Put-Optionen – Vorteile, Anwendung & Put-Call-Parität

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Mit Put-Optionen können Sie verdienen, obwohl der Basiswert (z. B. eine Aktie oder ein Fondsanteil) an Wert verliert. (Foto: Pavel Ignatov / Shutterstock.com)


Put-Optionen im Überblick 

Definition: Ermöglicht einen Wert bis zum Verfallstag zum festgelegten Preis zu verkaufen.

Vorteile: Chance, auch bei fallenden Kursen Gewinne zu erzielen.

Einsatz: Instrument zur Absicherung des Aktiendepots.

Risiken: Renditechancen bei Put-Optionen sind mit dem Risiko des Totalverlustes verbunden.


Definition – Was sind Put-Optionen?

Der BegriffPut stammt, wie viele Begriffe im Finanzwesen, aus dem Englischen und steht für eine Verkaufsoption. Auch wenn die Übersetzung für Verkaufsoption steht, verbergen sich hinter dem Begriff sowohl Verkaufsoptionen als auch Verkaufsoptionsscheine.

Der Unterschied zwischen Optionen und Optionsscheinen liegt in der Hauptsache darin, dass Optionen direkt an den Terminbörsen gehandelt werden, während Optionsscheine von Banken herausgegeben werden.

Durch den Kauf einer Put-Option erwirbt der Käufer das Recht, einen bestimmten Basiswert bis zu dem in der Put-Option bestimmten Datum zu dem in der Option festgelegten Preis zu verkaufen. Sie gewinnen mit Put-Optionen gerade dann, wenn der Basiswert (z. B. eine Aktie, ein Index, Währung oder ein Fondsanteil) an Wert verliert.

Funktionsweise einer Put-Option

Wie wird bei fallenden Kursen Gewinne erzielt?

Im Prinzip ist es ganz einfach, wie mit einem Put bei fallenden Kursen Geld verdient werden kann. Mit dem Kauf eines Puts kauft man zu einem Bruchteil des aktuellen Kurses das Recht, einen Wert zu einem bestimmten Preis zu verkaufen.

Angenommen die Aktien der Beispiel AG besitzt aktuell einen Kurs von 32,00 €. Wir haben einen Put für 2,50 € mit dem Basispreis von 30,00 € erworben. Dann haben wir das Recht, die Aktien zu diesem Basispreis zu verkaufen.

Das würde bei dem Kurs von 32,00 Euro keinen Sinn machen. Wenn aber der Kurs der Beispiel AG auf 25,00 € sinkt, können wir diese weiterhin für 30,00 € verkaufen. Dies ergibt eine Differenz von 5,00 € pro Aktie. Zieht man den Kaufpreis des Puts von 2,50 € ab, bleibt ein Gewinn von 2,50 €. Dies entspricht einer Rendite auf den Put von 100%.

So funktionieren Calls & Puts

Put-Optionen und ein Börsen-Crash

Im Folgenden wollen wir uns die Put-Optionen bei Eintritt eines Börsen-Crashs anschauen:

Zum Kaufzeitpunkt einer Put-Option notiert der Basiswert, hier eine Aktie, beispielsweise mit 50 €. Die Put-Option hat den Basispreis 50 €. Der Käufer der Put-Option hat das Recht, die Aktie für 50 € zu verkaufen. Dabei ist es völlig unerheblich, zu welchem Kurs die Aktie an der Börse gehandelt wird. Nehmen wir an, die Aktie fällt auf 45 €. Der Käufer kann die Put-Option zum Preis von 50 € verkaufen. Er kann die Aktie, dank seiner Put-Option, für 5 € über dem Kurs verkaufen. Die Put-Option ist dadurch deutlich wertvoller geworden.

Sagen wir, in einem Crash fällt der Kurs der Aktie auf 20 €. Der Käufer der Put-Option hat weiterhin das Recht, die Aktie zum Preis von 50 € zu verkaufen. Die Aktie hat jetzt nur noch einen Wert von 20 €. Theoretisch könnte der Käufer der Put-Option also eine Aktie für 20 € an der Börse kaufen und diese sofort über seinen Put (Ausübung des Rechtes) für 50 € verkaufen. Die Aktie muss ihm ein Stillhalter der Put-Option (Verkäufer der Put-Option, ohne diese im Bestand zu haben) zu diesem Kurs abnehmen.

