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Die Berechnung der Witwenrente

Die Witwen- und Witwerrente, im Folgenden kurz Witwenrente genannt, dient der finanziellen Absicherung des überlebenden Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners.

Die Höhe der Witwenrente ist von mehreren Faktoren abhängig, zuallererst davon, ob die kleine oder die große Witwenrente in Anspruch genommen werden kann. Nähere Informationen zu den Bedingungen, unter welchen die jeweilige Rente gezahlt wird, finden sich in dem Artikel Witwenrente – wer hat wann Anspruch?.

Die grundsätzliche Berechnung der Witwenrente ist nicht kompliziert. Aktuell erhält der Hinterbliebene bei der kleinen Witwenrente 25% und bei der großen Witwenrente 55% der Rentenansprüche des Verstorbenen.

Mehr zum Thema: Die Witwenrente – wie hoch ist sie?

Allerdings gibt es Zu- und Abschläge, die bei der Berechnung eine große Rolle spielen.

Der Kinderzuschlag auf die Witwenrente

Ein Kinderzuschlag steht dem überlebenden Ehepartner dann zu, wenn er ein Kind in dessen ersten drei Lebensjahren erzogen hat. Dieser Zuschlag wird erst nach Ablauf des Sterbevierteljahrs fällig.

Die Höhe des Zuschlags ist davon abhängig, ob die Erziehungszeit die vollen drei Jahre betrug oder kürzer war.

Seit dem 1. Juli 2011 beträgt der Zuschlag für das erste Kind monatlich maximal 54,93 Euro (Westdeutschland) bzw. 48,74 Euro (Ost) bei der großen Witwenrente. Bei der kleinen Witwenrente sind es maximal 24,97 Euro (West) bzw. 22,15 Euro (Ost).

Für jedes weitere Kind wird jeweils die Hälfte des errechneten Betrages veranschlagt.

Das Alter zum Zeitpunkt des Todes ist relevant

Je nach Alter zum Zeitpunkt des Todes des Versicherten kann es zu einer Kürzung der Witwenrente kommen. Stirbt ein Ehegatte zwischen seinem 60. und 63. Geburtstag, wird die Witwenrente um 0,3% pro Monat vor dem 63. Geburtstag gekürzt.

Liegt der Sterbefall also beispielsweise 11 Monate vor dem 63. Geburtstag, erfolgt eine Kürzung von 11 x 0,3% = 3,3%. Stirbt der Ehepartner vor seinem 60. Geburtstag, erfolgt eine pauschale Kürzung in Höhe von 10,8%.

Die Anrechnung des Einkommens

Auch spielt das Einkommen des Hinterbliebenen bei der Witwenrenten-Berechnung eine große Rolle. Darunter fallen Erwerbseinkommen, Erwerbsersatzeinkommen, Vermögenseinkommen und Elterngeld des Hinterbliebenen.

Dabei werden eigene Einkünfte zu 40% angerechnet, sofern sie einen bestimmten Freibetrag überschreiten. Seit 1. Juli 2012 gelten als Freibeträge 741,05 Euro (West) bzw. 657,89 Euro (Ost).

Beispiel: Ein Hinterbliebener hat einen grundsätzlichen Anspruch auf 500 Euro Witwenrente sowie ein eigenes anrechenbares Einkommen in Höhe von 900 Euro. Zieht man von den 900 Euro den Freibetrag ab, bleiben 158,95 Euro (West).

40% dieses Betrags sind 63,58 Euro. Diese werden von den 500 Euro Witwenrente abgezogen, so dass noch 436,42 Euro verbleiben.

Zur Ermittlung des anrechenbaren Einkommens wird aus dem Bruttoeinkommen ein Nettoeinkommen errechnet.

Je nach Art des Einkommens wird hierfür ein pauschaliertes Verfahren angewendet, um Brutto in Netto umzurechnen. In § 18b SGB IV wird erläutert, auf welche Weise und in welcher Höhe dies geschieht.

23. August 2012

Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist freier Autor und Redakteur mit mehrjähriger Erfahrung. Er vermittelt einer breiten Leserschaft ökonomische Zusammenhänge und Themenfelder wie private Vorsorge und Geldanlage mit einfachen Worten.