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Besteuerung von Personengesellschaften – 3 verbreitete Irrtümer

Existenzgründung ist für viele Menschen ein interessantes Thema, zumal staatliche Förderung und Steuervorteile winken. Aber der künftige Unternehmer muss alle Fakten, die ihn motivieren, auch genau prüfen. Denn gerade in Steuerfragen halten sich einige hartnäckige Irrtümer.

Meinung 1: Besteuerung von Personengesellschaften – es wird keine Mehrwertsteuer gezahlt

Diese Aussage ist eine unzulässige Verkürzung. Richtig ist, dass ein Unternehmen die Vorsteuer, die für die Beschaffung von Rohstoffen, Arbeitsmitteln und die Ausgaben gezahlt wird, bei der Gewinnermittlung gegen die eingenommene Mehrwertsteuer verrechnen kann. Da ein rentabler Betrieb natürlich mehr einnimmt als ausgibt, bleibt am Ende doch eine große Summe übrig, die an das Finanzamt gezahlt wird.

Im Übrigen muss bei jeder Rechnung die ausgewiesene Mehrwertsteuer erst einmal bezahlt werden. „Zurück“ gibt es das Geld nur über den Umweg über das Finanzamt. Der Irrtum in diesem Bereich entsteht aus der Wertung der Mehrwertsteuer als „durchlaufender Posten„. Darunter versteht ein Neueinsteiger selbstverständlich eine Summe ohne steuerlichen Belang.

Meinung 2: Besteuerung von Personengesellschaften – Vorteil Kleinunternehmer

Variante 2 der Fehleinschätzungen zur Mehrwertsteuer betrifft die Kleinunternehmerregelung. Bis zu einem Umsatz von 17.500 € im Jahr können sich Selbstständige für Ihre Rechnungslegung von der Mehrwertsteuer befreien lassen. Der daraus resultierende Glaube, sie könnten so auch ihre Leistung um fast 20 % billiger anbieten als die Konkurrenz, ist jedoch falsch.

Denn Kleinunternehmer sind nicht vorsteuerberechtigt, d.h. sie können auch die ausgegebene Summe für die Mehrwertsteuer auf Waren und Dienstleistungen nicht in der Jahresbilanz gegenrechnen. Der Einkauf von Rohstoffen, Waren oder Leistungen erfolgt immer mit Mehrwertsteuer. Sie produzieren also entsprechend teurer.

Dazu kommt, dass Kleinunternehmer Ausgangsmaterial nur in geringem Umfang einsetzen. Wie der Name schon sagt – das Geschäft läuft in kleineren Dimensionen. Rabatte von Großeinkäufen, die Kulanz von Lieferanten oder Skonto auf Terminzahlungen können von Kleinunternehmern in der Regel nicht für sich verwenden.

Meinung 3: Besteuerung von Personengesellschaften – Gewinn ist steuerlich günstiger als Verdienst

Hier existieren zum Teil abenteuerliche Vorstellungen davon, wie lukrative Gehälter den Betriebsgewinn schmälern und so zum Steuern sparen beitragen. Oft verwirren sich diese Meinungen auch mit der 15prozentigen Körperschaftssteuer oder der 25-prozentigen Abgeltungssteuer.

Die Besteuerung von Personengesellschaften unterliegt jedoch gänzlich anderen Voraussetzungen als Kapitalgesellschaften. Da eine GbR nicht als rechtsfähige oder eigenständige juristische Person fungiert, wird sie auch nicht als wirtschaftliches Konstrukt vom Fiskus zur Kasse gebeten.

Ausnahme ist die von den Gemeinden in unterschiedlicher Höhe erhobene Gewerbesteuer. Die Gesellschafter einer Personengesellschaft unterliegen steuerrechtlich der Einkommensteuer, und das zu genau den Steuersätzen, die für die jeweilige Einkommenshöhe gelten – also bis 45 %.

Denn die Überschüsse, die ein Mitinhaber anteilig aus der Tätigkeit einer GbR erhält, werden als Einkommen einer natürlichen Person gewertet.

12. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Daniela Kunath
Von: Daniela Kunath. Über den Autor

Daniela Kunath arbeitet als freie Autorin für verschiedene Projekte. Persönlich interessiert sie sich seit vielen Jahren für den Bereich Finanzen und Investments und gibt dieses Wissen passioniert an interessierte Leser weiter.