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Milliarden-Angebot für holländischen Fahrradbauer Accell Group

Inhaltsverzeichnis

Wachstumsbranchen ziehen Investitionen der großen Finanzinvestoren magisch an. Dies trifft auch auf die Fahrradindustrie zu, die in Pandemiezeiten einen wahren Nachfrageboom verzeichnen konnte.

So ist es nicht verwunderlich, dass ein Konsortium um den US-amerikanischen Investor KKR Group ein durchaus großzügiges Angebot für die Übernahme des niederländischen Fahrradproduzenten Accell Group unterbreitet hat.

Auch wenn Ihnen der Name des holländischen Fahrradkonzerns im ersten Moment unbekannt vorkommt, werden Ihnen einige Marken der Accell Group – wie z.B. Batavus, Winora, GHOST-Bikes und Sparta – durchaus bekannt sein.

Cash-Angebot mit 26% Übernahmeprämie

Am vergangenen Montag gaben die KKR Group und Accell in einer gemeinsamen Presseerklärung bekannt, dass sie sich auf eine Übernahmevereinbarung geeinigt haben. Laut dieser Vereinbarung bietet das Konsortium um KKR 58 Euro in bar für jede Aktie der Accell Group.

Ein stolzer Preis für den holländischen Fahrradbauer, der einen satten Aufschlag von 26% auf den Schlusskurs der Accell-Papiere vom Freitag beinhaltet. Bezogen auf den volumengewichteten Durchschnittskurs der letzten 3 Monate liegt der Übernahmeaufschlag sogar bei 42%. Insgesamt beläuft sich das Gebot bei knapp 27 Mio. ausgegebener Accell-Aktien auf gut 1,56 Mrd. Euro.

Zustandekommen des Deals wahrscheinlich

Der Vorstand der im westfriesischen Heerenveen ansässigen Accell Group hat dem Angebot einstimmig zugestimmt und empfiehlt seinen Aktionären, das Angebot anzunehmen. 2 Großaktionäre der Accell Group haben sich laut Presseerklärung des friesischen Fahrradproduzenten bereit erklärt, ihre Anteile von insgesamt fast 20% anzudienen.

Auch wenn keine Mindestannahmeschwelle bekannt gegeben wurde, dürften die bereits verbindlich angedienten 20% der Accell-Group-Aktien die Wahrscheinlichkeit eines Zustandekommens des Übernahmedeals deutlich erhöhen. Hinzu kommt noch die durchaus ansehnliche Übernahmeprämie, die viele Kleinaktionäre veranlassen wird, das Angebot anzunehmen.

Accell-Kurs legt deutlich zu

Ein weiteres Indiz für das Zustandekommen eines Übernahmeangebots ist die Reaktion der Anleger an den Börsen. Und auch die war sehr positiv. So sprang der Kurs der Accell-Group-Papiere an der Amsterdamer Börse zum Wochenbeginn um stolze 25,5%.

Waren die Papiere noch mit einem Kurs von 46,05 Euro in das Wochenende gegangen, so lagen sie beim Erklingen der Schlussglocke am Montag mit 57,80 Euro nur leicht unterhalb des von KKR gebotenen Betrags. Auch dies spricht dafür, dass die Investoren von einem Zustandekommen des Deals ausgehen.

Bereits im April 2017 hatte es ein Übernahmeangebot für die Accell Group gegeben, das allerdings gescheitert ist. Bieter war seinerzeit der niederländische Mitbewerber, die Pon Holdings mit den Marken Kalkhoff, Gazelle und Raleigh, der etwa 846 Mio. Euro geboten hat. Das Angebot wurde aber durch den Accell-Group-Vorstand als zu niedrig bewertet und Anfang Mai 2017 abgelehnt.

Wie es weitergeht

Die Geschäfte der Accell-Group sollen auch nach einer erfolgten Übernahme weiterlaufen wie bisher. Auch der Hauptsitz des Unternehmens wird in Heerenveen bleiben. Alle Mitarbeiter und auch der Vorstand des Unternehmens sollen übernommen werden.

Der Entwurf des Angebotsmemorandums wird voraussichtlich im ersten Quartal 2022 bei der niederländischen Aufsichtsbehörde AFM eingereicht werden. Die Transaktion unterliegt den üblichen Bedingungen sowie behördlichen Genehmigungen und wird voraussichtlich im Sommer 2022 abgeschlossen werden.