WD-40 mit kräftigem Wachstum

Wall Street – shutterstock_267083465 Matej Kastelic

Schmiermittelhersteller WD-40 mit kräftigem Umsatz- und Gewinnsprung: Pandemie sorgt für Hochkonjunktur (Foto: Matej Kastelic / Shutterstock.com)

Ein gutes Produkt, ein starkes Branding und ein breites Anwendungsspektrum. Das sind die Erfolgsfaktoren von des Schmiermittelherstellers WD-40. Wenn nichts anderes mehr hilft, greifen Heimwerker oft zu zwei verschiedenen Problemlösern – entweder Panzertape oder WD-40. Ersteres fixiert bewegliche Dinge, letzteres sorgt hingegen für mehr Flexibilität. Das besagt zumindest eine landläufige Heimwerkerweisheit. Dabei benutzen viele das Kriechöl aus den USA mit dem markanten Geruch nicht nur als Rostschutz oder Schmiermittel bei klemmenden Schrauben und Metallverbindungen, sondern auch für viele weitere Anwendungen.

Lag seit Jahren das Umsatzvolumen des Herstellers WD-40 in einer engen Bandbreite, so verzeichnet der US-Konzern durch die Corona-Pandemie eine Art Sonderkonjunktur. Die gerade präsentierten Geschäftszahlen lagen deutlich über den Erwartungen und haben der Aktie spürbaren Rückenwind verliehen.

WD-40 – vom Nischenprodukt zum Alleskönner

Auch wenn das Schmiermittel wahrscheinlich den meisten von Ihnen ein Begriff ist, die Geschichte des Produkts dürfte nicht jedem Anleger bekannt sein. WD-40 wurde bereits im Jahr 1953 vom Ingenieur, Erfinder und Unternehmer Iver Norman Lawson als Mittel für Wasserverdrängung und Korrosionsschutz entwickelt. Die US Navy suchte damals einen Wirkstoff, der die großen Probleme der rostenden Schiffsmotoren lösen sollte. Norman Lawson machte sich ans Werk und arbeitete Abends und am Wochenende neben seinem Tagesjob als Chemiker an einer Lösung des Problems. Nach 39 Versuchen, die er genau dokumentierte, fand er schließlich die perfekte Formel, daher der Name: “Water Displacement perfected on the 40th try” – oder auch kurz WD-40.

Lawson entwickelte das Produkt in seinem Privatlabor in San Diego und verkaufte es für 500 Dollar an die Rocket Chemical Company (deren Chef Norman B. Larsen wurde fälschlicherweise manchmal als Erfinder bezeichnet). Das Produkt wurde zunächst in der Raketenindustrie vermarktet. Nachdem die Firmenleitung sah, dass Angestellte das Produkt insgeheim mit nach Hause nahmen, begann 1958 die Vermarktung im Einzelhandel. In den 1960er-Jahren wurde es durch die Verwendung als Waffenreinigungsmittel im Vietnamkrieg weiter bekannt. Die WD-40 Company bietet heute eine Reihe von Reinigungs- und Schmiermitteln an.

Konstante Geschäftsentwicklung mit stabiler Gewinnmarge…

Die Nachfrage nach den WD-40-Produkten war in den zurückliegenden Jahren meist relativ konstant. So schwankten die Umsätze zwischen 2014 und 2020 zwischen 383 und 423,4 Millionen Dollar. Dabei wirtschaftet der US-Konzern seit Jahren hochprofitabel. Im vergangenen Geschäftsjahr (endete im August 2020) erzielte WD-40 einen Gewinn von 60,7 Millionen Dollar. Das entspricht einer Gewinnmarge (Anm.: Gewinn im Verhältnis zum Umsatz) von 14,86%.

…..folgt Pandemie-bedingter Nachfrageschub

Doch durch die Corona-Pandemie erfährt der Konzern gerade eine regelrechte Sonderkonjunktur. Im zurückliegenden Quartal schnellten die Umsätze um 39% auf 136,4 Millionen Dollar. Allerdings haben Währungseffekte in Höhe von 6,6 Millionen Dollar die starke Entwicklung positiv unterstützt.

Regional wurde der Umsatz durch ein Wachstum von 44% in Amerika, 43% in EMEA und 13% in Asien-Pazifik angeführt. Unter dem Strich erhöhte sich der operative Gewinn um 38% auf 27,3 Millionen Dollar. Unter dem Strich blieb am Ende ein Nettogewinn von 21 Millionen Dollar (1,51 Dollar je Aktie) hängen – 45% mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal.

Neukunden sollen zu Stammkunden werden

Auch wenn es sich um  einen vorübergehenden Sondereffekt handelt, das Management zeigt sich zuversichtlich. Für das Gesamtjahr wird ein Umsatzplus von 16-20% angepeilt. Damit dürften im Ende August zu Ende gehenden Geschäftsjahr insgesamt Umsätze von 475 bis 490 Millionen Dollar durch die Bücher gegangen sein. Bis 2025 peilt der Konzern eine Umsatzrange zwischen 650 und 700 Millionen Dollar an.

Allerdings enthält die aktuelle Bewertung bereits eine ordentliche Position Optimismus: Der Börsenwert liegt inzwischen bei 3,6 Milliarden Dollar. Damit wird WD-40 mit dem 7,5-Fachen des erwarteten Jahresumsatzes und dem 50-Fachen des geschätzten Gewinns für das laufende Geschäftsjahr bewertet.


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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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