NortonLifeLock schluckt Avast: Konsolidierung im Cybersecurity-Markt nimmt Fahrt auf

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Milliardendeal in der Cybersecurity-Branche: US-Konzern NortonLifeLock schluckt tschechischen Sicherheitsspezialisten Avast für bis zu 8,6 Milliarden Dollar (Foto: Matej Kastelic / Shutterstock.com)

Kaum eine Woche vergeht, ohne dass Nachrichten über digitale Attacken die Runde machen. Die globale Cyberkriminalität floriert wie nie zuvor. Dabei sind zuletzt der Umfang des Datenklaus und die Höhe der Lösegeldforderungen drastisch gestiegen:

Nach der jüngsten Bikom-Studie entstehen inzwischen durch Cyberangriffe Schäden im Rekordwert von etwa 223 Milliarden Euro pro Jahr. Vor allem im Mittelstand hat es deutliche Zuwächse gegeben. In den Jahren 2020 und 2021 waren fast neun von zehn Unternehmen von Datenklau, Spionage oder Sabotage betroffen. Kein Wunder also, dass auch die Cybersecurity-Branche im Zuge des vermehrten Homeoffice stärker in den Fokus rückt und mit hohen Wachstumsraten beeindruckt.

Die deutlich gestiegenen Aktienkurse der Unternehmen wiederum befeuern die Übernahmeaktivität in diesem Sektor. Gerade hat das US-Unternehmen NortonLifeLock eine Offerte für die tschechische IT-Sicherheitsfirma Avast auf den Tisch gelegt – Kostenpunkt bis zu 8,6 Milliarden Dollar.

Das ist die zweite Großübernahme des Konzerns in den letzten 18 Monaten. Erst im Dezember 2020 hat NortonLifeLock den deutschen Sicherheitshersteller Avira für 360 Millionen Dollar geschluckt.

Kombination aus Bargeld und Aktien

Die Avast-Aktionäre können zwischen einer Aktienoption und einer Baroption wählen. Die Aktienoption beinhaltet 2,37 Dollar pro Avast-Aktie in bar und 0,1937 NortonLifeLock-Aktien. Die Baroption bietet 7,61 Dollar pro Aktie in bar und 0,0302 Aktien, was einem Aufschlag von 21% auf den Aktienkurs von Avast entspricht, wenn die Aktionäre sofortige Liquidität wünschen.

Nach Abschluss des Zusammenschlusses werden die Avast-Aktionäre zwischen 14% und 26% des fusionierten Unternehmens besitzen, je nachdem, ob sie sich für Aktien oder Bargeld entscheiden. Der Vorstand, der etwa 36 % der ausstehenden Avast-Aktien repräsentiert, hat sich für die Aktienmehrheit entschieden.

Die Aktie des neuen Konzerns soll an der New Yorker Technologiebörse Nasdaq gehandelt werden. Geplant sind künftig zwei Hauptsitze in Tempe im US-Bundesstaat Arizona und in Prag.

Weltweit mehr als 500 Millionen Kunden

Mit der Übernahme will NortonLifeLock vor allem sein Consumergeschäft mit Sicherheitssoftware ausbauen. Zum Hintergrund: Die tschechische Avast bietet kostenlose und kostenpflichtige Antivirenprogramme für Verbraucher und auch für Unternehmen an. Die Zahl der aktiven Nutzer gibt es mit 435 Millionen an. 2020 belief sich der Jahresumsatz auf 893 Millionen Dollar.

Zum Vergleich: NortonLifeLock kam im zurückliegenden Geschäftsjahr auf einen Jahresumsatz von 2,55 Milliarden Dollar. Mit einem Gewinn von 554 Millionen Dollar erreichte der Konzern eine Gewinnspanne von 21,72%.

Gemeinsam kommen beide Firmen auf über 500 Millionen Kunden weltweit und nach den jüngsten Quartalszahlen auf einen Umsatz von rund 3,6 Milliarden Dollar.

Stellenkürzungen zu erwarten

Da beide Firmen stark auf das Consumergeschäft fokussiert sind, gibt es größere Überschneidungen. Analysten erwarten, dass rund 1.000 der 5.000 Mitarbeiter entlassen werden könnten. Dies dürfte beide Firmen und alle Regionen betreffen.

Fazit: Der Avast-Deal wird nicht die letzte Übernahme im Cybersecurity-Markt sein. Die Dynamik bleibt hoch. Zuletzt gab es mit SentinelOne auch einen erfolgreichen Börsengang und neue aufstrebende Firmen wie Crowdstrike erobern den Markt. Die hohen Wachstumsraten wecken Begehrlichkeiten. Das wiederum wird die Übernahmeaktivität weiter beflügeln.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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