Die Put-Option ermöglicht seinem Käufer, die Aktie 30 € teurer zu verkaufen, als diese aktuell an der Börse gehandelt wird. Das ist ein realer und riesiger Geldvorteil, der die Put-Option schnell auf +100% oder +200% Gewinn und weit mehr steigen lassen kann.

Typischerweise werden Gewinne aus Put-Optionen also nicht durch Kauf und Verkauf von Aktien realisiert. Die obige Darstellung mit dem (theoretischen) Kauf und Verkauf der Aktien dient nur dem besseren Verständnis der Wirkungsweise der Put-Optionen.

Hebel und Laufzeit von Put-Optionen

In den seltensten Fällen wird der Verkauf des Basiswertes ausgeübt. Der Put selber wird gehandelt und schwankt in seinem Kurs. Fällt der Kurs der Beispiel AG unter den Basispreis des Puts von 30,00 €, ist der Put im Geld. Ab diesem Zeitpunkt steigt der Kurs des Put prozentual wesentlich schneller an, als der Aktienkurs der Beispiel AG an Wert verliert. Diesen Effekt nennt man Hebel. Beim Handel mit Hebelprodukten liegen jedoch nicht nur Chancen, sondern auch das Risiko eines Totalverlusts.

Jeder Put, genau wie jeder Call, hat eine festgelegte Laufzeit. Diese ist vom Anleger besonders zu beachten. Liegt der Kurs unserer Beispiel AG am Ende der Laufzeit über dem Basispreis von 30,00 €, erleidet der Anleger mit diesem Put einen Totalverlust. Daher sollte jeder Anleger, der mit einem Put auf fallende Kurse spekuliert, immer auf eine ausreichende Restlaufzeit achten.

Put: Nichts für Anfänger

Auch wenn sich mit dem Einsatz eines Puts, wie bei anderen Hebelprodukten auch, große Chancen auf Gewinne eröffnen, so ist der Handel mit diesen Produkten doch nur dem erfahrenen Anleger anzuraten.

Sicherlich, die Möglichkeit, auch bei fallenden Kursen Gewinn zu machen, sowie die Chance, ein Aktieninvestment gegen Verluste abzusichern, ist gegeben. Doch nur, wer auch wirklich versteht, wie ein solches Produkt funktioniert, sollte damit handeln.

Bezeichnung einer Option

Beispiel Put-Option: PowerShares QQQ

Den Hintergrund können Sie anhand eines konkreten Beispiels ganz einfach nachvollziehen.

Im Herbst 2007, als die PowerShares QQQ (Fonds auf die Nasdaq) mit 55 $ notierten, kostete eine Put-Option auf diesen Fonds mit der Laufzeit Januar 2009 und dem Basispreis 50 $ rund 3,60 $, also 360 $ je Kontrakt mit 100 Puts. Zum Zeitpunkt des Kaufs der Put-Optionen notierten die PowerShares QQQ also bei rund 55 $. Die Puts gaben einem Anleger also das Recht, je Kontrakt 100 Aktien für jeweils 50 $ zu verkaufen.

Bei Ausübung der Puts (das heißt: Einlösen des Rechts) kann ein Anleger an der Börse die PowerShares QQQ zum aktuellen börslich gehandelten Kurs kaufen und diese sofort für 50 $ verkaufen. Zum Zeitpunkt des Kaufs der Puts wäre das ein uninteressantes Geschäft: Kauf an der Börse für 55 $ und Verkauf zu 50 $. Es lohnte zu dem Zeitpunkt nicht, dieses Recht auszuüben. Aber dieses Recht, so handeln zu können, hatte einen bestimmten Wert (nämlich 3,60 $).

Put-Optionen: Recht ausüben oder nicht

In der Praxis üben praktisch alle Anleger dieses Recht nie aus, sondern verkaufen die Optionen mit dem entsprechenden Gewinn. So sparen sie Transaktionskosten und realisieren den gleichen Ertrag.

