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Privatinsolvenz: Haftet der Ehepartner für die Schulden des anderen?

32.760 Privatpersonen meldeten im ersten Quartal des Jahres 2012 in Deutschland Insolvenz an. Selbst verschuldet oder nicht – das Problem mit den Schulden kennen wohl die meisten von uns. Ein Auto gekauft, ein Haus gebaut, Job verloren. Und der Schuldenberg wächst und wächst.

Schwierig wird es dann, wenn Kredite nicht mehr getilgt, offene Rechnungen nicht mehr beglichen werden können und die Gläubiger vergebens auf ihr Geld warten. Der letzte Ausweg aus der Verschuldung ist die Privatinsolvenz.

Privatinsolvenz: Was das bedeutet und wie sie funktioniert

Der Begriff Privatinsolvenz bezeichnet ein vereinfachtes Insolvenzverfahren für Privatpersonen. Private Schuldner, die weniger als zwanzig Gläubiger und keine offenen Verbindlichkeiten aus Beschäftigungsverhältnissen haben, können mithilfe des Insolvenzverfahrens innerhalb von sechs Jahren schuldenfrei werden.


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Ist eine außergerichtliche Einigung mit den Gläubigern gescheitert, dann hat der Schuldner das Recht, einen Antrag beim Insolvenzgericht zu stellen. Der Schuldner legt seine gesamten Verbindlichkeiten offen und sein pfändbares Vermögen wird anteilig auf die Gläubiger verteilt.

Für den Schuldner beginnt nun die sechsjährige sogenannte Wohlverhaltensperiode. In diesem Zeitraum wird ein bestimmter Betrag seines Einkommens weiterhin auf die Gläubiger verteilt und der Schuldner darf keine neuen Verbindlichkeiten eingehen.

Zwar ist der Schuldner nach Ablauf dieser sechsjährigen Frist schuldenfrei, jedoch bleibt ein entsprechender Schufa-Eintrag bestehen. Erfahren Sie an dieser Stelle außerdem alles über den Zusammenhang zwischen einer privaten Insolvenz und einer Abfindung.

Insolvent und verheiratet: Haftet auch der Ehepartner mit seinem Vermögen?

Bei einer Hochzeit tritt automatisch die Zugewinngemeinschaft in Kraft. Diese ist vergleichbar mit einer Gütertrennung, das heißt im Klartext: Jeder Ehepartner haftet für seine eigenen Schulden. Auch für Besitztümer gilt dieser Grundsatz: Was vor der Ehe einem Ehegatten gehört hat, gehört ihm auch während der Ehe.

Ausschließlich solche Gegenstände werden Miteigentum der Ehegatten, die während der Ehe gemeinsam angeschafft werden. Hat sich das Ehepaar bei der Eheschließung jedoch für eine Gütergemeinschaft entschieden, haften beide mit ihrem gemeinsamen Vermögen für anfallende Schulden.

Lieben heißt vertrauen – füreinander bürgen kann jedoch der falsche Weg sein

Grundsätzlich gilt: Auch im geschäftlichen Bereich haftet jeder Ehepartner für seine Schulden allein. Kniffelig wird es dann, wenn ein Partner für den anderen in geschäftlichen Belangen gebürgt hat. Wenn beispielsweise die Ehefrau für die Firma ihres Mannes eine Bürgschaft unterschrieben hat, dann haftet auch sie im Falle der Privatinsolvenz ihres Gatten.

Mein + Dein = Unser?

Eine Privatinsolvenz gilt grundsätzlich nur für den, der sie beantragt hat. Bei Steuerschulden gegenüber dem Finanzamt jedoch verhält es sich etwas anders. Sind die Ehepartner steuerlich gemeinsam veranlagt, dann haften beide Ehegatten. Wird ein Partner also zahlungsunfähig, haftet der jeweils andere für die Steuern. Auch für die Verfahrenskosten beim Insolvenzgericht kann der Ehepartner herangezogen werden.

17. September 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov wuchs in einem internationalen Umfeld auf und entdeckte schon früh sein Interesse am Thema Finanzen. Er publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.