OPEC-Staaten – warum die Macht der OPEC schwindet

Der Einfluss der OPEC-Staaten auf den Ölpreis schwindet, andere Staaten wie die USA sind auf dem Vormarsch. (Foto: Christopher Halloran / shutterstock.com)

Der Ölpreis ist im freien Fall. Bislang sorgten Förderquoten der OPEC-Staaten dafür, dass sich der Ölpreis in einer bestimmten Preisspanne bewegte. Nicht-OPEC-Staaten wie die USA fördern immer mehr Erdöl, im Gegenzug ist die weltweite Nachfrage kaum gestiegen.

Gleichzeitig sorgen neue Techniken wie das Öl-Fracking dafür, dass die Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) an Macht verliert. Das hat auch Auswirkungen auf Autofahrer und Rohstoff-Anleger.

OPEC-Staaten – das sind die Mitglieder des Öl-Kartells

Die Organization of the Petroleum Exporting Countries (OPEC) wurde bereits im Jahr 1965 gegründet und hat seinen Hauptsitz in Wien. Derzeit hat die OPEC 12 Mitglieder: Irak, Iran, Kuwait, Saudi-Arabien, Venezuela, Katar, Libyen, Vereinigte Arabische Emirate, Algerien, Nigeria, Angola und Ecuador.

Die OPEC-Staaten zeichnen für etwa 40% der weltweiten Ölproduktion verantwortlich und sind im Besitz von rund drei Viertel aller weltweiten Ölreserven. Dadurch haben die OPEC-Staaten großen Einfluss auf den Ölpreis, kann das Ölkartell durch eine Angebotsdrosselung oder Erhöhung der Förderquoten den Ölpreis zum Beispiel nach oben oder unten treiben.

OPEC hat großen Einfluss – doch wie lange noch?

Doch die Tage des Öl-Kartells scheinen gezählt. Der weltgrößte Ölexporteur Saudi-Arabien traut sich zum Beispiel nicht, seine Förderquoten zu senken. Der Grund: Die Saudis fürchten, dass die USA ihre Ölproduktion noch weiter ausbauen – zu Lasten von Saudi Arabien.

Das arabische Land würde weiter Marktanteile verlieren, während die USA ihre Vormachtstellung ausbauen könnte. Zudem sind die Saudis und die übrigen OPEC-Staaten nicht in der Lage, ihre Produktionskosten unter die Förderkosten von US-Schieferöl (Fracking) zu drücken, heißt es bei Goldman Sachs.

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Außerdem sind sich die OPEC-Staaten untereinander uneins. Zum Beispiel hat der Iran bereits angekündigt, die Förderquoten auf 4 Mio. Barrel pro Tag steigern zu wollen – ganz unabhängig davon, was die OPEC beschließt.

USA auf den Weg zur Öl-Großmacht

Die USA sind mit Öl-Fracking dagegen auf den Weg zur autarken Energieversorgung. Nach Prognosen der Internationalen Energieagentur (IEA) dürfte die USA dank des Booms beim US-Schieferöl bald Saudi-Arabien überholen und zum weltgrößten Ölproduzenten aufsteigen.

Bis 2019 dürfte allein die US-Schieferölproduktion von derzeit 8,0 Mio. auf 9,6 Mio. Barrel Öl pro Tag klettern, so die Internationale Energieagentur (IEA). Zum Vergleich: Saudi-Arabien produziert aktuell ebenfalls rund 9,6 Mio. Barrel Öl pro Tag.

Ölpreis dauerhaft niedrig?

Mit einem Wiederanstieg über die Marke von 100 US-$ rechnen die wenigsten Rohstoff-Experten. Vielmehr dürfte sich der Preisverfall beim Öl dauerhaft fortsetzen, denn die Öl-Importe in die USA werden in den nächsten Jahren weiter sinken.

Für Autofahrer bedeutet dies dauerhaft niedrige Spritpreise an der Tankstelle. Rohstoff-Anleger sollten vor allem auf US-Ölkonzerne wie Exxon Mobil ein Auge werfen. Seit kurzem ist auch US-Starinvestor Warren Buffett als Aktionär bei Exxon Mobil mit an Bord, was dem Papier noch zusätzlichen Auftrieb verleihen könnte.


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Von: Alexander Mittermeier. Über den Autor

Als Gründungsmitglied einer der größten Finanz-Communitys in Deutschland schreibt Alexander Mittermeier heute nicht nur über Aktien und Hightech-Unternehmen, sondern auch über Geld- und Wirtschaftsthemen. Im Mittelpunkt stehen dabei Hintergrundberichte und Bewertung wirtschaftlicher Themen unter Berücksichtigung technologischer Gesichtspunkte für eine der größten Banken Deutschlands

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