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Europäische Sberbank-Tochter pleite: Das müssen Kunden wissen

Inhaltsverzeichnis

Die Sanktionen gegen das russische Finanzsystem haben schnell drastische Wirkungen gezeigt. Während die russischen Börsen seit Ende vergangener Woche geschlossen sind, ist die europäische Tochter der russischen Sberbank nun pleite.

Die in Wien ansässige Europa-Tochter der größten russischen Bank müsse alle Geschäfte mit sofortiger Wirkung einstellen, hieß es in einer Mitteilung der österreichischen Finanzmarktaufsicht (FMA).

Angeordnet wurde dieser Schritt seitens der Europäischen Zentralbank (EZB), die am vergangenen Sonntag festgestellt hatte, dass die Bank wegen des Einmarschs der russischen Armee in der Ukraine und massiver Geldabflüsse möglicherweise vor der Zahlungsunfähigkeit steht.

Ein sogenannter Bankrun (ein Kundenansturm auf die Bank) hatte das Geldinstitut in Liquiditätsschwierigkeiten gebracht. Es durften maximal 100 Euro pro Tag abgehoben werden, die der Sicherung des „nötigsten täglichen Bedarfs“ dienen sollten.

Schlechte Nachricht: Überwiegend deutsche Sparer betroffen

Betroffen von der Pleite der europäischen Sberbank-Tochter sind laut der österreichischen Finanzmarktaufsicht vor allem deutsche Sparer. Online-Vergleichsportale hatten lange wegen der vergleichsweise hohen Zinsen für die Bank geworben.

In Zeiten historisch niedriger Zinsen reichten die 0,35% Zinsen, die die Sberbank ihren Kunden im vergangenen Jahr durchschnittlich für ein einjähriges Festgeld angeboten hat, um viele deutsche Sparer von dem Angebot zu überzeugen.

Ich habe in der Vergangenheit regelmäßig gewarnt, bei überdurchschnittlichen Zinsen vorsichtig zu sein und auch die Risiken im Blick zu haben. Es gibt jedoch auch eine gute Nachricht für die Sparer, die von der Pleite der Europa-Tochter der Sberbank betroffen sind.

Der einheitliche Abwicklungsausschuss (SRB) der EU-Bankenunion betonte, dass das Vermögen der Kunden durch das europäische System der Einlagensicherung abgesichert ist. Durch das Verbot des Geschäftsbetriebs sei der gesetzliche Einlagensicherungsfall ausgelöst worden, so die österreichische Bankenaufsicht. 

Gute Nachricht: Einlagen bis 100.000 Euro sind geschützt

Konkret bedeutet das, dass die Anleger einen Betrag von bis zu 100.000 Euro erstattet bekommen. Das österreichische System hat Anlagen bis zu einem Betrag von 100.000 Euro innerhalb von maximal 10 Bankarbeitstagen auszuzahlen.

Es sollen insgesamt zehntausende deutscher Kunden entschädigt werden. Allerdings: Wer mehr als 100.000 Euro bei der Europa-Tochter der Sberbank angelegt hatte, bleibt auf einem Teil sitzen, da „nur“ 100.000 Euro pro Kunde erstattet werden.

Abschließend ein Tipp für Sie in diesem Zusammenhang: Ich empfehle grundsätzlich, nicht nur auf den Zins zu schauen, sondern auch auf die (möglichen) Risiken. Selbst wenn die meisten Anleger im vorliegenden Fall ihren Schaden ersetzt bekommen, ist dieser Vorgang doch mit einigem Stress verbunden, da die Anleger zunächst auf ihr Geld warten müssen und einige Formalitäten damit verbunden sind.

Hat sich dieses Risiko und dieser Stress für 0,35% Zinsen gelohnt? Meine Empfehlung: Meiden Sie auch weiterhin „exotische“ Zins-Angebote!