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Die 10 Länder mit den größten Erdölreserven

Als Privatanleger müssen Sie nicht nur Ihre eigenen Ölrechnungen bezahlen. Der Ölpreis spielt für die Wirtschaft eine sehr große Rolle, so dass einzelne Wirtschaftszweige unter steigenden Preisen leiden oder von sinkenden Preisen profitieren können. Dies kann einen erheblichen Einfluss auf die Profitabilität eines Unternehmens haben, was sich wiederrum im Aktienkurs wiederfinden kann.

Schon seit Jahrzehnten warnen Experten, dass die Erdölreserven zur Neige gehen und wir unseren Verbrauch drastisch reduzieren müssen, wenn wir noch lange was vom schwarzen Gold haben wollen. Heutzutage hängt noch Vieles vom Erdöl ab: ob die Wirtschaft brummt, ob wir schnell von A nach B kommen, ob uns warm ist und so weiter.

Wie es tatsächlich um die Reserven bestellt ist, verrät ein Blick auf die Erdölreserven der einzelnen Länder. Schnell wird klar, dass das Öl tatsächlich nicht mehr ewig reichen wird. Interessant ist aber auch, dass immer wieder neue Lagerstätten entdeckt werden und es noch enorme Ressourcen gibt, die in vielen Statistiken unerwähnt bleiben.

Exakte Daten zu den prozentualen Erdölreserven sind aufgrund der dynamischen Entwicklung und der unterschiedlich stark ausgeprägten Transparenz der einzelnen Staaten nicht sehr häufig verfügbar. Die hier verwendeten Daten stammen aus 2011.

Erdölreserven – die Weltrangliste

Die Weltrangliste der Länder mit den größten Erdölreserven wird von Saudi-Arabien angeführt. Hier lagern knapp 16% der weltweit bekannten Reserven. Knapp dahinter folgt Venezuela, wo rund 14,7% der Reserven zu finden sind. Auf Platz 3 folgt Kanada mit 12,6%. Diese 3 Staaten verfügen somit über weit mehr als 40% der Erdölreserven.

Danach folgen Iran (9,4%), Irak (9,0%), Kuwait (6,4%), die Vereinigten Arabischen Emirate (5,8%), Russland (4,8%), Libyen (2,9%) und auf Platz 10 Kasachstan mit 2,4%. In Summe entfallen auf die Top 10 der Länder mit den größten Erdölreserven also über 83% der weltweit bekannten Reserven.

LandAnteile an Reserven in %
Saudi-Arabien15,7
Venezuela14,7
Kanada12,6
Iran9,4
Irak9,0
Kuweit6,4
Vereinigte Arabische5,8
Russland4,8
Libyen2,9
Kasachstan2,4

Quelle: Wikipedia / Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (pdf, Stand 2011)

Warum die Angaben ständig schwanken

Solche Angaben sind großen Schwankungen unterworfen. Dies hat mehrere Gründe. Zum einen muss teilweise auf Zahlen von Energiekonzernen zurückgegriffen werden, die man in diesem Zusammenhang als befangen ansehen kann. Auch staatliche Auskünfte könnten zugunsten des Interesses der jeweiligen Staaten Ungenauigkeiten enthalten.

Ein wenig beachteter Punkt ist jedoch, dass es einen großen Unterschied zwischen Reserven und Ressourcen gibt. Als Reserven werden gemeinhin diejenigen Vorkommen verstanden, die nach heutigem Stand der Technik und nach heutigem Stand des Ölpreises wirtschaftlich gefördert werden können. Als Ressourcen bezeichnet man hingegen in der Regel Vorkommen, die nicht wirtschaftlich zu fördern sind.

Nun kommt die Entwicklung des Ölpreises ins Spiel: steigt Preis, so kann es plötzlich wirtschaftlich sein, bislang unwirtschaftliche Ressourcen zu erschließen und zu fördern, da der Erlös die vergleichsweise hohen Förderkosten decken kann. Sinkt hingegen der Ölpreis werden andere Vorkommen möglicherweise unwirtschaftlich. In diesem Zusammenhang ist auch die Effektivität der Ausbeutung der Lagerstätten relevant.

Wie lange reichen die Reserven?

Könnten die einzelnen Regionen dieser Welt lediglich das Öl verbrauchen, welches sie selbst fördern könnten, so stünde Nordamerika nach 8 Jahren ohne Öl da. Europa und Eurasien hätten rund 20 Jahre ausreichend Reserven, die EU allein nur etwa 1 Jahr. Der Nahe Osten hingegen müsste sich für die nächsten rund 330 Jahre keine Gedanken machen.

Bei heutigem Verbrauch und Preis wird das Öl ohne Neuentdeckungen von Lagerstätten noch etwa 40 Jahre reichen – und der Energiebedarf weltweit steigt an. Hierbei ist aber anzumerken, dass derlei Prognosen schon seit langer Zeit existieren. Zur Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde von Reserven für 20 Jahre ausgegangen, Anfang der 1980er Jahre von etwa 30 Jahren, Ende der 1990er Jahre von knapp 40 Jahren.

Spötter bezeichnen diese Werte als Erdölkonstante, da sich die Prognosen in den letzten Jahrzehnten nicht wesentlich verändert haben. Dies liegt jedoch an den Neuentdeckungen von Lagerstätten bzw. einer Neubewertung bekannter Lagerstätten, die nun effektiver ausgebeutet bzw. überhaupt erst erschlossen werden können.

Klar ist dabei aber auch, dass diese Erdölkonstante nicht ewig so bestehen kann. Die Reserven sind endlich und aus diesem Grunde wird es früher oder später unumgänglich sein, sich von der Erdöl-Abhängigkeit zu lösen und Alternativen zu finden.

Was Sie als Privatanleger wissen müssen

Für Sie als Privatanleger bedeutet das: die Menschen und die Wirtschaft sind heute noch in hohem Maße vom Erdöl abhängig. Da die Reserven nicht unendlich sind, ist zunächst davon auszugehen, dass bei dem weltweit hohen Verbrauch der Erdölpreis nicht in den Keller gehen wird.

Kommt es künftig tatsächlich zu Engpässen, werden Angebot und Nachfrage den Preis nach oben treiben. Andererseits wird sich die Menschheit zwangsläufig umorientieren und vom Erdöl lösen müssen. Gelingt dies, kann die Nachfrage entsprechend sinken.

Der Erfolg in Investments in Erdöl-Aktien bietet mittelfristig noch gute Chancen, da der weltweite Energiebedarf ansteigt und die Abhängigkeit vom Öl noch groß ist. Bei Investments in Branchen mit einem hohen Ölverbrauch sollte aus demselben Grund beachtet werden, dass die Kosten für diese Industrien steigen können und die Rentabilität beeinträchtigen können.

Als Privatanleger sollten Sie hierbei vor allem die mittel- bis langfristige Entwicklung beobachten. Kurze Preisanstiege oder –verfälle können meist gut kompensiert werden. Es ist jedoch davon auszugehen, dass in den kommenden Jahrzehnten auf dem Erdölmarkt viel passieren wird – man muss die Trends frühzeitig erkennen.

2. Juni 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.