Drägerwerk: Corona-Sonderkonjunktur verliert deutlich an Dynamik

Sujet Kurs Gold Bulle Bär

Drägerwerk hat ein Ergebniseinbruch im dritten Quartal zu verzeichnen - die Jahresprognose bleibt dennoch bestehen. (Foto: tom - Adobe Stock)

An der Börse wird nicht die Vergangenheit, sondern die Zukunft gehandelt. Das mussten die Aktionäre des Medizin- und Sicherheitstechnikkonzerns Drägerwerk in den letzten Quartal leidlich erfahren. Dabei dürfte es keinen verwundern, dass die pandemiebedingte Sonderkonjunktur langsam an Schwung verliert. Daraus hat auch die Konzernführung nie einen Hehl gemacht.

Die Kursentwicklung spricht jedenfalls eine deutliche Sprache. Auch wenn die Papiere seit dem Jahreswechsel rund 8% im Plus notieren, vom Corona-Hoch im Frühjahr 2020 ist die Aktie noch gut ein Drittel entfernt.

Drägerwerk – Familienunternehmen mit Tradition….

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Unternehmen Drägerwerk gerne im Detail vorstellen. Bei den Lübeckern handelt es sich nämlich um eine richtige Traditionsfirma, die bereits im Jahr 1889 gegründet wurde und sich seither (in der fünften Generation) zum Großteil in Familienbesitz (>71% der Aktien) befindet.

…..und breiter Produktpalette

Drägerwerk entwickelt, produziert und vertreibt seither Geräte und Systeme in den Bereichen Medizin- und Sicherheitstechnik. Zu den Kunden des Unternehmens zählen Krankenhäuser, Feuerwehren, Rettungsdienste, Behörden, Militär, Bergbau sowie die Industrie.

Dabei ist die angebotene Produktpalette ausgesprochen vielfältig: Zu den Produkten gehören Anästhesiearbeitsplätze, Beatmungsgeräte, Patientenmonitoring, und Geräte für die Versorgung von Neugeborenen und speziell auch Frühchen. Darüber hinaus bietet das Unternehmen auch IT-Lösungen für den OP und Gasmanagementsysteme und bietet so eine umfassende Ausrüstung für Krankenhäuser.

Im Bereich Sicherheit bedient die Gesellschaft ihre Kunden mit Atemschutzausrüstungen, Gasmesssystemen, Tauchtechnik oder Alkohol- und Drogenmessgeräten.

Coronavirus sorgte für kräftigen Rückenwind

In der „Corona-Krise“ zeigte Drägerwerk eine deutlich dynamisierte Geschäftsentwicklung. Die erhöhte Nachfrage nach Schutzausrüstungen und Beatmungsgeräten für Krankenhäuser beflügelte die Geschäfte. In 2020 kletterten die Umsätze um 22% auf 3,40 Milliarden Euro in die Höhe. Der operative Gewinn schoss sogar deutlich überproportional von 82,64 auf 411,7 Millionen Euro nach oben.

Einbußen im dritten Quartal

Allerdings lässt die Dynamik, wie eingangs erwähnt, in diesem Jahr spürbar nach: Nach vorläufigen Zahlen schmolz der Umsatz im dritten Berichtsquartal währungsbereinigt um 11,8% auf 770 Millionen Euro zusammen. Beim Vorsteuerergebnis (EBIT) ging es sogar um rund 60% auf 48 Millionen Euro in den Keller. Das deutlich schwächere Abschneiden führt die Konzernführung auf Umsatzeinbußen und eine niedrigere Bruttomarge zurück. Zudem sorgten höhere Funktionskosten für Bremsspuren.

Prognose bleibt dennoch bestehen

Trotz der schwächeren Ergebnisse hält der Konzern an seinem Jahresausblick fest. Das Management peilt einen währungsbereinigten Umsatzrückgang zwischen 2 und 6 % an. Die Vorsteuergewinnmarge (EBIT) soll unterdessen bei 8 bis 11 % liegen. Das ist zwar unter dem Niveau des Rekordjahres 2020 (11,6%), liegt aber oberhalb des letzten Quartals (6,2%). Die Aktionäre fassten die jüngste Entwicklung ohne große Emotionen auf. Die Aktie entwickelte sich gestern leicht negativ, was im Einklang mit dem etwas schwächeren Marktumfeld stand.

infineon

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Die Draegerwerk ST.A.O.N.-Aktie im Jahresverlauf

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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