Crash-Beschleunigung: „Unerwartet“ hohe Anhebung der Leitzinsen

Crash-Beschleunigung: „Unerwartet“ hohe Anhebung der Leitzinsen
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Jetzt kommt langsam Musik in die Bude! Die EZB ist aus ihrer jahrelangen Schockstarre erwacht und hat den Leitzins um 0,5 Prozent angehoben. Unerwartet war das laut unseren Medien. 0,25 wurden erwartet.

Da bin ich doch mal gespannt, ob die nächste Anhebung auch so unerwartet passiert. Nachdem die FED in den USA fleißig vorangegangen ist, kommt die EZB mit der üblichen Verzögerung auf dieselben Ideen.

Wenn Sie die Unfähigkeit der Notenbank in einem Satz zusammenfassen wollen: Wir haben seit Monaten Rekordinflation und die EZB erhöht jetzt den Leitzins auf 0,5 Prozent. Dem gegenüber steht eine Inflation von mindestens 8 Prozent. Bei den meistens Leuten kommen aber eher über 20 Prozent Kaufkraftverlust im Geldbeutel an. Und wir bekommen jetzt 0,5 Prozent Leitzins. Vielen Dank! (Natürlich kann die EZB schlecht den Leitzins von 0 auf 4 Prozent anheben. Aber früher hätte sie durchaus reagieren dürfen.)

Gut, böse oder hässlich?

„Das wurde auch Zeit“, sagen die meisten. Einige davon gehen noch weiter: „Das reicht uns nicht!“ Wird es auch nicht. So viel kann ich wohl schon verraten. Warum sollten 0,5 Prozent etwas ändern? Die FED erhöht sogar teilweise um 0,75 Prozent und es ist noch nicht viel passiert.

Aktuell führen die USA mit 1,75 Prozent im Leitzins-Wettrennen gegenüber Europa mit 0,5 Prozent. So schnell wird die EZB nicht zum Ausgleich kommen. Die FED hat natürlich auch viel zu spät reagiert, aber immerhin jetzt einen großen Sprung gemacht. Der macht auch Luft für weitere große Sprünge. Ich bin gespannt, ob die EZB jemals 0,75 Prozent Veränderung zulassen wird.

Was spricht gegen die Erhöhung? So müssen wir die Seite der EZB auch einmal sehen, um zu verstehen, warum sie so lange gezögert hat. Hauptpunkt sind hier wohl die südlichen Pleitestaaten in Europa. Nach der Finanzkrise lief unsere Wirtschaft wieder gut. Ein höherer Leitzins wäre machbar gewesen. Aber vermutlich nur für uns. Wenn wir Richtung Griechenland, Italien, Spanien schauen – die hätten massive Probleme bekommen. Die konnten so zumindest aufgeschoben werden.

Gut für den Export! Das ist auch so ein Mantra. Klar, ein schwacher Euro ist super als Exportnation. Allerdings exportieren wir uns gerade in den Ruin. Die Masse der Bevölkerung hat reichlich Zukunftsängste. Was interessiert es da, ob große Unternehmen jetzt mehr Absatz im Ausland erreichen, wenn die Bevölkerung sich überlegen muss, ob sie im Winter lieber nicht hungert oder nicht friert?

Hässlich kann es jetzt für alle werden. Gerade für die Leute in Südeuropa, aber Deutschland ist davon auch nicht mehr weit entfernt. Nicht nur, was die Temperaturen angeht. Schrumpfender Mittelstand dank Corona-Maßnahmen. Verschleppte Firmenpleiten. Immerhin dürfen viele jetzt Home-Office statt Büro machen. Allerdings nicht die essentiellen Jobs. Soziale Berufe, die eh schon zu wenig verdienen, müssen weiterhin schwer arbeiten und da wird aktuell nicht einmal mehr geklatscht! Irgendwie ist es schon beeindruckend, dass das System noch funktioniert und nicht zusammengebrochen ist.

Fazit

Genießen wir den Sommer. Freuen wir uns über die kleinen Dinge im Leben. Und planen wir ein, dass die Wintermonate leider etwas spannender als gewünscht werden können. Dabei geht es nicht nur um das Thema Heizung…