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Roblox: Talfahrt bei der Aktie der Spieleplattform setzt sich nach Geschäftszahlen ungebremst fort

Inhaltsverzeichnis

Die rasante Talfahrt der Roblox-Aktie hat sich zuletzt weiter fortgesetzt. Von dem Kurshoch bei 134 Dollar im November letzten Jahres haben sich die Papiere inzwischen meilenweit entfernt. Daran konnten auch die gerade vorgelegten Geschäftszahlen wenig ändern. Ganz im Gegenteil: Nach den Zahlen ging es mit dem Kurs noch einmal zweistellig in den Keller. Die Aktie rutschte unter die 50-Dollar-Marke und nähert sich damit wieder dem Ausgabekurs von 45 Dollar, zu dem das Unternehmen im März letzten Jahres den Sprung aufs Parkett gewagt hat.

Roblox – die etwas andere Spieleplattform

Bevor wir auf die aktuelle Geschäftsentwicklung kommen, möchte ich Ihnen das Unternehmen erst einmal näher vorstellen. Die Plattform wurde von den Entwicklern David Baszucki und Erik Cassel entwickelt und im Februar 2006 veröffentlicht.

Das Geschäftsmodell von Roblox ist vielschichtig. Es kombiniert klassische Computerspielelemente mit Social Media und zielt insbesondere auf Kinder und jüngere Jugendliche ab. Diese können sich über die Plattform vernetzen, sich über die Chatfunktion austauschen und zugleich diverse Spiele spielen und vor allem auch selbst entwickeln.

Wie Geld verdient wird

Roblox ist ein Free-to-play-Spiel. Während es viele kostenfrei verfügbare Spiele auf der Plattform gibt, haben Nutzer diverse Möglichkeiten, ihre selbst erstellten Inhalte für die virtuelle Währung Robux anzubieten. Roblox selbst verkauft auch Spielzeuge und virtuelle Sammlerstücke innerhalb des Spiels. Darüber hinaus werden auch Abo-Mitgliedschaften angeboten.

Neben der größeren Menge an Robux, die ein Abonnent für die monatliche Zahlung erhält, hat dieser auch Zugriff auf exklusive Inhalte und mehr Rechte beim Verkauf von eigenen Entwicklungen. Zum Hintergrund: Roblox führte erst 2013 das Auszahlungsprogramm Developer Exchange (bekannt als DevEx) ein. Durch DevEx haben die Entwicklerinnen und Entwickler die Möglichkeit, ihre Spiele zu monetarisieren, indem sie Ingame-Gegenstände wie Upgrades, Ausrüstung oder Zubehör anbieten. Diese können mit einer virtuellen Währung Robux gekauft werden. Entwicklerinnen und Entwickler sind dann in der Lage, die verdienten Robux gegen echtes Geld einzulösen.

Profiteur der Corona-Krise

Mit seiner Positionierung konnte Roblox enorm wachsen. Allein von 2018 bis 2021 kletterten die Umsätze von 325 Millionen Dollar auf 1,9 Milliarden Dollar. Allerdings haben sich das Wachstum zuletzt abgeschwächt.

Im vierten Quartal erhöhten sich die Umsätze „nur“ noch um 83% auf 568,7 Millionen Dollar. Zum Vergleich: Im dritten Quartal lag das Umsatzwachstum bei 102%, im zweiten Quartal sogar bei 127%. Unter dem Strich verzeichnete Roblox einen Verlust von 143 Millionen Dollar beziehungsweise von 0,25 Dollar je Aktie und verbrannte damit mehr als doppelt so viel Cash wie erwartet.

Beinahe 50 Millionen Nutzer im Schlussquartal

Lassen Sie uns noch einen Blick auf die Entwicklung der Nutzerzahlen werfen: Die durchschnittliche Anzahl der täglich aktiven Nutzer (DAUs) erhöhte sich im letzten Quartal um 33% auf 49,5 Millionen . In Summe verbrachten die Nutzer 10,8 Milliarden Stunden auf der Spieleplattform, was einer Steigerung um 28% zum Vorjahresquartal entspricht.

Januar-Update kann Anleger nicht beruhigen

Mit den Quartalszahlen gab das Roblox-Management auch ein Update für den Januar heraus: Erwartet werden Umsätze zwischen 203 und 206 Millionen Dollar (64 bis 66% Umsatzwachstum). Zugleich stieg die Zahl der täglichen aktiven Nutzer auf 54,7 Millionen. Auf eine Prognose für das Gesamtjahr mussten die Anleger aber vergeblich hoffen.

Vor dem Hintergrund der Zinswende und dem grundsätzlich nachlassenden Wachstum sind die Investoren erst einmal zurückhaltend. Der weiterhin hohe Börsenwerts von über 26 Milliarden Dollar und anhaltend hohe Verluste haben die Euphorie erst einmal ausgebremst.