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Die Vorsorge-Mafia: Kosten der Geldanlage als nicht zu unterschätzender Faktor

Ein dritter Renditefresser – neben Steuern und Inflation – sind die Kosten bei der privaten Geldanlage. Je nach dem, welches Instrument Sie einsetzen, können die Kosten relativ bezogen auf Gewinne und Kapitaleinsatz gewaltig werden. Die Kosten fallen an verschiedenen Stellen an. Vor allem die Beratung in Banken (oder anderen Anlagegesellschaften) dürfte ein teurer Posten sein.

Wohlgemerkt: hier geht es ausschließlich um die Geldanlage im Sinne der Vermögensbildung, nicht um das Hobby, den Reiz der Geldanlage im Trading. Das Trading-Hobby lässt sich mit der sinnvollen Geldanlage oft nicht verbinden, da private Investoren ohne hinreichende Beratung nach wissenschaftlichen Untersuchungen schnell in mehr als 70% aller Fälle verlieren.

Die Beratung in Bankhäusern und Investmentgesellschaften führt meist schlicht zu hohen Gebühren.

Weniger Ausgabeaufschläge, weniger Kosten

Jede Bank erhält eine Provision für den Abschluss eines Vertrages mit Ihnen. Das ist der Kauf eines Investmentfonds, von geschlossenen Fonds, in der Regel bei Zertifikaten oder auch beim Erwerb von Anleihen und anderen Wertpapieren. Sie sehen die Höhe der Abschlussprovision lediglich im Fall von Investmentfonds relativ genau: Dies sind Ausgabeaufschläge. Diese Ausgabeaufschläge lassen sich reduzieren.

Entweder Sie verzichten auf aktiv gemanagte Produkte, oder Sie kaufen Produkte wie Fonds über die Börse. Dort zahlen Sie nicht mehr den Ausgabeaufschlag, sondern einen „Spread“. Dies ist der Unterschied zwischen An- und Verkaufskursen für einen Fonds.

Bestandsprovisionen: Nachfragen erlaubt

Wer einmal versucht hat, seine Fondsanteile bei der Bank wieder zu verkaufen, wird in der Regel gescheitert sein. Die „Beratung“ bezieht sich oft darauf, dass Sie als Investor am Ende die Anteile aus irgendeinem Grund halten sollen. Grund für diese Empfehlung sind die sogenannten Bestandsprovisionen oder auch „Bestandspflegeprovisionen“.

Ihr Berater oder die Bank Ihres Beraters bezieht auf das angelegte Geldvolumen eine Provision. Sollte die zum Beispiel 1% betragen, würde dies bei einem Anlagevolumen von 50.000 Euro 500 Euro jährlich ausmachen – nur, um Sie auch tatsächlich in den erworbenen Papieren zu halten. Tipp: Fragen Sie einfach mal nach der Bestandsprovision.

Anders als in der Provisionsberatung fallen bei einigen Bankberatungen Honorare an. Diese sind offen und hängen davon ab, wie viel Vermögen Sie tatsächlich nach dem Ratschlag der Banken oder des Beraters investieren. Dafür ist der Ratschlag in dem Sinne „fairer“.

Erfolgsgebühren: Wie definiert man Erfolg?

Wer einen Fonds kauft, muss teilweise für Erfolge des Managements besondere Erfolgsgebühren entrichten. Diese können anders als oft angegeben teils sehr hoch sein: bis zu 20% der Gewinne sind möglich. Die Höhe der Erfolgsgebühren oder „Fees“ erfahren Sie aus dem Fondsprospekt. Fondsprospekte haben Sie vielleicht nicht immer zur Hand.

Sie können allerdings über die WKN bei der Fondsgesellschaft oder auf Finanzportalen über entsprechende Links auch den Fondsprospekt öffnen. Das lohnt sich, denn: Erfolge sind frei definierbar.

So lassen sich einige Fondsmanager bereits Erfolge vergüten, die sich auf ein besseres Ergebnis als der Vergleichsindex beziehen. Wer den Dax hinter sich lässt, könnte demnach Erfolge für sich verbuchen und dabei trotzdem Geld verbrennen.

Transaktionskosten: TER als wichtigste Größe

Schließlich zahlen Sie auch Transaktionskosten. Dies sind die Gebühren, die eine verwaltende Managementeinheit wie bei Fonds oder geschlossenen Beteiligungsgesellschaften bei ihrer Tätigkeit produziert.

Wer permanent Aktien kauft und wieder verkauft, arbeitet dabei notwendig teurer als Fonds, die weniger handeln. Zudem fallen Gebühren für zahlreiche Aktivitäten im Umfeld der Fondsgründung oder bei Umgründungen an – etwa Notariatskosten.

Die wichtigste Kenngröße bei Fonds ist daher die sogenannten „TER“. Dies ist die „Total Expense Ratio“, eine Gesamtkostenquote. Diese Zahl enthält die meisten internen Kosten, die typischerweise für Fonds anfallen.

Kostenfalle Vertriebsdruck, handwerkliche Fehler und riskante Anlagen

Eine der wesentlichen Kostenfallen in der Finanzindustrie ist jedoch der Vertriebsdruck, der auf den Beteiligten lastet. So müssen Filialen in Banken ihre Beratungsleistungen auch verkaufen. Kaum ein Berater wird sich daher viel Zeit für Sie nehmen (können), denn der Vertriebsdruck verbietet schlicht eine zeitintensive – und sachgerechte Beratung.

Außerdem können handwerkliche Fehler passieren. Dabei werden falsche Angaben gemacht oder Berater verrechnen sich mangels Wissen einfach. Ein Beispiel ist die Angabe oder Berechnung von Renditen.

Für Sie ist insofern die „geometrische“ Rendite wichtig, die sich oft auch von den Renditeangaben der Banken unterscheidet. So finden Sie teils zwar den „internen“ Zinsfuß, dort werden aber nicht alle Kosten berücksichtigt. Damit fällt das angegebene Endvermögen zu hoch aus.

Schließlich sind Zinsanlagen riskant, die vorzeitig zurückgezahlt werden. Wenn Sie Anleihen vor Ende von deren Laufzeit wieder verkaufen wollen, dann wirkt sich ein Zinsverlust verheerend auf die Kurse – und damit Ihre Rendite aus. Der Kursverlust mindert entsprechend Ihre Rendite, sodass steigende Zinsen jenseits von Anleihen, die Sie besitzen, Ihr Vermögen verringern werden.

5. November 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jan Krengel. Über den Autor

Bereits als Teenager faszinierte Jan Krengel das Thema Börse – schließlich versprach einem der Neue Markt schnellen Reichtum. Da er schnell begriff, dass es Vermögen nicht ohne Fleiß und Disziplin gibt, begann der heranwachsende Börsenstar ettliche Fachliteratur zu studieren und ging auch beruflich den klassischen Weg.