Die Darstellung mit dem (theoretischen) Kauf der Fondsanteile oder Aktien an der Börse und dem sofortigen Verkauf durch Ausübung der Put-Optionen dient aber dem besseren Verständnis der Wirkungsweise der Puts. Im folgenden Chart sehen Sie, wie sich der Kurs der PowerShares QQQ im Crashjahr 2008 entwickelte: Es ging abwärts.

Chart Put Option

Zu jedem Zeitpunkt hatte der Käufer der Put-Optionen das Recht, je Kontrakt 100 Aktien zum Kurs von 50 $ je Aktie zu verkaufen. Und dieses Recht führte zu hohen Gewinnen.

Zwischenrechnung: Im Frühjahr und Herbst 2008 fiel der Kurs der PowerShares QQQ auf rund 40 $ (im Chart grau markiert). Der Anleger konnte an der Börse zu diesem Kurs kaufen. Und sofort hätte er durch Ausübung seines Rechts aus den Puts zum Kurs von 50 $ verkaufen können. Ein Vorteil von glatten 10 $ je Anteil. Das heißt, der Kurs der PowerShares QQQ lag um 10 $ niedriger als der Basispreis der Puts; das war der „innere Wert” der Put-Optionen.

Ausübung einer Put-Option

Put-Optionen: Extrem hohe Gewinne möglich

Dieses Recht galt bis Januar 2009. Der Kurs der PowerShares QQQ konnte noch weiter fallen. Deshalb konnte der innere Wert immer weiter steigen (positive Differenz zwischen Basispreis der Puts abzüglich Kurs der PowerShares QQQ). Als Folge hatten die Puts zu dem Zeitpunkt auch noch einen erheblichen Zeitwert.

Die Puts notierten zu dem Zeitpunkt etwa mit 14 $. Ein Buchgewinn von fast 300%. Danach fiel der Kurs der PowerShares QQQ sogar noch weiter bis auf 25 $.

Auch zu diesem Zeitpunkt hatte der Anleger das Recht, die Power- Shares QQQ zum Kurs von 50 $ zu verkaufen, obwohl sie an der Börse nur 25 $ wert waren. Entsprechend legte der Put immer mehr an Wert zu.

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Der „innere Wert” betrug 25 $ und die Put-Optionen hatten in etwa einen Kurs von 27 $ erreicht. Ein Buchgewinn von +650%. Das zeigt, wie hoch die Gewinnchancen mit Puts sein können und wie einfach eine Absicherung eines Depots mit Puts ist.

Falls der Basiswert aber nicht fällt, sondern unverändert bleibt oder gar steigt, dann bleibt Ihr Einsatz auf den Kaufpreis des Puts beschränkt. Das Risiko ist also begrenzt.

Zusätzlich sollten Sie stets darauf achten, dass mit Ablauf der Zeit der sogenannte Zeitwert immer geringer wird. In unserem Beispiel betrug der Zeitwert beim Kauf 3,60 $, also den vollen Optionspreis.

Put Option Daimler

Put-Optionen richtig anwenden

Wenn Sie Put-Optionen für eigene Trades auswählen wollen, finden Sie die richtigen Puts ganz einfach mit einem kleinen und einfachen Frage-und-Antwort-Spiel:

Frage: Kann der Kurs des Basiswerts (Aktie, Fonds, Währung, Index oder Anderes) nach dem Kauf der Put-Option fallen und bis etwa drei Monate vor dem Verfallstag der Puts unter dem Basispreis des Puts beziehungsweise am letzten Handelstag deutlich darunter notieren?

Antwort: Ein Kurs des Basiswerts im Bereich des Basispreises der Puts oder tiefer ist nach Ihrer Einschätzung möglich. Die Absicherung funktioniert.

Anhand dieser Frage und Antwort wählen Sie Basispreis und Laufzeit der Put-Option aus und haben bei entsprechenden Kursverlusten des Basiswertes hervorragende Gewinn-Chancen.

Beachten Sie: je weiter ein Put vom Basispreis entfernt ist, desto höher ist Ihr Risiko und gleichzeitig auch Ihre Gewinnmöglichkeit.

Beispiel: Put-Option auf den DAX

Ein konkretes Beispiel für Verkaufsoptionen ist eine Put-Option auf den DAX.

