mehr lesen

Geburtsjahr

Anhebung um Monateauf AlterRenteneintritt ab
19532 Monate63 Jahre + 2 Monate2016
19544 Monate63 Jahre + 4 Monate2017
19556 Monate63 Jahre + 6 Monate2018
19568 Monate63 Jahre + 8 Monate2019
195710 Monate63 Jahre + 10 Monate2020
195812 Monate64 Jahre2022
195914 Monate64 Jahre + 2 Monate2023
196016 Monate64 Jahre + 4 Monate2024
196118 Monate64 Jahre + 6 Monate2025
196220 Monate64 Jahre + 8 Monate2026
196322 Monate64 Jahre + 10 Monate2027
ab 196424 Monate65 Jahre2029

Sonderfall: Rente für Bergbauer

Ein weiterer Ausnahmefall sind die langjährig unter Tage beschäftigten Bergbauer. Ihr Renteneintrittsalter liegt nach einer 25 jährigen Wartezeit bei 60-62 Jahren. Im Vergleich liegt deren Renteneintrittsalter somit 5 Jahre unter dem der Regelaltersrente. Jedoch können Bergbauer auch gegen Abschläge nicht noch früher in Rente gehen.

Die konkrete Altersgrenze ist abhängig vom Geburtsjahr: Gemäß § 40 SGB VI liegt das Renteneintrittsalter für Bergbauer bei Vollendung des 62. Lebensjahres. Bis 2011 lag dies noch bei 60 Jahren und wird seit 2012 auf 62 erhöht.

§ 238 SGB VI festigt das Renteneintrittsalter für vor 1952 Geborene bei 60 Jahren, ab 1952 ->

Versicherte

Geburtsjahr

Geburtsmonat

Anhebung um Monateauf AlterRenteneintritt ab
1952
Januar1 Monate60 Jahre + 1 Monate2012
Feburar2 Monate60 Jahre + 2 Monate2012
März3 Monate60 Jahre + 3 Monate2012
April4 Monate60 Jahre + 4 Monate2012
Mai5 Monate60 Jahre + 5 Monate2012
Juni – Dezember6 Monate60 Jahre + 6 Monate2012
19537 Monate60 Jahre + 7 Monate2013
19548 Monate60 Jahre + 8 Monate2014
19559 Monate60 Jahre + 9 Monate2015
195610 Monate60 Jahre + 10 Monate2016
195711 Monate60 Jahre + 11 Monate2017
195812 Monate61 Jahre2019
195914 Monate61 Jahre + 2 Monate2020
196016 Monate61 Jahre + 4 Monate2021
196118 Monate61 Jahre + 6 Monate2022
196220 Monate61 Jahre + 8 Monate2023
196322 Monate61 Jahre + 10 Monate2024
ab 196424 Monate62 Jahre2026

Erwerbsminderungsrente

Die Erwerbsminderungsrente ist für Versicherte, die auf Grund gesundheitlicher Einschränkungen einen bestimmten Berufszweig nicht länger ausüben dürfen oder deren tägliches Arbeitspensum 3/6 Stunden nicht übersteigen darf. Dazu werden spezielle Rentenzahlungen für teilweise/volle Erwerbungsminderung bis zum regulären Renteneintrittsalter gezahlt.

Arbeitslose/Altersteilzeit

Die Rente ist unter engen Voraussetzungen grundsätzlich auch nach einer Arbeitslosigkeit möglich. Hier liegt das Renteneintrittsalter bei 63 Jahren. Außerdem muss der Versicherte vor 1952 geboren sein, mind. 15 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt haben sowie bei Renteneintritt arbeitslos und gleichzeitig nach Erreichen des 58,5. Lebensjahres mind. 52 Wochen arbeitslos gewesen sein.

Alternativ ist das Renteneintrittsalter mit 63 erreicht, wenn zuvor mind. 24 Monate in Teilzeit gearbeitet wurde. Obwohl es für die ältere Generation schwer ist einen Job zu finden, so gelten die besonderen Regelungen nur für Jahrgänge bis 1951. Ende 2018 laufen diese Regelungen aus.

Schwerbehinderte

Ab einem Behinderungsgrad von über 50% liegt das Renteneintrittsalter für Schwerbehinderte bei 63 Jahren. Dies galt bis zum Jahrgang 1951. Auch für diesen Ausnahmefall wird die Lebensarbeitszeit angehoben.

Im Jahr 2018 beginnt die Rente mit 63 + 9 Monaten. Die Anpassung ist 2029 schrittweise beendet, sodann das Renteneintrittsalter für Jahrgänge ab 1964 mit 65 Jahren eintritt.

Der Rentenanspruch ist bei einer 35-jährigen Versicherungsphase, mind. 50% Behinderungsgrad und einer Altersgrenze zwischen 63 und 65 erreicht. Bei einer Altersrente ist mit Abschlägen i.H.v. 0,3% pro vorzeitigem Monat ab 3 Jahren vor der regulären Altersrente zu rechnen.

Die konkrete Altersgrenze ist abhängig vom Geburtsjahr: Gemäß § 37 SGB VI liegt das Renteneintrittsalter für Schwerbehinderte bei Vollendung des 65. Lebensjahres. Bis 2014 lag dies noch bei 63 Jahren und wird stufenweise auf 65 erhöht.

§ 236a SGB VI festigt das Renteneintrittsalter für vor 1952 Geborene bei 63 Jahren, ab 1952 ->

Versicherte

Geburtsjahr

Geburtsmonat

Anhebung um Monateauf Altervorzeitige Inanspruchnahme möglich ab AlterRenteneintritt ab
1952
Januar1 Monate63 Jahre + 1 Monat60 Jahre + 1 Monat2015 / 2012
Feburar2 Monate63 Jahre + 2 Monate60 Jahre + 2 Monate2015 / 2012
März3 Monate63 Jahre + 3 Monate60 Jahre + 3 Monate2015 / 2012
April4 Monate63 Jahre + 4 Monate60 Jahre + 4 Monate2015 / 2012
Mai5 Monate63 Jahre + 5 Monate60 Jahre + 5 Monate2015 / 2012
Juni – Dezember6 Monate63 Jahre + 6 Monate60 Jahre + 6 Monate2015 / 2012
19537 Monate63 Jahre + 7 Monate60 Jahre + 7 Monate2016 / 2013
19548 Monate63 Jahre + 8 Monate60 Jahre + 8 Monate2017 / 2014
19559 Monate63 Jahre + 9 Monate60 Jahre + 9 Monate2018 / 2015
195610 Monate63 Jahre + 10 Monate60 Jahre + 10 Monate2019 / 2016
195711 Monate63 Jahre + 11 Monate60 Jahre + 11 Monate2020 / 2017
195812 Monate64 Jahre61 Jahre + 0 Monate2022 / 2019
195914 Monate64 Jahre + 2 Monate61 Jahre + 2 Monate2023 / 2020
196016 Monate64 Jahre + 4 Monate61 Jahre + 4 Monate2024 / 2021
196118 Monate64 Jahre + 6 Monate61 Jahre + 6 Monate2025 / 2022
196220 Monate64 Jahre + 8 Monate61 Jahre + 8 Monate2026 / 2023
196322 Monate64 Jahre + 10 Monate61 Jahre + 10 Monate2027 / 2024
ab 196424 Monate65 Jahre62 Jahre2029 / 2026

Unterschiede zwischen Mann und Frau

Vor geraumer Zeit erreichten Frauen das reguläre Renteneintrittsalter früher als Männer. Heute jedoch bestehen keine etwaigen Differenzierungen mehr. Die Regeln zum Renteneintrittsalter gelten für einheitlich für alle Geschlechter.

Ab wann gelten die neuen Regelungen?

Auf Grund von Gesellschaftsalterung und sinkender Geburtenrate müssen immer weniger Menschen immer mehr Renten zahlen. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung im Jahr 2007 das Rentenversicherungs-Altersgrenzenanpassungsgesetz verabschiedet. Bis dahin lag das Renteneintrittsalter bei 65 Jahren.

Ab 2029 liegt das Renteneintrittsalter nach schrittweiser Anhebung der Lebensarbeitszeit bei 67 Jahren. Die Anhebung begann im Jahr 2012 mit dem Jahrgang 1947. Somit müssen alle Jahrgänge zwischen 1947-1963 ihr persönliches Renteneintrittsalter berechnen.

Wartezeiten

Grundlage für die Berechnung Ihres Renteneintrittsalters nach 5 Jahren beitragspflichtiger Arbeitsjahre sind Kindererziehung, Wehr-/Zivildienst, Entgeltersatzzahlungen oder Versorgungsausgleich. Nach 35 Jahren wird zusätzlich auch Mutterschutzgeld, ALG, Krankheit und Reha angerechnet. Freiwillige Beiträge sind nach 45 Jahren für das Renteneintrittsalter anrechenbar.

Wie hoch sind Abschläge bei vorzeitigem Renteneintritt?

Abgesehen von den zuvor beschriebenen Ausnahmen können alle anderen Versicherten frühestens mit 63 Jahren die gesetzliche Rente in Anspruch nehmen. Dabei müssen sie jedoch z.T. massive Abschläge hinnehmen. Diese betragen 0,3 % pro vorzeitig aus dem Beruf ausgeschiedenem Monat und werden lebenslang von der monatlichen Rente einbehalten. Die Reduzierung der monatlichen Rente ist auf Grund der dann abnehmenden Rentenzahlung sowie der stärkeren Versteuerung der Renten deutlich spürbar.

Abschlagsfrei früher in Rente gehen?

Sie haben Ihr gesetzliches Renteneintrittsalter noch nicht erreicht und möchten dennoch früher in Rente gehen?  Noch schöner wäre es, wenn Sie dies abschlagsfrei tun können. Denn grundsätzlich geht mit dem Rentenanspruch vor dem Renteneintrittsalter ein finanzieller Einschnitt einher. Besonders langfristig Versicherte können bswp. die hohen Abschläge vermeiden.

Allerdings müssen diese sich dann mit einer insgesamt geringeren Rente anfreunden, da die Versicherungsbeiträge bis zum offiziellen Renteneintrittsalter fehlen. Langjährig Versicherte haben neben der geringeren Rente zusätzlich einen Verlust durch monatliche Abschläge hinzunehmen.

Doch stehen den Versicherten hierzu einige empfehlenswerte Gegenmaßnahmen zur Verfügung, womit die Rentenlücken ausgeglichen werden können:

  1. Ausgleichszahlungen in die Rentenkasse
  2. Nebenjob
  3. Private Vorsorge
  4. Flexirente

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.