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Bei der großen Witwenrente sind die Zahlungen eher klein

Wenn der finanziell versorgende Ehepartner sirbt, so bleibt dem überlebenden Teil oftmals nur noch eine Perspektive: die Witwenrente.

Sie gehört zum System der Hinterbliebenen-Versorgung. Dieses besteht aus der Waisenrente, der Erziehungsrente, der großen und kleinen Witwenrente.

Große Witwenrente – finanzielle Grundabsicherung

Die große Witwenrente macht den Löwenanteil aus. Und zwar sowohl was die Anzahl der Bezieher angeht, als auch die Höhe der Bezüge.

Letzeres ergibt sich schon deshalb, weil die große Witwenrente 55% vom Rentenanspruch des verstorbenen Partners ausmacht. Nur ein Viertel ist es bei der kleinen Witwenrente.

Über 5 Mio. Menschen beziehen eine große Witwenrente, so die jüngste Statistik des Deutschen Rentenversicherung Bunds (DRV). Weniger als 10.000 Bezieher gibt es bei der kleinen Witwenrente.

Im Schnitt werden 596 € an die Witwen ausgezahlt. Witwer erhalten durchschnittlich etwa 242 € pro Monat. Das ist nicht sonderlich viel.

Trotz der überschaubaren Durchschnitts-Beträge stellt die große Witwenrente in der Regel zumindest eine Art Grundabsicherung für den finanziell schwächeren Überlebenden dar.

Die Witwenrente unter Beschuss

Dennoch gerät die Witwenrente in größeren Abständen unter Beschuss. Die Kritik kommt meist aus den Reihen der Arbeitgeberverbände. Mit dem Ziel, Sozialabgaben zu sparen, wird vorgeschlagen, die Hinterbliebenen-Rente zu kürzen oder nur bei nachgewiesener Bedürftigkeit auszuzahlen.

Die jüngste Attacke wurde von der pauschalen Behauptung flankiert, eine 45-jährige Frau könne ihr Einkommen durch Arbeit erwirtschaften. Die Witwenrente sei damit hinfällig.

Die große Mehrheit im politischen Spektrum steht jedoch hinter der großen Witwenrente. Dies ist die feste Größe. Variabel sind allerdings die Bedingungen und die Ausgestaltung der großen Witwenrente.

Große Witwenrente – Voraussetzungen und Veränderungen

Änderungen gab es zum Beispiel hier:

Früher konnte die Rente pauschal ab dem 45. Lebensjahr in Anspruch genommen werden. In den kommenden Jahren aber soll die Altersgrenze schrittweise auf 47 Jahre verschoben werden. In 2015 liegt sie momentan bei 45 Jahren und 4 Monaten.

Eine vergleichbare allmähliche Verschiebung um 2 Jahre steht auch beim Todesjahr des Ehepartners an – von früher 63 auf mittlerweile 65 Jahre.

Wer füher stirbt, tut seinen Nachkommen sozusagen auch finanziell keinen Gefallen. Dann nämlich wird die Witwenrente leicht gekürzt und zwar um jeweils 0,3 % pro Monat vor dem 65. Lebensjahr. Immerhin gibt es für diesen Abschlag eine Obergrenze. Sie liegt bei momentan 10,8 %.

Zum Ausgleich gibt es seit einigen Jahren einen Kinderzuschlag. Voraussetzung: Der überlebende Partner hat ein Kind mindestens bis zum Alter von 3 Jahren erzogen.

Witwenrente-Regelungen: Gegen Versorgungsehen

Natürlich will man auch die früher gelegentlich anzutreffenden „Versorgungsehen“ verhindern. Bei einer solchen Versorgungsehe wird primär nur geheiratet, um schnell in den Genuss einer attraktiven Witwenrente zu kommen.

Das geht nicht mehr. Ein Jahr muss die Ehe mindestens bestanden haben. Ausnahmen sind Härtefälle wie ein plötzlicher Unfalltod. Apropos Ehe und Zeitlauf: Wer erneut heiratet, der verliert seinen Anspruch auf die Witwenrente.

Geht dann aber auch diese zweite Ehe auseinander, so lebt der alte Anspruch wieder auf. Eventuelle neue Versorgungsanwartschaften werden allerdings angerechnet.

Angerechnet wird immer auch jegliches zusätzliche Einkommen, vorausgesetzt, es liegt über den Freibeträgen. Das können sein: gewerbliche Gewinne, Honorare für Leistungen, Mieterträge oder  Zinserträge.

Seit 2005 gelten alle genannten Regelungen ebenfalls uneingeschränkt für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften.

Große Witwenrente – zusätzlich vorsorgen

Insgesamt ist die große Witwenrente zumindest eine Art Grundsicherung für den überlebenden Partner. Besonders wenn dieser die Kinder erzogen hat, die vielleicht noch nicht mal die eigenen sind.

Dennoch, der Blick auf die durchschnittlich bescheidenen Bezüge zeigt, dass sich eine zusätzliche Vorsorge dringend empfiehlt. Da es um die Absicherung nach dem Todesfall geht, bietet sich eine Risikolebensversicherung an.

Anders als Kapitallebensversicherungen (Vorsicht: Verwechslungsgefahr) gibt es hier viel Leistung für wenig Geld.

Soll der begünstigte Nachkomme z.B. 100.000 € bekommen, so reicht dafür schon eine jährliche Einzahlung von rund 320 €. Natürlich kommt es dann noch auf Alter und Laufzeiten an.

16. Mai 2013

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Ralf Hartmann
Von: Ralf Hartmann. Über den Autor

Ralf Hartmann arbeitet seit vielen Jahren im Bereich Wirtschaft und Finanzen und hat dabei stets besonders das Wohl des Lesers im Blick. Sein Ziel: Aufklären über Anlagemöglichkeiten und Chancen für interessierte Anleger.