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Mit dem Erfolgsfaktor Dividende steigern Sie Ihre Börsengewinne

Die Dividenden helfen nicht nur dabei, runde Index-Marken zu knacken, sie sind auch die wahrscheinlich am stärksten unterschätzten Renditebringer an der Börse. Wenn Sie eine Aktien-Position im Wert von 2.000 € besitzen und das Unternehmen überweist Ihnen 60 € Dividende, geht das im Börsenalltag oft unter.

2 Faktoren machen die Dividende zu einer Art „Wunderwaffe“ an der Börse: Zum einen ist es der Zinseszinseffekt, wenn Dividenden immer wieder in Aktien reinvestiert werden (zum Beispiel über einen Aktien-Sparplan) und zum anderen der Rendite-Effekt, da der Einstandskurs immer konstant bleibt, gute Unternehmen aber Jahr für Jahr ihre Ausschüttungen erhöhen.

Fast 10% Jahres-Rendite mit dividendenstarken Aktien

Neue Statistiken zeigen, dass die Dividenden in den vergangenen knapp 100 Jahren für rund 40% der Gewinne des wichtigsten amerikanischen Aktienindizes, des S&P 500, verantwortlich waren (für den US-Aktienmarkt gibt es die beste Datenbasis, daher beziehen sich fast alle großen Aktien-Studien auf den US-Markt).

Gemäß einer Berechnung von Ned Davis Research erzielten Aktien aus dem S&P 500 zwischen 1972 und 2012 einen Wertzuwachs von 6,94% pro Jahr. Die Aktien aus dem S&P 500, die eine Dividende ausgeschüttet haben, schafften im gleichen Zeitraum eine Performance von 8,67% pro Jahr. Unternehmen, die ihre Dividende regelmäßig erhöhen bzw. erstmalig mit der Zahlung einer Dividende starteten, schafften im Schnitt sogar einen Gewinn von 9,48% pro Jahr!

So berechnen Sie die Dividenden-Rendite

Die Dividenden-Rendite ergibt sich aus der Division der Dividende durch den aktuellen Aktienkurs multipliziert mit 100. Sie gibt die Verzinsung des investierten Kapitals je Aktie in Prozent an. Dargestellt als Formel sieht dies dann wie folgt aus:

Dividende

—————- x 100% = Dividenden-Rendite

Aktienkurs

Die Dividenden-Rendite gehört zu den klassischen Bewertungs-Kennzahlen einer Aktie. Denn: Dividenden sind ein Indiz für die Ertragskraft eines Unternehmens. Im historischen Durchschnitt liegen die Dividenden-Renditen bei den Aktien des deutschen Leitindex DAX etwa im Bereich von 2 bis 3%.

Sie benötigen die Dividenden-Rendite, um einen Bezug zwischen dem Betrag der Dividende und dem dazugehörigen Aktienkurs herzustellen. Dieser Bezug ist deshalb wichtig, weil ansonsten möglicherweise eine vom Betrag her hohe Dividende schnell einen falschen Eindruck erwecken kann.

Beispiel: Liegt die Dividende bei 5 Euro und der Aktienkurs bei 100 Euro (Dividenden-Rendite 5%), ist die Rendite nicht so hoch wie bei einer optisch niedrigen Dividende von 1 Euro und einem Aktienkurs von 10 Euro (Dividenden-Rendite 10%). Üblicherweise beziehen sich die veröffentlichten Dividenden- Renditen auf die ausbezahlte Dividende und den aktuellen Kurs der Aktie.


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Sie spiegeln also das Verhältnis der gezahlten Dividende und des aktuellen Aktienkurses der dazugehörigen Aktie wider. Für Sie als Aktionär ergibt sich eine andere persönliche Dividenden-Rendite, wenn Sie die betreffende Aktie schon vorher günstiger oder teurer gekauft haben.

Ihre persönliche Dividenden-Rendite ist entscheidend

Sie haben eine Aktie zum Kurs von 20 Euro gekauft. Der aktuelle Kurs beträgt 43 Euro und die aktuelle Dividende 2 Euro je Aktie. Dann ist die veröffentlichte Dividenden-Rendite:

2 Euro

————– x 100% = 4,7%

43 Euro

Im Gegensatz dazu beträgt Ihre persönliche Dividenden-Rendite:

2 Euro

————– x 100% = 10%

20 Euro

Sie sehen also, dass die veröffentlichte Dividenden-Rendite keinesfalls mit Ihrer persönlichen übereinstimmen muss. Der Grund dafür ist, dass sich die Dividenden-Rendite auf den Aktien-Kurs zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bezieht und nicht auf Ihren persönlichen Einstiegs-Kurs.

Die wichtigsten Auswahlkriterien

Sie erfahren jetzt die 4 wichtigsten Kriterien, die Sie bei Ihrer Auswahl der richtigen Dividenden-Aktien berücksichtigen sollten:

1) Dividendenrendite überdurchschnittlich hoch

Sie sollten bei Ihrer Auswahl von Dividenden-Aktien darauf achten, dass die Aktie, die Sie auswählen, innerhalb des jeweiligen Marktindex bzw. innerhalb des jeweiligen Marktsegments eine überdurchschnittlich hohe Dividenden-Rendite bietet.

2) Auf die richtige Ausschüttungsquote kommt es an

Bei der Ausschüttungsquote handelt es sich um den prozentualen Anteil der ausgeschütteten Dividendensumme am Unternehmensgewinn. Eine Ausschüttungsquote von 20% bedeutet: 20% des Gewinns landen in Form von Dividenden auf den Konten der Aktionäre (die restlichen 80% bleiben im Unternehmen).

Wenn ein Unternehmen rund 50% der Gewinne in Form von Dividenden ausschüttet und 50% für spätere Investitionen zurückhält, ist das eine ausgewogene Quote. Ausnahmen kann es geben, wenn ein Unternehmen über einen sehr hohen Kassenbestand verfügt. Dann darf die Ausschüttungsquote auch höher sein.

3) Die Ausschüttungen sollten stetig steigen

Die Regelmäßigkeit der Dividenden und ihr stetiges Wachstum sagen viel über die Qualität des Unternehmens als Dividenden-Wert aus. Sie müssen bei der Betrachtung der Dividendenhistorie wissen, ob es sich um einen zyklischen (also von der Konjunktur abhängigen) oder um einen nicht-zyklischen (also weitgehend von der Konjunktur unabhängigen) Wert handelt.

Bei zyklischen Aktien aus Branchen wie Automobil oder Maschinenbau kann die Dividende schwanken oder ausbleiben. Bei nichtzyklischen Aktien sollte das nicht der Fall sein.

4) Es sollte Potenzial für Dividendensteigerungen da sein

Die Dividenden mögen noch so attraktiv sein – investieren Sie nicht in Unternehmen ohne Aussicht auf steigende Gewinne. Unternehmen, deren Gewinn über Jahre stagniert oder gar sinkt, werden ein hohes Dividenden-Niveau nicht lange halten können. Denn bei solchen Unternehmen können wir nicht von einem stetigen Wachstum und damit einem langfristigen Anstieg von Aktienkurs und Dividendenzahlungen ausgehen.

Fazit: Wählen Sie Unternehmen aus, die Ihre Dividenden regelmäßig erhöhen

Wenn Sie erfolgreiche Dividenden-Werte suchen, sollten Sie sich auf Aktien von Unternehmen konzentrieren, die ein berechenbares Geschäftsmodell besitzen und regelmäßig die Dividenden erhöhen können.

5. April 2014

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.