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Alibaba und die neue Börseneuphorie

Der Börsengang des chinesischen Internet-Giganten Alibaba am  19.09.2014 an der New Yorker Wall Street hat neue Maßstäbe gesetzt.

Es war der größte Börsengang der Geschichte und die Alibaba-Aktie legte am ersten Handelstag um rund 30% zu.

Sämtliche Medien berichteten darüber. Daher dürfte das Unternehmen Alibaba in Deutschland innerhalb kürzester Zeit in etwa den Bekanntheitsgrad eines DAX-Konzerns erlangt haben.

Alibaba-Investoren kauften keine Aktien

Was die Medien Ihnen – zumindest mehrheitlich – allerdings verschwiegen haben, ist:

Die Alibaba-Investoren kauften gar keine Alibaba-Aktien, sondern Zertifikate einer karibischen Zweckgesellschaft, die nach Angaben der „Financial Times“ ihren Sitz auf den Cayman-Inseln hat.

Diese Zweckgesellschaft soll wiederum mittels Verträgen den Besitz an den chinesischen Zweckgesellschaften simulieren. Der größte Haken daran ist nach Ansicht einiger Experten, dass jedes chinesische Gericht diese Verträge auflösen könnte.

Ein weiterer negativer Umstand dieser Konstruktion ist, dass die Investoren dadurch praktisch kein Mitspracherecht haben – was von Alibaba ausdrücklich so gewünscht ist.

Andererseits ermöglicht dieser Aufbau überhaupt erst, dass sich so viele Nicht-Chinesen an Alibaba beteiligen konnten.


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Der Hintergrund: Durch das beschriebene Konstrukt umgeht Alibaba chinesisches Recht, welches den Anteilsbesitz von Ausländern an chinesischen Unternehmen beschränkt.

Auch der chinesische Internetkonzern Baidu, der seit 2005 an der US-Technologiebörse NASDAQ notiert, nutzt übrigens aus diesem Grund eine solche Konstruktion.

Alibaba sorgt für Hochkonjunktur bei Börsengängen

Klaus Fröhlich, der bei der US-Investmentbank Morgan Stanley für das deutsche Kapitalmarkt-Geschäft verantwortlich ist, sagt, dass „das Klima für Börsengänge so gut ist wie schon lange nicht mehr“.

Bereits in den ersten 6 Monaten des Jahres 2014 gab es 213 Börsengänge. Das bedeutet im Vergleich zum Vorjahres-Zeitraum ein Plus von 76%.

Dass die Stimmung Mitte 2014 geradezu euphorisch ist, liegt sicherlich zu einem nicht unwesentlichen Teil am lange erwarteten Alibaba-Börsengang.

Und diese positive Stimmung – oder gar Euphorie – wollen jetzt natürlich auch andere Unternehmen, die kurz vor dem Gang aufs Börsenparkett stehen, für sich nutzen.

Bei Rocket Internet, der Internet-Holding der berühmt-berüchtigten Samwer-Brüder, wird man die Euphorie rund um den Alibaba-Börsengang sicherlich mit Wohlwollen betrachtet haben.

Schließlich haben die Samwer-Brüder gleich 2 IPO-Eisen im Feuer (IPO = Börsengang).

Neben dem Börsengang ihrer Internet-Holding Rocket Internet erfolgt im Oktober 2014 noch der Börsengang des Online-Schuh- und Modehändlers Zalando.

An Zalando halten die Samwer-Brüder wesentliche Anteile, sodass sie auch am Zalando-Börsengang ordentlich mitverdienen können.

Betrachten Sie die IPO-Euphorie kritisch

Anstatt selbst in – schlimmstenfalls sogar blinde – Euphorie zu verfallen, wie es vielen während des New-Economy-Booms um die Jahrtausendwende erging, sollten Sie das Feuerwerk der IPO-Kandidaten kritisch betrachten.

Viele Experten betonen, dass die Stimmung bei Börsengängen so gut sei wie seit der Jahrtausendwende nicht mehr. Für mich ist das eher ein Warnsignal als ein Grund zur Freude.

Daher mein abschließender Hinweis: Seien Sie stets kritisch, wenn ein neues Unternehmen an die Börse geht.

Ein Börsengang bedeutet schließlich auch, dass die Altbesitzer Geschäftsanteile abgeben und dafür Geld kassieren. Die Altbesitzer werden den maximal erreichbaren Preis ausreizen.

Wenn dann gleichzeitig grundsolide Unternehmen aus „langweiligen“ Branchen wie der Automobil-Industrie oder dem Chemie-Sektor an der Börse ignoriert werden und für den 10-fachen Jahresgewinn zu haben sind, gilt aus meiner Sicht:

Lassen Sie den Zockern, Spekulanten und Spielern den ersten Zugriff bei den neuen, oft unberechenbaren Börsenkandidaten.

Sie können dagegen als Investor zu günstigen Preisen bei Unternehmen zugreifen, die bereits seit Jahrzehnten alle Börsenstürme überstanden haben.

23. September 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.