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Smartsheet-Aktie nach Zahlen mit zweistelligem Plus

Smartsheet-Aktie nach Zahlen mit zweistelligem Plus
tom - Adobe Stock
Inhaltsverzeichnis

Softwareaktien gehörten in der Corona-Pandemie zu den großen Gewinnern. Vor allem Firmen aus dem sogenannten Software-as-a-Service (SaaS)-Sektor erfreuten sich auf Grund der Skalierbarkeit der Geschäftsmodelle und des hohen Margenpotenzials besonderer Beliebtheit.

Dass nach den rasanten Kursanstiegen aber die Luft zunehmend dünner wird, mussten gerade die Anleger des US-Konzerns Smartsheet in den letzten Monaten leidvoll feststellen. Obwohl die Aktie nach Vorlage der Quartalszahlen am Freitag um beinahe 11% anzog, liegt das Kursminus im Börsenjahr 2022 noch bei 55%.

Smartsheet im Portrait

Gegründet wurde das in Bellevue (Washington) ansässige Unternehmen im Jahr 2006 und verfügt mittlerweile über 97.000 Kunden. Zwei Drittel der Fortune 500 Unternehmen nutzen Lösungen von Smartsheet.

Smartsheet bietet eine Cloud-basierte Plattform zur Koordination und Ausführung von Projektarbeiten. Als Software-as-a-Service Provider entwickelt Smartsheet Lösungen für die Zuweisung von Aufgaben, der Verfolgung von Projektfortschritten oder die Verwaltung von Kalendereinträgen. Auch können Dokumente leicht geteilt und freigegeben werden. Man kann sich Smartsheet als Alternative zu Microsofts Excel mit deutlich verbesserten Funktionen zur Zusammenarbeit in Projekten vorstellen. Das Ziel solcher Workflow Management Software ist es, Arbeitsprozesse effizienter und übersichtlicher zu gestalten.

Dabei verdient Smartsheet sein Geld über ein Abo-Modell, bei dem auf monatlicher Basis ein fester Betrag – bei einer in der Regel jährlichen Zahlung – als Umsatz generiert wird. Rund 90 % der Umsätze werden durch solche Subskriptionen erzielt, womit das Geschäft eine gute Planbarkeit erreicht.

41% Umsatzplus im zweiten Quartal und hohe Net Retention Rate

Mit seiner Positionierung zeigte Smartsheet zuletzt weiterhin beachtliche Wachstumsraten. Im zweiten Quartal erhöhte sich der Umsatz um 41,7% auf 186,7 Millionen Dollar. Damit wurden die Analystenerwartungen um 6,14 Millionen Dollar übertroffen.

Die sogenannte Net Retention Rate (NRR) lag bei 131%. Dabei handelt es sich um eine der wichtigsten Kennziffern in der Analyse von Subskriptions-Geschäftsmodellen. Zum Hintergrund: Die NRR besagt, wie sich der Umsatz mit Bestandskunden im Zeitablauf verändert und wird berechnet als Umsatz der Vorperiode minus “Churn Rate” (Umsatz, der durch Kundenverluste oder geringere Preise fehlt) zuzüglich der “Expansion Rate” (zusätzlicher Umsatz mit diesen Kunden durch Nutzungssteigerung, Upsell, Preiserhöhungen).

NRR-Werte über 100% bedeuten ein Wachstum des Umsatzes mit der Bestandskundschaft und sind gleichzeitig ein Hinweis auf hohe Kundenzufriedenheit.

Großkunden gewinnen an Bedeutung

Die Kunden buchen offenbar immer größere Abo-Pakete bei Smartsheet. So kletterte im abgelaufenen Dreimonatszeitraum die Anzahl der Kunden mit einem Vertragsvolumen von mehr als 100.000 Dollar um 63% auf 1.220. Bei Kunden mit einem Auftragsvolumen von über 50.000 Dollar konnte der Konzern ein Plus von 48% auf inzwischen 2.738 Kunden verzeichnen.

Smartsheet weitet Verluste aus

Trotz des hohen Wachstums stiegen die Verluste weiter an. Gegenüber dem vergleichbaren Vorjahresquartal hat sich der Verlust von 44,2 Millionen Dollar auf 62,3 Millionen Dollar ausgeweitet. Für das Gesamtjahr stellt der Konzern ein Umsatzwachstum von 36% bis 37% auf 750 bis 755 Millionen Dollar in Aussicht. Der bereinigte Gewinn wird zwischen -49 und -56 Cent je Aktie erwartet. Das ist leicht besser als die Analysten bislang prognostiziert hatten (-63 Cent je Aktie).

Ob das allerdings ausreicht, um eine nachhaltige Trendwende bei der Aktie einzuleiten, wird sich erst noch zeigen müssen. Momentan nehmen die Anleger weiter Abstand von Unternehmen, bei denen das Erreichen der Gewinnzone noch in weiter Ferne ist.