Mit diesen bereits erklärten (spekulativen) Hebelprodukten, kann man sich konkret vor einem Markteinbruch und einer Talfahrt des DAX schützen. Dann steigt der Wert dieser Papiere überproportional an, wenn der Basiswert (der DAX) sinkt. Das macht Sinn für Anleger, die direkt in den DAX investiert haben oder in viele Unternehmen aus dem deutschen Leitindex.

Im Beispiel wollen wir von einem DAX-Depot von 10.000 € ausgehen. Der Dax soll bei 12.000 notieren. Bei diesem Niveau möchte der Anleger sein Depot gegen Kursverluste absichern. Bei einem Bezugsverhältnis der Puts zum DAX von 1:100 (1 Put = 120 DAX-Punkte) kann er 83 Put-Scheine kaufen (10.000 / 120). Dabei sollte die Laufzeit der Optionsscheine dem Anlagehorizont entsprechen.

Wenn man erwartet, dass der DAX unter 12.000 Punkte sinken wird, kauft man dann zur Absicherung 83 Put-Scheine mit einem Basispreis von 12.000 Punkten. Zu diesem Basispreis kann man den zugrunde liegenden Basiswert (DAX) bei Ausübung der Put-Option verkaufen.

Put-Optionen zusammengefasst

Auch wenn man sich in einem Aufwärtstrend der Aktienkurse befindet. Man weiß nie, wann der Bärenmarkt eintreten wird. Die Stimmung kann plötzlich kippen und die Märkte in einen dynamischen Abwärts-Strudel ziehen.

Für viele Anleger wurde der Crash-Monat Oktober 2008 dank der Put-Optionen zum „Goldenen Oktober”. Danach gab es im Frühjahr 2010, im Jahr 2011, August 2015 und im Januar 2016 nennenswerte Kursverluste der Märkte. Und immer haben die Anleger mit Put-Optionen Gewinne erzielt.

  • Warum Sie mit Put-Optionen Gewinne erzielen können, wurde Ihnen oben gezeigt.
  • Weil Sie mit Put-Optionen Gewinne erzielen können, sind Put-Optionen wertvoll.
  • Da Sie an der Börse nie eine absolute Sicherheit haben, sind Put-Optionen zur Absicherung eine Option.
  • Und wenn die Märkte jetzt doch abwärts taumeln, ist das nur eine andere Marktlage, um Gewinne zu erzielen: Den Put-Optionen sei es gedankt.

Was ist die Put-Call-Parität?

Die Put-Call-Parität dient dazu, den Wert europäischer Optionen zu bestimmen. Eine Put-Call-Parität ist das Herstellen einer Gleichheit zwischen einer Put-Option und einer Call-Option. Hierbei dreht es sich um das Gleichgewichtsverhältnis in Bezug auf deren Preise.

Durch die Put-Call-Parität wird eine wertmäßige Verbindung zwischen Call und Put hergestellt. Damit lässt sich theoretisch der gerechtfertigte Preis eines Puts auf der Basis eines richtig bewerteten Calls berechnen und umgekehrt. Zur Zuordnung: Bei einer Call-Option handelt es sich um eine Kauf-Option. Diese wirkt analog wie eine Put-Option.

Put-Call-Parität: Anwendung

Die Put-Call-Parität bestimmt das Gleichgewichtsverhältnis zwischen dem jeweiligen Preis einer europäischen Kauf-Option (Call) und einer europäischen Verkaufs-Option (Put). Anders als amerikanische Optionen können europäische Optionen erst am Verfallstag, also am Ende der vereinbarten Laufzeit, gehandelt werden. Eine vorzeitige Ausübung des Optionsrechts ist nicht möglich.

Wichtig:

Bei einer Put-Call-Parität muss es sich um Optionen handeln, bei denen das jeweils korrespondierende Gegenstück (Put bzw. Call) dieselben Merkmale hat.

Bei einer Put-Call-Parität müssen also die Call- bzw. Put-Optionen dieselbe Laufzeit und denselben Ausübungspreis auf denselben Basiswert haben. Beim Basiswert handelt es sich in der Regel um dividendenlose Aktien. Die Put-Call-Parität verhindert einseitige Arbitrage-Möglichkeiten. Arbitrage-Gewinne entstehen bei Differenzen von Preis oder Zinsen.

