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ABB: Schweizer Technologiekonzern startet Aktienrückkaufprogramm

ABB: Schweizer Technologiekonzern startet Aktienrückkaufprogramm
Alexander Mak / shutterstock.com
Inhaltsverzeichnis

Der Schweizer Technologiekonzern ABB, über den ich in der Vergangenheit schon mehrfach hier im Schlussgong berichtet hatte, hat in der vergangenen Woche ein Aktienrückkaufprogramm angekündigt, das heute am 1. April gestartet wurde.

Das Programm weist einen Umfang von bis zu 3 Mrd. US-Dollar auf. Insgesamt werden maximal rund 89 Mio. ABB-Aktien zurückgekauft. Durch den Rückkauf will ABB den verbleibenden Betrag über 1,2 Mrd. US-Dollar aus dem Verkauf der ehemaligen ABB-Sparte Power Grids an die Aktionäre zurückgeben.

Anlässlich des Aktienrückkaufprogramms von ABB möchte ich Ihnen nun noch erläutern, was die Auswirkungen von Aktienrückkäufen sind, welche Gründe dafür sprechen und worauf Sie achten sollten.

So wirken sich Aktienrückkäufe aus

Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsen-Sprache sagt man weniger brutal: „einzieht“), hat das mehrere positive Auswirkungen:

  1. Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Unternehmens-Gewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss. Selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt dann der Gewinn je Aktie.
  2. Der gleiche Effekt wirkt auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die  Dividendenrendite.
  3. Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.
  4. Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an das Unternehmen verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

 Das sind die wichtigsten Gründe für Aktienrückkäufe

  1. Das Unternehmen will den eigenen Aktienkurs aufpolieren und zeigen, dass man die eigene Aktie für unterbewertet hält.
  2. Der Konzern, der eigene Aktien zurückkauft, will damit die Aktionäre bei Laune halten, da es sich dabei gewissermaßen um eine zusätzliche Ausschüttung (neben den Dividenden) handelt.
  3. Ein „reifes“ Unternehmen kann mit Aktienrückkäufen dafür sorgen, dass trotz Gewinn-Stagnation der Gewinn je Aktie steigt und das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) sinkt. So wird die Aktie wieder attraktiver.

Meist positiv, aber auch nicht frei von Gefahren

Die Gründe, warum ein börsennotierter Konzern eigene Aktien kauft, sind in vielen Fällen positiv zu werten. Doch auch Aktienrückkäufe bergen Gefahren: So kann auch ein Aktienrückkauf-Programm „missbraucht“ werden – oder zumindest die Risiken erhöhen. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Unternehmen knapp bei Kasse ist. Dann sollte das Geld im Konzern bleiben.

Wählen Sie daher Aktien von Unternehmen aus, die den Spagat schaffen zwischen Aktienrückkäufen, der Ausschüttung von Dividenden, der Schaffung von ausreichend Eigenkapital und Investitionen in neue Geschäftsfelder. Dann steht einer guten Gesamtrendite nichts im Wege. Unser heutiges Beispiel ABB erfüllt diese Kriterien.