UiPath-Aktie trotz starker Zahlen im Rückwärtsgang

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Die Software für Prozessautomatisierung UiPath wird immer beliebter. Die Aktie kommt trotz angehobener Prognose aber nicht in die Gänge. (Foto: solarseven / Shutterstock.com)

Seit dem Börsendebut im April ist die Aktie des Softwarespezialisten UiPath auf Achterbahnfahrt. Der Hersteller von Automatisierungssoftware brachte seine Aktien zu 56 Dollar das Stück auf den Markt, doch dieser Kurs war schnell passe. Innerhalb der ersten vier Handelswochen schnellte der Kurs in der Spitze bis auf 90 Dollar in die Höhe. Damit lag der Börsenwert zeitweilig bei beinahe 50 Milliarden Dollar.

Doch inzwischen ist die Euphorie verflogen. Zuletzt rutschten die Papiere im Zuge der allgemeinen Kursschwäche bei kleiner kapitalisierten Technologieaktien in der Spitze bis auf 42 Dollar in den Keller,  bevor eine Gegenbewegung einsetzte. Dennoch liegen die Papiere mit 46 Dollar weiter deutlich unter dem Niveau, zum der Börsengang über die Bühne ging.

Pionier der Prozessautomatisierung

UiPath hat eine Plattform für sogenanntes Robotic Process Automation (RPA oder RPAAI) für Geschäftskunden entwickelt. Hierbei werden Prozesse durch sogenannte Softwareroboter (Bots) erlernt und automatisiert ausgeführt. Das Unternehmen nutzt dabei künstliche Intelligenz, um sich wiederholende und routinemäßige Back-Office-Aufgaben zu automatisieren.

Diese Aktionen umfassen unter anderem das Einloggen in Anwendungen, das Extrahieren von Informationen aus Dokumenten, das Verschieben von Ordnern, das Ausfüllen von Formularen und das Aktualisieren von Informationsfeldern und Datenbanken. Beispiele aus der Praxis während der Coronakrise sind etwa Krankenhausregistrierungen oder die Bearbeitung von Kreditanträgen.

Auch intern setzt der Konzern seine smarte Software ein: Laut eigenen Angaben haben die Softwareroboter im letzten Jahr den 3.000 Mitarbeitern mehr als 306.000 Stunden manuelle Arbeit abgenommen. Das sind beinahe 40.000 Acht-Stunden-Arbeitstage.

Zu den Rivalen von UiPath gehört anderem Automation Anywhere, Blue Prism, aber auch Enterpreise Software-Konzerne wie Microsoft und SAP versuchen sich stärker auf diesem Gebiet zu etablieren.

Analysten erwarten hohes Marktwachstum

Dieses Robotik-Segment gilt unter Experten als ausgesprochen spannend. Laut den Analysten von Forrester dürfte das Marktvolumen in 2020 bei 17 Milliarden Dollar gelegen haben und bis 2024 auf 30 Milliarden Dollar ansteigen. Der Konzern selbst beziffert in seiner aktuellen Firmenpräsentation das potenzielle langfristige Marktvolumen auf über 60 Milliarden Dollar.

UiPath Software wird bei Kunden immer populärer

Wie stark UiPath zuletzt wachsen konnte, zeigen die jüngsten Zahlen: Das Unternehmen verfügt derzeit über mehr als 9.630 Kunden. Allein im zurückliegenden Quartal wurden über 530 Neukunden gewonnen.

Vor allem Großkunden spielen eine entscheidende Rolle: 1.363 Kunden haben Verträge mit einem jährlichen Vertragsvolumen von über 100.000 Dollar. Bei 135 Kunden beträgt das Vertragsvolumen sogar mehr als 1 Millionen Dollar pro Jahr.

Umsatzdynamik zieht wieder an

Nach einer Umsatzsteigerung von 40% im zweiten Quartal zog die Wachstumsdynamik zuletzt wieder an. Im abgelaufenen dritten Quartal kletterten die Umsätze um 49% auf 220,82 Millionen Dollar. Das lag 11,59 Millionen Dollar über den Erwartungen der Analysten.

Gleichzeitig erhöhte sich der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) um 58% auf 818,4 Millionen Dollar.

Unter dem Strich weiter in der Verlustzone

Auf Grund höherer Marketing- und Vertriebskosten erhöhte sich der Nettoverlust von 70,7 auf 122,7 Millionen Dollar. Je Aktie lag der Verlust bei 23 Cent und damit 11 Cent schlechter als von den Analysten erwartet wurde.

Für die kommenden Monate setzt Firmenboss Daniel Dines voll auf Expansion: Die Investitionen sollen nach oben geschraubt und die Anzahl der Mitarbeiter massiv aufgestockt werden. Beim jährlich wiederkehrenden Umsatz peilt Dines zum Jahresende 901 bis 903 Millionen Dollar an. Das liegt über der bisherigen Prognose von 876-881 Millionen Dollar, die erst vor einigen Monaten angehoben wurde.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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