Put-Call-Parität: Verhinderung risikoloser Arbitrage-Gewinne

Bezogen auf Calls und Puts erklärt sich das beispielsweise so: Mit einer Put-Option sichert sich ein Anleger gegen fallende Preise ab. Damit erhält er eine Risikoabsicherung für den Fall, dass der Aktienkurs unter den vereinbarten Preis fällt. Dieser Ausübungspreis wird auch Strike genannt. Die Put-Option ist die Verkaufs-Option, bei der der Anleger die Aktien hält. Das Gegenstück dazu ist die Call-Option, die Kauf-Option mit den identischen Merkmalen in Bezug auf den Basiswert. Auch die Call-Option ist eine Absicherung gegen einen Kursverfall unter den Strikepreis – nur eben mit umgekehrten Vorzeichen.

Doch nicht nur das. Der Unterschied liegt vor allem in den Kosten. Bei Puts zahlt der Anleger nicht nur für die Option, sondern auch für die zugrundeliegenden Aktien. Und da hier Kosten entstehen und Geld gebunden wird, sind auch Zinsen relevant. Bei einer Entscheidung für die günstigere Call-Variante würden somit Kostenunterschiede im Vergleich zum Put entstehen. Eine derartige Möglichkeit zu Arbitrage-Gewinnen wird durch den rechnerischen Ausgleich mittels der Put-Call-Parität verhindert.

Put-Call-Parität: Herstellen der Gleichwertigkeit

Bei der Put-Call-Parität werden zwei Portfolios gebildet, um ein Gleichgewicht herzustellen. Das erste Portfolio besteht aus einer gekauften Kauf-Option und einer verzinslichen Geldanlage in Höhe des Basispreises der Optionen. Der Basispreis wird um die Restlaufzeit diskontiert bzw. abgezinst. Dies unter Berücksichtigung des risikolosen Zinssatzes.

Das zweite Portfolio wird aus dem Kauf einer Aktie und einer gekauften Verkauf-Option gebildet. Sowohl für die Call-Option im ersten Portfolio als auch für die Put-Option im zweiten Portfolio ist die gekaufte Aktie der Basiswert. Der zukünftige Wert beider Portfolios ist dann zum Fälligkeitszeitpunkt identisch.

Put-Call-Parität: Stimmungsbarometer für den Gesamtmarkt

Das PCR-Verhältnis erlaubt einen Rückschluss auf die vorherrschende Stimmung im Markt für oder gegen ein bestimmtes Wertpapier oder einen Index. Marktteilnehmer, die auf fallende Kurse setzen, kaufen überwiegend Puts, während sich optimistische Marktakteure in Erwartung auf steigende Kurse auf Calls stürzen. Nur in seltenen Fällen ist die Put-Call-Ratio 1:1 und damit ausgeglichen. Meist überwiegt eine Seite.

Kauft die Mehrheit der Marktteilnehmer Puts, ergibt sich ein Wert von größer als Eins, was auf eine negative Marktstimmung schließen lässt. Umgekehrt gilt: Entscheidet sich die Mehrheit der Marktakteure für Calls, ergibt sich ein PCR von unter Eins. Marktbeobachter sprechen dann von einem positiven Börsensentiment, indem die Akteure weiter steigende Kurse erwarten.

Put-Call-Parität: Funktion als Kontraindikator

In der Praxis sind bei einer hohen Put-Call-Ratio (PCR) – also, wenn die Anzahl der Puts überwiegen – oft steigende Kurse zu beobachten, wodurch viele Experten das PCR als Kontraindikator sehen. Die Verlässlichkeit der PCR als Kontraindikator ist umstritten. Der Grund: Viele Marktteilnehmer nutzen Optionen als Absicherung für Aktien- oder Währungskäufe, daraus sind nicht unbedingt Markttrends ableitbar.


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Rainer Heißmann
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen. Mit Heißmanns Börsenkommentar bringt er wochentäglich die Börse auf den Punkt. Seine Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie jedem verständlich und nachvollziehbar werden.

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