The Trade Desk-Aktienkurs auf Achterbahnfahrt

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The Trade Desk-Aktie mit hohen Kursschwankungen: Starke Geschäftszahlen und verhaltene Prognose sorgen für Verwirrung unter den Anlegern (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Dass starke Zahlen nicht immer unmittelbar steigende Aktienkurse nach sich ziehen, bekamen vor wenigen Tagen Anleger des Online-Werbespezialisten The Trade Desk zu spüren. Trotz guter Geschäftsentwicklung rutschten die Papiere in einer ersten Reaktion spürbar in den Keller. Doch die Enttäuschung hielt nicht lange. Bereits am Folgetag setzte eine deutliche Erholungsbewegung ein. Ohnehin kann sich die Langfristentwicklung mehr als sehen lassen: Konnten Anleger vor fünf Jahren noch Anteilscheine für unter 3 Dollar erwerben, muss man inzwischen 87 Dollar für eine Aktie auf den Tisch legen.

Trade Desk im Portrait

Digitale Werbung ist auf Jahre hinaus ein boomender Markt mit zweistelligen Wachstumsraten. Der Konzern The Trade Desk bietet automatisierte Tools, mit denen Firmenkunden digitale Werbeanzeigen kaufen und so ihre Rendite optimieren können. Die Anwendungen von Trade Desk arbeiten mit Künstlicher Intelligenz (KI) und identifizieren die besten Websites, auf denen es sich lohnt Anzeigen zu kaufen und zu schalten.

Dabei geht es wohlgemerkt nicht nur um Anzeigen im Web (Display), sondern auch um Ads in Smartphone-Apps (Mobile), Werbung bei Video-Streaming-Anbietern im Web, via Internet-Radio beziehungsweise Podcasts (Audio) oder auch im Internet-TV (Connected TV). Via Programmatic Advertising kann der Werbetreibende mit der Software von The Trade Desk eine sehr spezifische Zielgruppe auswählen und über all diese Online-Kanäle hinweg effizient bewerben.

Plattform sorgt für kräftige Wachstumsraten

Mit seiner intelligenten Plattform erzielte das Unternehmen in den vergangenen Jahren kräftige Wachstumsraten. Von 2014 bis 2020 kletterten die Umsätze von 44 auf 836 Millionen Dollar in die Höhe. Im Gegensatz zu vielen anderen Start Ups ist The Trade Desk bereits seit Jahren profitabel. Im vergangenen Geschäftsjahr stand ein Gewinn von 242,3 Millionen Dollar in den Büchern, was einer Nettomarge (Gewinn in Relation zum Umsatz) von 28,98% entspricht.

Umsatzverdopplung im zweiten Quartal

Im zweiten Quartal hielt die hohe Wachstumsdynamik unverändert an. Insbesondere das Video-Geschäft rund um die Werbung auf Streaming-Plattformen war mit weiterhin hohen  Zuwachsraten ein Wachstumstreiber. Im zweiten Quartal gingen Umsätze von 280 Millionen Dollar durch die Bücher (+100,9% zum Vorjahresquartal). Das lag um 17,18 Millionen Dollar über den Erwartungen.

Dabei konnte die operative Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) deutlich von 10% auf 42% gesteigert werden. Entsprechend lag das EBITDA im zweiten Quartal bei 117,9 Millionen Dollar (Vorjahr: 14,6 Millionen Dollar).

Am Ende erzielte der Konzern einen Nettogewinn von 47,67 Millionen Dollar bzw. 10 Cent je Aktie. Das lag 100% über dem Vorjahresniveau und 5 Cent über den Prognosen der Analysten.

Verhältnismäßig schwacher Ausblick

So stark das letzte Quartal ausfiel, so verhalten fiel die Prognose für das laufende Quartal aus. Das Trade Desk Management stellt einen Umsatz von mindestens 282 Millionen Dollar in Aussicht. Das entspricht einem Umsatzwachstum von 31% und liegt deutlich unter den jüngst erzielten Zuwachsraten. Das bereinigte Vorsteuerergebnis soll bei 100 Millionen Dollar liegen. Die Langfriststory ist zwar absolut intakt, aber ein Blick auf den deutlich gestiegenen Börsenwert von über 38 Milliarden Dollar zeigt, dass die Ansprüche und Erwartungen der Anleger höher geworden sind.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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