Doordash: Aktie des Essenslieferdienstes schießt nach Wolt-Übernahme kräftig nach oben

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Der US-Lieferdienst Doordash nimmt seinen finnischen Rivalen Wolt ins Visier und legt 8 Milliarden Dollar schwere Offerte auf den Tisch. (Foto: Sebastian Kaulitzki - Fotolia)

Die Meldung war ein Paukenschlag. Der führende US-Essenslieferdienst Doordash will mit einer Mega-Übernahme auf die Überholspur wechseln und wirbelt den Markt der Lieferdienste kräftig durcheinander: Doordash streckt die Fühler nach Europa aus und legt für den dynamisch wachsenden finnischen Lieferdienst Wolt 8,1 Milliarden Dollar in eigenen Aktien auf den Tisch.

Den Anlegern scheint der Großangriff so richtig zu schmecken. Die Doordash-Papiere legten in einem ansonsten durchwachsenen Marktumfeld kräftig um 15% an Wert zu. Damit kommt der Lieferdienst auf einen Marktwert von inzwischen beinahe 74 Milliarden Dollar.

Profiteur der Corona-Pandemie

Dabei zählt Doordash wie Delivery Hero, Gruphub, Uber Eats oder Just Eat Takeaway zu den klassischen Profiteuren der weiter grassierenden Virus-Pandemie. Das Geschäftsmodell ist schnell erklärt:

Doordash betreibt einen führenden Online-Bestelldienst für Essenslieferungen. Der Dienst ist in zahlreichen Städten in den USA, Kanada und Australien vertreten. Über die App von DoorDash können Bestellungen bei teilnehmenden Restaurants bestellt werden und die Lieferungen der Restaurants werden bis zur Haustüre geliefert. Mit einem flexiblen Arbeitskonzept kann man zum sogenannten Dasher werden und mit dem eigenen Transportmittel Lieferungen in der Umgebung übernehmen. Die Lieferaufträge werden über die App übermittelt

Bislang fokussierte sich Doordash vor allem auf die Vorstädte, um dem harten Wettbewerb beim Kampf um große Metropolen wie Manhattan oder Downtown Los Angeles zu umgehen. Heute ist Doordash Marktführer in den USA vor Uber Eats.

Umsatz schießt in die Höhe

Im letzten Geschäftsjahr profitierte der Konzern massiv von der Pandemie, da die Essensbestellung regelrecht durch die Decke gingen. Der Umsatz kletterte entsprechend stark um 225% auf 2,88 Milliarden Dollar in die Höhe.

In diesem Jahr hält das Wachstum weiter an: Im dritten Quartal ging ein Umsatz von 1,27 Milliarden Dollar durch die Bücher (+44,5% vs. Vorjahresquartal). Insgesamt wickelte der Konzern 347 Millionen Bestellungen ab (+47%) und das Bestellvolumen betrug 10,4 Milliarden Dollar (+44%). Gewinne sind allerdings weiterhin nicht in Sicht. Unter dem Strich verzeichnete Doordash einen Verlust von 101 Millionen Dollar und damit mehr als im Vorjahresquartal (-42 Mio. Dollar).

Eintritt in europäischen Markt

Mit der Übernahme des finnischen Rivalen Wolt steigt Doordash in großem Stil in den europäischen Markt ein. Die Finnen sind bereits in 22 Ländern aktiv – darunter Dänemark, Schweden und Serbien. Vor allem aber drängen die Amerikaner mit dem Schritt auch in den deutschen Markt ein.

Wolt wurde im Jahr 2014 in Helsinki gegründet und hat seither massiv expandiert. Mit seinen 4.000 Mitarbeitern und mehr als 30.000 Restaurants und Läden auf seiner Plattform zählt Wolt mehr als 2,5 Millionen aktive Nutzer pro Monat. Zum Vergleich: Bei Doordash sind es mehr als neun Millionen.

Weitere Konsolidierung zu erwarten

Beide Firmen wollen den Deal im ersten Halbjahr 2022 final über die Bühne bringen. Zusammen peilen die beiden Lieferdiensten einen bereinigten operativen Gewinn (Ebitda) zwischen null und 500 Millionen Dollar an.

Damit dürfte die Konsolidierungswelle unter den Lieferdiensten weiter an Fahrt aufnehmen. Die meisten Anbieter schreiben auf Grund hoher Investitionen massive Verluste. Zumal die Wachstumsdynamik, die durch die Pandemie befeuert wurde, mit zunehmender Normalisierung der Lage in den kommenden Quartalen deutlich abnehmen dürfte.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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