UiPath schickt Aktie mit ersten Zahlen nach dem Börsengang auf Tauchstation

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Der Spezialist für Prozessautomatisierung UiPath zeigt ein kräftiges Wachstum nach dem Börsengang - die Software wird bei Großkunden immer beliebter. (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Kaum zwei Monate ist es her, als der Börsenneuling UiPath den Sprung auf das Parkett wagte. Dieser fiel fulminant aus: Der Hersteller von Automatisierungssoftware brachte seine Aktien zu 56 Dollar das Stück auf den Markt, doch dieser Kurs war schnell passe. Innerhalb der ersten vier Handelswochen schnellte der Kurs in der Spitze bis auf 85 Dollar in die Höhe. Damit lag der Börsenwert zeitweilig bei beinahe 50 Milliarden Dollar.

Doch inzwischen ist die Euphorie, zumindest vorübergehend, etwas verflogen. Nach Vorlage der ersten Geschäftszahlen nach dem Börsengang ging die Aktie deutlich in die Knie. Nach einem Rücksetzer von 10% notieren die Papiere mit 68 Dollar rund 20% unter den zuvor erreichten Höchstkursen.

Führend in der Prozessautomatisierung

Auch wenn das Unternehmen der breiten Anlegermasse noch kein Begriff sein dürfte, in Szenekreisen ist UiPath bekannt wie ein bunter Hund. Das Unternehmen hat eine Plattform für sogenanntes Robotic Process Automation (RPA oder RPAAI) für Geschäftskunden entwickelt. Hierbei werden Prozesse durch sogenannte Softwareroboter (Bots) erlernt und automatisiert ausgeführt. Das Unternehmen nutzt dabei künstliche Intelligenz, um sich wiederholende und routinemäßige Back-Office-Aufgaben zu automatisieren.

Diese Aktionen umfassen unter anderem das Einloggen in Anwendungen, das Extrahieren von Informationen aus Dokumenten, das Verschieben von Ordnern, das Ausfüllen von Formularen und das Aktualisieren von Informationsfeldern und Datenbanken. Beispiele aus der Praxis während der Coronakrise sind etwa Krankenhausregistrierungen oder die Bearbeitung von Kreditanträgen.

Zu den Rivalen von UiPath gehört anderem Automation Anywhere, ein Portfolio-Unternehmen der japanischen Beteiligungs-Gesellschaft SoftBank.

Analysten erwarten hohes Marktwachstum

Dieses Robotik-Segment gilt unter Experten als ausgesprochen spannend. Laut den Analysten von Forrester dürfte das Marktvolumen in 2020 bei 17 Milliarden Dollar gelegen haben und bis 2024 auf 30 Milliarden Dollar ansteigen. Diese Ansicht teilen auch andere Experten: Die Analysten von P&S Intelligence rechnen damit, dass sich das Marktwachstum bis 2030 um jährlich 36% erhöht.

Der Konzern selbst beziffert in seiner aktuellen Firmenpräsentation das potenzielle Marktvolumen mit über 60 Milliarden Dollar.

UiPath mit breitem Kundenportfolio….

Wie stark UiPath zuletzt wachsen konnte, zeigt ein Blick in den Börsenprospekt. Das Unternehmen verfügt derzeit über 8.500 Kunden. Allein im zurückliegenden Quartal wurden über 540 Neukunden gewonnen.

Vor allem Großkunden spielen eine entscheidende Rolle: 1.105 Kunden haben Verträge mit einem jährlichen Vertragsvolumen von über 100.000 Dollar. Bei 104 Kunden beträgt das Vertragsvolumen sogar mehr als 1 Millionen Dollar pro Jahr.

…..und kräftigem Umsatzwachstum

Im letzten Quartal erzielte UiPath eine Umsatzsteigerung um 64,7% auf 186,22 Millionen Dollar. Das lag 17,65 Millionen Dollar über den Schätzungen der Analysten in den Banken. Der jährlich wiederkehrende Umsatz (ARR) erhöhte sich gleichzeitig auf 653 Millionen Dollar (+64%). Erfreulich: Die sogenannte Net Retention Rate lag bei 145%. Das bedeutet, dass UiPath mit seinen Bestandskunden immer mehr Umsatz macht. Am Ende stand ein bereinigter Gewinn je Aktie von 2 Cent in den Büchern, was 7 Cent über den Erwartungen lag.

Wachstumsdynamik bleibt hoch

Für die kommenden Monate setzt Firmenboss Daniel Dines voll auf Expansion: Die Investitionen sollen nach oben geschraubt und die Anzahl der Mitarbeiter massiv aufgestockt werden. So will der Konzern das hohe Interesse an den hauseigenen Automatisierungslösungen und das das Momentum nach der Covid-Krise bestmöglich abschöpfen. Beim jährlich wiederkehrenden Umsatz peilt Dines zum Jahresende 850-855 Millionen Dollar an.

Auch wenn die Zahlen und die Prognose über den Erwartungen liegen, die Investoren gehen erst einmal auf die Seitenlinie. Ob die Bewegung nachhaltig ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Langfristig könnte es sich für Anleger auf Grund des hohen strukturellen Marktwachstums und der starken Marktposition allemal lohnen, das Unternehmen zumindest auf der Beobachtungsliste zu haben.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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