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Dax geht mit Plus ins Wochenende – und tiefrot aus dem Monat

Inhaltsverzeichnis

Minus 2,2 Prozent – so lautet die Bilanz des Dax für den Monat April. Es ist die schwächste Entwicklung des deutschen Leitindex seit sieben Jahren.

Konfrontation mit Russland sorgt für Verunsicherung

Die Gesamtlage an den Märkten als herausfordernd zu beschreiben, wäre eine klare Untertreibung. Die noch immer nicht ausgestandene Corona-Pandemie, die in China seit einiger Zeit zu strikten Lockdown-Maßnahmen auch in wirtschaftlich wichtigen Regionen wie zuletzt Shanghai führt, die seit rund einem halben Jahr aus dem Ruder geratene Inflationsdynamik und der Bruch mit Russland seit dessen Einmarsch in die Ukraine belasten Verbraucher, Unternehmen und auch Aktienmärkte.

In der vergangenen Woche war es vor allem die neuerliche Eskalation in der Konfrontation mit Russland, die bei Anlegern für Bauchschmerzen sorgte. Zur Mitte der Woche stellte Russland die Gaslieferungen nach Polen und Bulgarien ein. Immer mehr deutsche Unternehmen sorgen sich nun um die Versorgungssicherheit – und treffen Vorkehrungen für den Fall, dass auch Deutschland kurzfristig ohne Gaslieferungen aus Russland auskommen müsste. Ein Szenario, das nach den jüngsten Entwicklungen immer realistischer zu werden droht.

Berichtsaison liefert Impulse

Für zumindest teilweise Gegenbewegung sorgt unterdessen die Berichtsaison. In den USA ist die Quartalsschau bereits in vollem Gange, in Deutschland nimmt sie gerade erst richtig Fahrt auf. In der vergangenen Woche sorgten unter anderem die US-Tech-Giganten für Schlagzeilen, die reihum ihre Zahlenwerke präsentierten und dabei unterschiedlich gut abschlossen.

So konnten Meta-Anleger aufatmen, nachdem die Zahl der aktiven Facebook-Nutzer im Auftaktquartal wieder zulegen konnte. Im vorangegangenen Vierteljahr hatte eine leicht rückläufige Nutzerzahl die Aktionäre aufgeschreckt und Anfang Februar für einen Ausverkauf der Meta Aktie gesorgt.

Microsoft und Apple punkten, Alphabet und Amazon enttäuschend

Rund lief es für Microsoft, unter anderem dank starkem Cloudgeschäft, und auch Apple konnte mit seiner Quartalsbilanz überzeugen. Auf weniger Gegenliebe stießen hingegen die Zahlenwerke von Googles Mutterkonzern Alphabet und dem Onlineversandhändler Amazon.

Alphabet leidet unter rückläufigen Werbeumsätzen und verfehlte zum Teil die Erwartungen der Analysten. Amazon wird indes gleich mehrfach getroffen von der Inflationsentwicklung und den steigenden Energie- und Spritpreisen: Transportlogistik wird teurer, die eigenen Kosten steigen, zugleich lässt die Kauflaune der Kunden angesichts der immens gestiegenen Lebenshaltungskosten spürbar nach.

Mercedes-Benz und BASF mit guten Quartalszahlen – und vorsichtigem Ausblick

In Deutschland richtete sich der Blick unter anderem auf Mercedes-Benz und BASF. Der Autobauer konnte bei Umsatz und Gewinn trotz rückläufiger Verkaufszahlen erneut eine Steigerung verbuchen, warnte aber zugleich vor dem anhaltend schwierigen Umfeld in diesem Jahr.

Der weltgrößte Chemiekonzern konnte mit seiner Bilanz die Erwartungen der Analysten übertreffen und ist stark ins Jahr gestartet. Doch auch hier wird vor Unsicherheiten gewarnt, vor allem mit Blick auf die Preisentwicklung und Verfügbarkeit von Rohstoffen. Für das Gesamtjahr erwartet BASF einen Rückgang bei Umsatz und Gewinn, bestätigte aber die bisherigen Prognosen.

Eurozone: Inflation steigt auf Rekordhoch

Nach Einschätzung von Beobachtern könnte die laufende Berichtsaison insgesamt positive Impulse setzen und Anleger zurück an den Aktienmarkt locken, die sich aus Sorge um den Krieg in der Ukraine in den vergangenen Wochen oftmals an die Seitenlinie zurückgezogen hatten. Zum Wochenabschluss zeigten sich die Aktionäre wieder mutiger, der Dax ging mit einem Plus von gut 0,8 Prozent ins Wochenende.

Neben der Eskalation mit Russland bereitet die anhaltend hohe Inflation Ökonomen zunehmend Sorge. Etliche Konjunkturprognosen wurden in den vergangenen Wochen drastisch zurechtgestutzt, die Verbraucherpreise in der Eurozone stiegen im April um satte 7,5 Prozent – das ist der höchste Wert seit Bestehen der Währungsunion und nach 7,4 Prozent im März bereits der zweite Monatsanstieg in Folge, der oberhalb der Marke von 7 Prozent liegt.

Deutschlands Wirtschaft entgeht Rezession nur knapp

Für Deutschland lag die Teuerungsrate bei 7,4 Prozent, was den höchsten Wert seit mehr als vier Jahrzehnten markiert. Die Konjunkturdaten der vergangenen Wochen fielen durchwachsen aus, doch zumindest ist die deutsche Volkswirtschaft noch einmal knapp an der technischen Rezession vorbeigeschrammt: Mit einem leichten Wachstumsplus von 0,2 Prozent im Auftaktquartal vermied Deutschland das Abgleiten in die Rezession, die von Ökonomen bei einem rückläufigen Wirtschaftswachstum in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen definiert wird. Im Schlussquartal 2021 war das Bruttoinlandsprodukt noch leicht geschrumpft.

Für die neue Handelswoche werden eine Reihe weiterer Quartalsbilanzen erwartet. Zudem gibt es frische Zahlen zum US-Absatzmarkt für die Autobranche, zur US-Handelsbilanz sowie einen neuen Einkaufsmanagerindex für Deutschland und die Eurozone. Zudem steht für Dienstag und Mittwoch die nächste zweitägige Sitzung des Offenmarktausschusses (FOMC) der US-Notenbank Federal Reserve auf der Agenda.

Nächster Fed-Zinsentscheid für Mittwoch erwartet

Am Mittwochabend wird die Fed dann ihre Entscheidung zur Zinspolitik bekanntgeben. Nachdem die Währungshüter bereits im März eine erste zaghafte Zinsanhebung um 0,25 Prozent beschlossen hatten – die erste seit 2018 –, könnte schon bald ein weiterer Zinsschritt folgen. Die Notenbanker haben ein beherztes Eingreifen und mehrere Zinsschritte für den Jahresverlauf angekündigt, um die Inflationsdynamik einzudämmen.

Die Europäische Zentralbank scheut sich derzeit noch vor einem entsprechenden Schritt und will zunächst ihre Anleihekaufprogramme auslaufen lassen. Mit einer Abkehr von der Nullzinspolitik ist nach den bisherigen Einlassungen frühestens im Sommer ab dem 3. Quartal zu rechnen.