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Bieterwettstreit um ÖPNV-Anbieter Go-Ahead möglich

Inhaltsverzeichnis

Die europäischen Börsen setzten auch zum heutigen Wochenbeginn ihre in der letzten Woche begonnene Talfahrt fort. Aktien, die an solchen Tagen ihren Kurs halten oder gar verbessern können, fallen da besonders auf.

So startete die Aktie des britischen Bus- und Bahnunternehmens Go-Ahead Group plc. an der Londoner Börse LSE mit satten Kursgewinnen in die Woche. Bis zu 25% legte der Kurs der Go-Ahead-Aktie in den frühen Morgenstunden zu, bevor sich das Kursfeuerwerk wieder ein wenig abschwächte.

Gleich zwei Übernahmeofferten

Den Grund für diesen Kurssprung werden Sie sich sicher schon denken können: Für das im nordenglischen Newcastle upon Tyne ansässige Unternehmen, das übrigens auch in Süddeutschland mehrere Regionalexpress-Linien betreibt, liegen gleich 2 Übernahmeangebote vor.

So teilte der Go-Ahead-Vorstand am heutigen Morgen mit, dass er 2 getrennte, unaufgeforderte und bedingte Angebote bezüglich möglicher Barangebote für das gesamte ausgegebene und auszugebende Aktienkapital der Gesellschaft erhalten hat.

Die Bietergruppen im Kurzüberblick

Das erste Übernahmeangebot wurde vom australischen Mitbewerber Kelsian Group abgegeben. Die in Adelaide ansässige Gruppe ist der größte australische Anbieter von Land- und Seetransportdiensten sowie Touristikanbieter mit Niederlassungen in London und Singapur.

Der zweite Bieter ist ein Konsortium bestehend aus der australischen Kinetic Holding Company Pty Ltd und der spanischen Globalvia Inversiones S.A.U. Bei der Kinetic-Gruppe handelt es sich um ein in Melbourne/Australien ansässiges Busunternehmen, das Buslinien in Australien und Neuseeland betreibt.

Globalvia Inversiones S.A.U. ist ein in Madrid ansässiger Betreiber von Verkehrsinfrastruktur. So betreibt das Unternehmen Autobahnen in Spanien, Portugal, Irland sowie in mehreren südamerikanischen Staaten. Darüber hinaus besitzt und betreibt Globalvia mehrere S-Bahn-Netze in Spanien.

Go-Ahead ist nicht abgeneigt und legt seine Bücher offen

Nach einer Prüfung der Angebote durch den Verwaltungsrat von Go-Ahead und seinem Finanzberater Rothschild & Co. haben beide Bietergruppen ihre Offerte noch einmal überarbeitet.

Der Go-Ahead-Vorstand kam nach der Überarbeitung beider Übernahmeofferten zu dem Schluss, dass er seinen Aktionären grundsätzlich die Annahme der Angebote empfehlen könnte. Vorher wird das britische ÖPNV-Unternehmen beiden Biederparteien Einsicht in die Geschäftsunterlagen gewähren, um eine Due-Diligence-Prüfung durchführen zu können.

Wie es weitergeht

Nach den britischen Übernahmegesetzen haben beide Parteien nun bis zum 11. Juli 2022 Zeit, entweder eine feste Absicht zur Abgabe eines Angebots zu bekunden oder von dem Angebot Abstand zu nehmen.

Ob es zu einem Übernahmewettstreit kommen wird, der den Kaufpreis in die Höhe treiben könnte, bleibt abzuwarten. Falls es zu einem oder mehreren verbindlichen Angeboten kommen sollte, werden ich Sie darüber auf dem Laufenden halten.