Insidertrades der Woche: Was Vorstände und Firmeninsider jetzt kaufen

Wall Street – shutterstock_267083465 Matej Kastelic

Insidertransaktionen der Woche: Zocker treiben AMC Entertainment-Aktie in schwindelerregende Höhen - Firmeninsider nutzen Kursexplosion zum Ausstieg (Foto: Matej Kastelic / Shutterstock.com)

Heute möchte ich Ihnen wieder über auffällige Aktientransaktionen von Vorständen oder renommierten Hedgefonds berichten. Denn wer sollte die zukünftige Entwicklung in den Firmen besser beurteilen können als die Vorstände oder Großaktionäre, die ganz nah am Puls der Zeit sind?

Aktientransaktionen dieser Personen können Ihnen wichtige Informationen liefern. Besonderen Informationsgehalt haben dabei die Aktienkäufe. Das hat einen einfachen Grund: Während es für Verkäufe vielfältige Gründe gibt, dürfte hinter massiven Aktienkäufen vor allem eins stecken: Die Intention Geld zu verdienen.

Anbei finden Sie drei Firmen, die in der vergangenen Woche durch interessante Insidertransaktionen aufgefallen sind:

Dun & Bradstreet Holdings:

Im Zuge des zuletzt schwächelnden Aktienkurses des Finanzdatenanbieters Dun & Bradstreet Holdings zeigten sich zwei Firmeninsider zuversichtlich und stockten ihre Aktienbestände weiter auf. Sowohl der Finanzvorstand als auch der Vorstand griffen zu und erwarben insgesamt 50.700 Aktien. Bei Kaufkursen zwischen 20,96 und 21 Dollar je Aktie summierte sich das Kaufvolumen auf 1,062 Millionen Dollar.

Dun & Bradstreet bietet Unternehmen weltweit Firmendaten und Bewertungen zu ihren Kunden, Lieferanten oder potenziellen Geschäftspartnern an. Nach eigenen Angaben sind Informationen zu mehr als 170 Millionen Unternehmen in über 200 Ländern abrufbar. Täglich werden weltweit 1,8 Millionen Angaben aktualisiert, davon 120.000 in Deutschland. Zu den angebotenen Unternehmensinformationen zählen allgemeine Angaben zum Unternehmen (Umsatz, Mitarbeiterzahl, Branche), zur Geschäftsentwicklung oder zu Konzernverflechtungen. Außerdem wird das Zahlungsverhalten von Unternehmen beobachtet. Diese Informationen fließen in Insolvenzprognosen, Bonitätseinschätzungen und Kreditempfehlungen ein.

Zum Jahresauftakt erzielte der Konzern im ersten Quartal ein Umsatzplus von 27,5% auf 504,5 Millionen Dollar. Allerdings war das Wachstum vor allem durch den Zukauf von Bisnode zurückzuführen. Organisch, also ohne Akquisitionen, betrug das Umsatzplus „nur“ 5,7%.

AMC Entertainment Holdings:

Zuletzt geriet die gebeutelte US-Kinokette AMC Entertainment wieder einmal ins Fadenkreuz der Spekulanten, die den Kurs in schwindelerregende Höhen trieben. Seit dem Jahreswechsel beträgt der Wertzuwachs der Aktie beinahe 2.500%. Während die Zocker die Aktie hochjubelten, zogen sich die Firmeninsider verstärkt zurück. Allein in der letzten Woche gab es mehr Aktienverkäufe durch Firmeninsider als im gesamten Zeitraum zwischen 2017 und 2020. Seit Anfang Juni verkauften 7 Insider Aktien im Gegenwert von rund 9 Millionen Dollar.

AMC wurde in der Corona-Krise schwer von den Lockdowns getroffen, auch wenn sich das Umfeld für die Kinokette mit den Lockerungen gerade etwas aufzuhellen beginnt. Die letzten Geschäftszahlen waren allerdings alles andere als prickelnd: Das Unternehmen veröffentlichte Anfang März einen Umsatzeinbruch im Corona-Jahr 2020 um beinahe 80% von 5,4 Milliarden Dollar auf 1,2 Milliarden Dollar. Wie AMC zudem Anfang Mai bekannt gab, lief es auch im ersten Quartal 2021 nicht besser: Erneut sackte der Umsatz von rund 942 Millionen Dollar im Vorjahreszeitraum auf 148 Millionen Dollar um mehr als 80% in den Keller.

Franchise Group:

Bei dem US-Einzelhändler Franchise Group häuften sich zuletzt die Aktienkäufe durch Firmeninsider. Seit Mitte Mai haben drei verschiedene Insider insgesamt 1,054 Millionen Aktien bei Kursen zwischen 34,35 und 36 Dollar das Stück gekauft. In Summe lag das Kaufvolumen bei knapp 38 Millionen Dollar.

Die Franchise Group bietet in den Vereinigten Staaten und Kanada Dienstleistungen im Bereich der Steuererstellung an und betreibt als Franchisenehmer Rent-to-Own-Geschäfte, die langlebige Güter wie Elektronik, Wohnmöbel, Haushaltsgeräte und Haushaltszubehör an Kunden vermieten. Darüber hinaus ist das Unternehmen als Einzelhändler tätig, der seinen Kunden neue, gebrauchte sowie überholte Produkte in verschiedenen Warenkategorien, darunter Haushaltsgeräte, Matratzen, Möbel sowie Rasen- und Gartengeräte deutlich unter Listenpreisen anbietet.

Im ersten Quartal steigerte der Konzern im Jahresvergleich seinen Umsatz von 503 auf 621 Millionen Dollar. Am Ende stand ein Gewinn von 14 Millionen Dollar in den Büchern.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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