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Was ist Öl-Fracking und warum sinkt der Ölpreis?

Seit Monaten ist der Ölpreis auf Talfahrt. Nach Ansicht der Wirtschaftsberatung PriceWaterhouse Coopers (PwC) hat insbesondere das Öl-Fracking das Potenzial, den Ölpreis dauerhaft zu senken.

Doch was ist Öl-Fracking überhaupt, fragen sich nicht nur Beobachter, sondern auch so mancher Anleger, der in Rohstoffe investiert. Die Technik Hydraulic Fracturing, kurz Fracking, beschreibt eine Methode, bei der Schieferöl aus tiefen Gesteinsschichten mithilfe von Wasser, Sand und Chemikalien gefördert wird.

Öl-Fracking – so funktioniert die Technik

Beim Öl-Fracking wird ein Gemisch aus 94,5% Wasser, 5% Sand sowie einem geringen Prozentsatz chemischer Substanzen (Kaliumchlorid, Isopropanol, Zitronensäure, Boratsalze, Dimethylformamid) mit hohem Druck in Gesteinsschichten gepresst. Durch den Druck entstehen Risse im Gestein, die sich horizontal bis zu 100 Meter und vertikal bis zu 10 Meter ausdehnen können.

Durch diese Risse lassen sich Gas- und Ölvorkommen, die sich auch in tiefer liegenden Gesteinsschichten befinden (1000 bis 5000 Meter) freisetzen und durch ein Förderrohr an die Oberfläche transportieren.

Öl-Fracking: Niedrige Förderkosten vs. mögliche Umweltschäden

Die Förderkosten beim Öl-Fracking variieren stark, sind aber in den vergangenen Jahren stetig gefallen. Während die Internationale Energieagentur (IEA) beim US-Schieferöl schon einen Break-Even-Point bei einem Ölpreis von 60 US-$ sieht, verweisen Regulierungsbehörden darauf, dass in einigen Regionen Schieferöl-Bohrungen bereits bei einem Ölpreis von 28 US-$ profitabel sind.


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Doch die günstige Förderung hat auch Nachteile. Vor allem Umweltschützer wettern gegen das Öl-Fracking, birgt die Technik Risiken für die Umwelt. So könnte das Grundwasser mit giftigen Zusatzstoffen verunreinigt werden, Bohrwasser, das zurück an die Oberfläche gepumpt wird, könnte Bäche und Flüsse kontaminieren.

Dennoch hält man insbesondere in den USA weiter an der umstrittenen Technik fest, werden die förderbaren Reserven allein in den USA auf 665 Billionen Kubikfuß geschätzt – weltweit taxiert man die Reserven auf 7.299 Billionen Kubikfuß (Quelle:  US-Energieministerium).

Welche Unternehmen profitieren vom Öl-Fracking?

Auch Anleger können vom Fracking-Boom profitieren. Als Hauptprofiteure dieser Entwicklung gelten große Ölkonzerne wie ExxonMobil und Halliburton. Zwar leiden diese Unternehmen auch unter dem sinkenden Ölpreis, dennoch macht sich gerade ExxonMobil für das Fracking stark. Ende 2009 hatte ExxonMobil mit 25 Mrd. US-$ tief in die Tasche gegriffen, um den Spezialisten XTO Energy zu übernehmen.

Auch der Ölausrüster Halliburton könnte vom Fracking-Trend profitieren, gilt das Öl-Serviceunternehmen nicht nur als Pionier in diesem Bereich, sondern ist auch gleichzeitig der größte Anbieter von Fracking-Services in Nordamerika.

Auch dem US-Bohrspezialisten Halmerich & Payne und dem US-Schieferspezialisten SM Energy Co trauen Analysten Wachstumspotenzial zu.

Warum der Ölpreis nicht steigen wird

Nicht nur aufgrund der hohen Öl-Fracking-Reserven dürfte der Ölpreis langfristig weiter auf einem niedrigen Niveau bleiben, auch andere Aspekte sprechen derzeit gegen einen Preisanstieg.

Der Einfluss der OPEC schwindet, die USA fördern immer mehr Erdöl. Schon bald dürften die USA nicht zuletzt wegen des Fracking-Booms mehr Rohöl fördern als Saudi-Arabien und in 2015 zum weltgrößten Ölproduzenten aufsteigen.

Zudem verliert die Ölindustrie jeden Monat tausende Kunden – und zwar jene Verbraucher, die auf Elektroautos umsteigen und nie wieder eine Tankstelle besuchen. Dieser Trend scheint unumkehrbar, was für die Ölindustrie eine zusätzliche Belastung darstellt, kam bislang 80 bis 90% der Nachfrage aus dem Transportgewerbe.

Anleger sollten daher auf der Hut bleiben und nur in solche Ölaktien-Unternehmen investieren, die auch dann Geld verdienen, wenn der Ölpreis auf einem niedrigen Niveau bleibt.

21. Oktober 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands