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Die Berechnung der Witwenrente

Die Witwen- und Witwerrente, im Folgenden kurz Witwenrente genannt, dient der finanziellen Absicherung des überlebenden Ehegatten oder eingetragenen Lebenspartners.

Die Höhe der Witwenrente ist von mehreren Faktoren abhängig, zuallererst davon, ob die kleine oder die große Witwenrente in Anspruch genommen werden kann. Je nach tatsächlicher Situation des Hinterbliebenen und den Umständen müssen gewisse Bedingungen erfüllt sein, um Witwenrente erhalten zu können.

Die grundsätzliche Berechnung der Witwenrente ist nicht kompliziert. Aktuell erhält der Hinterbliebene bei der kleinen Witwenrente 25% und bei der großen Witwenrente 55% der Rentenansprüche des Verstorbenen. Allerdings gibt es Zu- und Abschläge, die bei der Berechnung eine große Rolle spielen.

Den Kinderzuschlag auf die Witwenrente berechnen

Ein Kinderzuschlag steht dem überlebenden Ehepartner dann zu, wenn er ein Kind in dessen ersten 3 Lebensjahren erzogen hat. Dieser Zuschlag wird erst nach Ablauf des Sterbevierteljahrs fällig. Die Höhe des Zuschlags ist davon abhängig, ob die Erziehungszeit die vollen 3 Jahre betrug oder kürzer war.

Der Zuschlag für das 1. Kind beträgt monatlich maximal (also für volle 36 Monate Erziehungszeit) 57,21 € (Westdeutschland) bzw. 52,77 € (Ost) bei der großen Witwenrente. Bei der kleinen Witwenrente sind es maximal 26,01 € (West) bzw. 23,99 € (Ost). Für jedes weitere Kind wird jeweils circa die Hälfte des errechneten Betrages veranschlagt.

Witwenrente berechnen: Das Alter zum Zeitpunkt des Todes ist relevant

Je nach Alter zum Zeitpunkt des Todes des Versicherten kann es zu einer Kürzung der Witwenrente kommen. Stirbt ein Ehegatte vor seinem 65. Geburtstag, wird die Witwenrente um 0,3% pro Monat vor dem 65. Geburtstag gekürzt.

Liegt der Sterbefall also beispielsweise 11 Monate vor dem 65. Geburtstag, erfolgt eine Kürzung von 11 x 0,3% = 3,3%.Unabhängig von einem verfrühten Tod erfolgt eine pauschale Deckelung dieses Rentenabschlags bei einer Höhe von 10,8%.

Die Anrechnung des Einkommens bei der Witwenrente

Auch spielt das Einkommen des Hinterbliebenen bei der Witwenrenten-Berechnung eine große Rolle. Darunter fallen Erwerbseinkommen, Erwerbsersatzeinkommen, Vermögenseinkommen und Elterngeld des Hinterbliebenen.

Nicht angerechnet werden hingegen die meisten steuerfreien Einnahmen, wie z.B. Arbeitslosengeld II, die Grundsicherung im Alter oder Sozialhilfe, und die Einnahmen aus der Riester-Rente.

Dabei werden eigene Einkünfte zu 40% angerechnet, sofern sie einen bestimmten Freibetrag überschreiten. Seit 1. Juli 2015 gelten als Freibeträge 771,14 € (West) bzw. 714,12 € (Ost).

Witwenrente berechnen: Ein Beispiel

Ein Hinterbliebener hat einen grundsätzlichen Anspruch auf 500 € Witwenrente sowie ein eigenes anrechenbares Einkommen in Höhe von 900 €. Zieht man von den 900 € den Freibetrag ab, bleiben 128,86 € (West). 40% dieses Betrags sind 51,54 €. Diese werden von den 500 € Witwenrente abgezogen, so dass noch 448,46 € verbleiben.

Zur Ermittlung des anrechenbaren Einkommens wird aus dem Bruttoeinkommen ein Nettoeinkommen errechnet. Je nach Art des Einkommens wird hierfür ein pauschaliertes Verfahren angewendet, um Brutto in Netto umzurechnen. In § 18b SGB IV wird erläutert, auf welche Weise und in welcher Höhe dies geschieht.

23. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sebastian Grünewald. Über den Autor

Sebastian Grünewald ist seit mehreren Jahren als freier Autor und Redakteur tätig. In dieser Funktion informiert und berät er seine Leserschaft im Bereich Geldanlage und Private Vorsorge.