MenüMenü

Gratis Studie zum kostenlosen Download:
Neu: 3 Topaktien für das Jahr 2017 . . . Download hier ➜

Warum sind First Mover für Anleger so lukrativ?

Wer bremst – verliert. Und wer als erster Gas gibt, kommt als Erster ins Ziel. Genauso funktioniert das auch in der Wirtschaft. Privatanleger, die dabei auf den richtigen Piloten setzen, können viel Geld verdienen. Es gilt neue Unternehmen, Produkte und Leistungen zu identifizieren und sich als Investor daran zu beteiligen.

Rückblickend hätte gerne jeder Spekulant ein wenig Geld in Microsoft, Yahoo, Google oder Apple investiert, als diese Firmen an die Börse gingen. Wenn Unternehmen neue Wettbewerbsstrategien entwickelt haben und als Pioniere einen neuen Markt erobern, sind dies sogenannte First Mover. Oft steckt großes Potenzial in einem solchen Konzern – was es als Anleger auszunutzen gilt.

Vorteile der First Mover

Die Zeit spielt natürlich eine große Rolle. Wer als erstes eine neue Nische für sich einnehmen kann, hat nicht nur das Monopol, sondern den gesamten Markt für sich. Daraus folgen gleich mehrere Vorteile, die interessierte Investoren anziehen: Einerseits macht das Unternehmen sich sofort einen Namen. Es hat keine Mitbewerber, also ist es für den Kunden einfach, sich nur einen Hersteller merken zu müssen.

Ein Papiertaschentuch heißt deshalb heute bei den meisten immer noch Tempo, obwohl es inzwischen viele anderen Marken gibt. Es findet also eine unbezahlbare Aufwertung des Markennamens statt. Die Firma wird direkt mit dem Produkt in Verbindung gebracht und umgekehrt.

Andererseits hat das Unternehmen einen zeitlichen Vorsprung, was Marketing und Vertrieb, aber auch Forschung und Entwicklung angeht. Bis die Konkurrenz auf den Zug aufgesprungen ist und eine ähnliche Qualität liefern kann, hat sich das Produkt vom First Mover schon weiterentwickelt und verbessert. Vielleicht hat es neue Optionen, ist günstiger oder besser.

Coca-Cola verkaufte 1886 das erste Getränk und nutzte dies, um ein Imperium aufzubauen. Nicht jeder First Mover bleibt letztlich der Branchen-Primus auf Ewigkeit – aber gerade die ersten Jahre und manchmal sogar Jahrzehnte – haben Anleger sehr viel Freude an einer Beteiligung. Bestes Beispiel dafür ist Warren Buffett, der Coca-Cola bereits seit ewigen Zeiten im Depot hat. Auf diese Weise hat er von einem First Mover extrem langfristig profitieren können.

Woran erkennt man als Investor einen First Mover?

Natürlich ist das der Knackpunkt. Mit der richtigen Presse im Hintergrund kann heutzutage jeder Börsengang zu einem vermeintlichen Boom werden. Dass dies nicht immer der Fall ist, hat zuletzt Facebook bewiesen, als die Aktie am 1. Börsentag sofort nach unten fiel und lange Zeit nicht steigen wollte. Doch es ist auch möglich, dass Facebook die nächste Apple-Aktie wird. Apple hat innerhalb von 33 Jahren 300 Anleger zu Millionären gemacht.

In der heutigen Zeit dauert die sicherlich nicht einmal halb so lange. Anleger müssen viel schneller reagieren, um an einem First Mover zu partizipieren. Es mag schwierig erscheinen, auf den richtigen Zug aufzuspringen. Dennoch werden immer wieder Produkte entwickelt, die den Markt auf den Kopf stellen.

Investoren müssen allerdings darauf achten, wie das Geschäftsmodell des Unternehmens konkret aussieht. Am Beispiel Twitter lässt sich gut zeigen, dass der Kurznachrichten-Service zwar extrem stark genutzt wird – es fehlt aber an einem nachhaltigen Konzept, wie Geld verdient wird.

Ein positives Beispiel sind dagegen 3D-Drucker. Dieser sensationelle neue Markt erschafft gänzlich andere Produktionsbedingungen. Die Einsatzmöglichkeiten sind schier unendlich. Hier gilt es, als Spekulant die einzelnen Unternehmen zu prüfen und in die besten davon zu investieren.

Die 3D-Drucker sind nicht nur für die Raumfahrt von Nutzen – dort kann sich das ISS-Personal beispielsweise benötigtes Werkzeug drucken, während es im Orbit um die Erde kreist. Inzwischen ist es sogar möglich, Blutgefäße, Venen und Herzklappen per Drucker herzustellen. Ein Limit an neuen Ideen scheint es vorerst nicht zu geben. Genau solche Branchen können sich für Anleger in eine Goldgrube verwandeln.

Vorsicht, wenn First Mover satt werden

Hat ein First Mover jahrelang erfolgreich gewirtschaftet, kann die Motivation sinken. Der einstmalige Marktführer lässt seine Verfolger aufholen und wird eventuell sogar überholt. So entstehen für Nachzügler in der Branche wieder Chancen. Nokia brachte Ende 2000 das Handy 3310 auf den Markt, das bis heute als zuverlässigstes Mobiltelefon weltweit gilt. Seitdem warten die Nokia-Aktionäre auf Börsenkurse, die mit 2001 vergleichbar sind.

Wer heutzutage ein neues Mobiltelefon kaufen möchte, schaut sich nicht zuerst bei Nokia um. Da gibt es mit Samsung und Apple zwei neue Giganten in dieser Branche. Und genau hier kommt der Anleger ins Spiel. Investoren vergleichen die Unternehmenszahlen vom First Mover mit dessen Konkurrenten. Ist zu erkennen, dass die Lücke zwischen First Mover und Verfolger kleiner wird, ist es Zeit, die Gewinne mitzunehmen.

Unter Umständen kann der Spekulant sogar von einem Pferd auf das andere wechseln, wenn sich abzeichnet, dass der First Mover ausgedient hat und ein andere Konzern dessen Rolle übernimmt. Verfolger, die einen neuen Markt für sich nutzen wollen, können aus den Fehlern des First Movers lernen.

Dann ist bekannt, welche Produkteigenschaften der Kunde bevorzugt, und die erste Skepsis gegenüber dem neuen Produkt ist ebenfalls gewichen. All diese Informationen kann sich das Folgeunternehmen nun zunutze machen. Das Pionierunternehmen hat seine Arbeit geleistet. Die Brücke zum Kunden ist gebaut. Dies gilt es effektiver auszunutzen als der First Mover.

Sobald man als Anleger also Anzeichen dafür erkennt, dass sein Unternehmen den Verfolgern nicht mehr einen Schritt voraus ist, wird es Zeit, die Anteile zu verkaufen. Wenn es ein erfolgreicher First Mover war, kann sich der Spekulant über sein Investment sicherlich ausgiebig freuen.

13. Februar 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.