Materialise: 3D-Druck-Aktie auf Rekordniveau

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Einige 3D-Druck-Aktien feierten im Vorjahr ein großes Comeback. Was steckt hinter dem 3D-Drucker-Star aus Belgien? (Foto: Alexander Kirch / shutterstock.com)

Dank 3D-Druck-Technik war es im vergangenen Jahr möglich, dass viele Hersteller schnell auf die neuen Anforderungen bedingt durch die Corona-Krise reagieren konnten. Mithilfe der additiven Fertigung entstanden im Handumdrehen Masken, neuartige Gesichts- und Augenschutzprodukte und auch neue Komponenten für die Medizin-Industrie.

Einige 3D-Drucker-Aktien erlebten im vergangenen Jahr ebenfalls ein Comeback. Zu den großen Gewinnern gehörten Protolabs und Materialise. Anleger, die z.B. in die Materialise Aktie investiert hatten, konnten sich im Vorjahr über ein Kursplus von knapp 200 % freuen. Auf 5-Jahressicht steht bei der Materialise Aktie sogar ein Kursplus von über 600 % zu Buche. Doch was steckt hinter dem 3D-Drucker-Star aus Belgien?

Materialise Aktie: Was steckt hinter dem Unternehmen?

Materialise NV mit Sitz in Leuven/Belgien wurde bereits im Jahr 1990 gegründet. Inzwischen gehört Materialise zu den größten, unabhängigen Firmen im Bereich 3D-Drucktechnik und der additiven Fertigung.

Materialise betreibt mehr als 175 3D-Drucker in 18 verschiedenen Ländern und beschäftigte zuletzt knapp 2.000 Mitarbeiter. Der 3D-Druckerspezialist operiert aus 3 Geschäftsbereichen heraus: 3D-Druckersoftware, mit der sich 3D-Modelle erstellen lassen, 3D-Fertigungsservices und 3D-Produkte für den Medizin-Bereich.

Im Produktionsbetrieb arbeitet Materialise mit Unternehmen zusammen, die u.a. Prototypen erstellen wollen, bevor anschließend die Massenfertigung beginnt. In diesem Bereich kooperiert Materialise mit großen Firmen wie Microsoft, Airbus und Panasonic.

Materials in Zahlen

Für das vergangene dritte Quartal 2020 meldete Materialise Corona-bedingt einen Umsatzrückgang um 19,2 % gegenüber dem Vorjahr auf 40,79 Mio. Euro. Der Nettoverlust summierte sich dabei auf 366.000 Euro oder 0,01 Euro je Aktie. Der Geschäftsbereich Medical wuchs allerdings mit 10,8 % zweistellig und steuerte im jüngsten Quartal bereits 42 % zum Gesamtumsatz bei.

Unter dem Strich war Materialise in 2020 nicht profitabel, allerdings wurde ein positiver Cashflow erwirtschaftet. Erst für das Jahr 2021 erwarten Analysten eine Rückkehr zu einem positiven Umsatzwachstum. Bei Einnahmen von knapp 229 Mio. US-Dollar soll in 2021 ein Nettogewinn von neun US-Cent je Aktie zu Buche stehen.

Was ist das Besondere an Materialise?

Materialise ist vergleichsweise breit aufgestellt und arbeitet mit verschiedenen Herstellern von 3D-Druckern wie Hewlett-Packard (HP), Nikon und Essentium zusammen, um die Kompatibilität der 3D-Druckersoftware zu gewährleisten.

Zudem kann die Software von Materialise mit verschiedenen 3D-Druckmethoden (Stereolithographie, Laser Sintering, Fused Deposition Modelling, Metal Printing, PolyJet Technik etc.) eingesetzt werden. Aufgrund dieser Eigenschaften können verschiedene Materialien von Seiten der Kunden verwendet werden, wodurch Produkte spezifischer nach Kundenwünschen gestaltet werden können. Dies führt dann auch zu einer höheren Produktqualität.

Darüber hinaus bewegt sich Materialise in einem Markt, der in den nächsten Jahren massiv wachsen soll. Laut Statista dürfte der weltweite Markt für 3D-Druckprodukte und Services bis zum Jahr 2024 auf 41 Mrd. US-Dollar klettern – dies würde einem jährlichen Wachstum von mehr als 26 % pro Jahr entsprechen.

Fazit: 3D-Druckermarkt ist ein Zukunftsmarkt, der noch auf den großen Durchbruch wartet

Die hohen Erwartungen der Anleger an Unternehmen aus der 3D-Druckerindustrie haben sich in den letzten Jahren nicht immer erfüllt. Einstige Anleger-Lieblinge aus der Branche wie 3D Systems und Stratasys warten immer noch auf den großen Durchbruch.

Umso bemerkenswerter ist die Entwicklung von Materialise und Protolabs, die in den letzten Jahren ein signifikantes Wachstum gezeigt haben. Materialise verfügt über 25 Jahre Erfahrung im Bereich der additiven Fertigung und betreibt zudem eines der größten 3D-Fertigungswerke der Welt. Allerdings schreibt Materialise noch rote Zahlen, was konservative Anleger eher abschrecken dürfte.

Protolabs erzielt dagegen bereits einen doppelt so hohen Umsatz und war zuletzt konstant profitabel. Daher dürfte die Protolabs Aktie insbesondere für risikoscheue Anleger derzeit die bessere Wahl sein.

Dennoch hat auch die Materialise Aktie für risikobewusste Anleger ihren Charme. Die Belgier sind in einigen interessanten Nischen-Märkten (Brillen-Rahmen etc.) aktiv und könnten zudem auch vom Wachstum im medizintechnischen Bereich profitieren. Beide Aktien sind für jene Anleger als Depotbeimischung interessant, die vom künftigen Boom in der 3D-Druck-Branche profitieren wollen.

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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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