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DSM kündigt Fusion und Verkauf einer Sparte an

Inhaltsverzeichnis

Am frühen Dienstagmorgen holte der niederländische Mischkonzern Royal DSM zu einem wahren Rundumschlag in Sachen Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions – kurz M&A) aus. So gaben die Niederländer zunächst bekannt, dass sie mit dem schweizer Mitbewerber Firmenich fusionieren werden.

Wenig später teilte die im limburgischen Herten (etwa 20 km nordwestlich von Aachen) ansässige DSM mit, dass sie ihre Sparte Technische Werkstoffe für 3,85 Mrd. Euro an die US-Investmentgesellschaft Advent International und den deutschen Chemiekonzern Lanxess verkaufen wird.

DSM und Firmenich im Kurzporträt

Bevor ich näher auf die Fusion eingehe, möchte ich Ihnen die beteiligten Unternehmen kurz vorstellen:

DSM ist aktuell in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Biowissenschaften und technischen Werkstoffe (Kunststoffe) tätig. Allerdings hat der niederländische Konzern bereits vor einigen Monaten angekündigt, dass er sich von seiner Kunststoffsparte trennen will.

Die 18.000 DSM-Mitarbeiter haben im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 7,3 Mrd. Euro erwirtschaftet. Das organische Wachstum der DSM belief sich in 2021 auf gute 6%.

Die schweizer Firmenich International SA ist ein weltweit führender Aromen- und Duftstoff-Hersteller. Die etwa 10.000 Mitarbeiter des Unternehmens haben in 2021 einen Umsatz von 4,2 Mrd. Euro erzielt und können dabei ein organisches Wachstum von 5% vorweisen.

Die geplante Fusion von DSM und Firmenich

Das fusionierte Unternehmen soll den Namen DSM-Firmenich tragen und eine führende Rolle in den Bereichen Ernährung, Kosmetik und Gesundheit übernehmen. Der Sitz der Holdinggesellschaft DSM-Firmenich wird in Kaiseraugst (Schweiz) sein. Die Aktien der Holding werden an der Euronext in Amsterdam notiert.

Der Zusammenschluss erfolgt durch Aktientausch. So sollen DSM-Aktionäre für jede ihrer Aktien eine der neuen DSM-Firmenich-Aktien erhalten. Die Inhaber von Firmenich-Aktien erhalten ebenfalls DSM-Firmenich-Aktien und 3,5 Mrd. Euro in bar.

Nach der Fusion werden die bisherigen DSM-Aktionäre insgesamt 65,5% und die Firmenich-Anteilseigner 34,5 % an DSM-Firmenich halten. Die Fusion unterliegt den üblichen Bedingungen und wird voraussichtlich in der ersten Hälfte des Jahres 2023 abgeschlossen werden.

Verkauf der DSM-Sparte Technische Werkstoffe

DSM hatte bereits vor längerer Zeit erklärt, dass es die Aktivitäten im Bereich Technische Werkstoffe nicht mehr als Kerngeschäft betrachte und sich zukünftig auf die Bereiche Gesundheit und Ernährung konzentrieren will.

So haben die Niederländer im September 2021 damit begonnen, Teile der Materialsparte zu verkaufen. Am 20.04.2022 gab DSM bekannt, dass es seinen Geschäftsbereich Protective Materials an die Avient Corporation, einem US-amerikanischen Hersteller von Polymer-Werkstoffen, für 1,44 Mrd. Euro verkauft hat.

Der heute bekannt gegebene Verkauf des DSM-Geschäftsbereichs Technische Werkstoffe an die US-Investmentgesellschaft Advent International und den deutschen Chemiekonzern Lanxess ist ein weiterer Schritt in die gleiche Richtung.

Das Käuferkonsortium will die DSM-Kunststoffsparte und das Hochleistungswerkstoff-Geschäft von Lanxess in einem Joint Venture zusammenführen. An diesem neu geschaffenen Gemeinschaftsunternehmen wird Advent mit 60% und Lanxess mit 40% beteiligt sein. Der Abschluss dieser Transaktion wird für das erste Halbjahr 2023 erwartet.

So reagierten die Anleger

Die Investoren bewerteten den erfolgreichen Verkauf (Downsizing) der Technischen Werkstoffsparte von DSM und auch die parallel dazu angekündigte Fusion des Unternehmens mit Firmenich grundsätzlich positiv. So konnte der Kurs der DSM-Aktie am heutigen Vormittag um mehr als 5% zulegen.

Firmenich ist zwar eine Aktiengesellschaft; die Papiere des Unternehmens befinden sich allerdings im Privat- bzw. Familienbesitz.

Auch der Kurs der Lanxess-Aktie vollzog aufgrund der Übernahmenachrichten einen wahren Freudensprung. Er stieg heute Vormittag, in einem insgesamt negativen Marktumfeld, um mehr als 10% an. Die Investoren sind offensichtlich auch von der Übernahme der DSM-Materialsparte hocherfreut. Advent International befindet sich in Privatbesitz.